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Silvaner trocken 'Gelbkalk K&U-Sonderedition'
2010, ein besonderer Jahrgang in Deutschland, ein ganz besonderer bei Luckert´s. Man mag es glauben oder nicht, für Familie Luckert ist 2010 der beste Jahrgang, seit die Söhne Wolfgang und Uli Luckert für das Weingut verantwortlich sind. Sie trafen den Jahrgang auf den Punkt, nutzten sein Potential auf unübertreffliche Weise in Keller und Weinberg.
Luckert´s Gelbkalk-Silvaner, auch dieses Jahr ob seiner Ausnahmestellung zur K&U-Sonderedition ausgebaut, stammt aus einer kleinen Parzelle, in der im Unterboden eine Ader von gelbem Kalk verläuft. Sie ist es, die dem stoffigen Musterexemplar urfränkischen Silvaners Fülle und Kraft verleiht. Für Schnelltrinker, die die üblichen Gletscherbonbons im Duft erwarten, dürfte der Wein ein mittlerer Schock sein. Er erfüllt ihre Erwartungen nicht. Für Langsamtrinker, die fränkischen Silvaner als knochentrockenen, kraftvoll kernigen Wein mit Charakter kennen, dürfte dieser Ausnahme-Silvaner eine Offenbarung sein.
Er wird aber erst im Laufe des Jahres 2012 zeigen, was in ihm steckt. Geduld ist also angesagt. Geduld für mehr Genuß. Diesen Silvaner muß man nicht schon im Jahr seiner Lese vernichten, er zeigt auch in ein paar Jahren noch, wo der Bartel in Franken den Most holt. Er wurde traditionell spontan, also auf seiner wilden Umgebungshefe, vergoren und reifte bis Anfang Mai auf der Vollhefe im traditionellen Holzfaß. Deshalb gebärdet er sich heute kernig trocken und zeigt sich vor lauter Potenz verschlossen, braucht Reife und Ruhe - auch wenn uns sein jugendlicher Biß schon heute sehr zusagt. Seine trockene Kräuterwürze im Duft setzt sich auf der Zunge in rassiger Textur mit fränkischer Kernigkeit und spröder Substanz fort. Ein herzhaft fränkischer Ausnahme-Silvaner, der viel Luft braucht, am besten in der Karaffe. Ihn empfehlen wir als Referenz für Frankens Potential der leider noch immer viel zu oft fehlinterpretierten Rebsorte.
Gelbkalk, unsere Silvaner-Sonderedition, schreit förmlich nach Speisenbegleitung. Dieser Wein will kombiniert werden zu deftiger Kost und macht dazu eine süffige Figur voller Trinkfreude. Er strotzt vor Charakter und beweist Mut zu Eigenart und Regionalität, wie man sie in Franken nur noch selten im Glas hat.
Hier in der 1.5l-Magnumflasche. Für bessere Reife und größeren Genuß.
Zehnthof Luckert
Eine fränkische Weinhandlung mit Anspruch tut sich schwer mit Frankens Weinen. Die meisten „fortschrittlich“ produzierten Frankenweine schmecken als kämen sie aus Neuseeland oder sonst wo her, nur nicht aus Franken. Aromasichere Reinzuchthefen, Vergärung bei niedriger Temperatur für möglichst viel Frucht, zugesetzte Kohlensäure für Pseudo-Frische und ein allgegenwärtiges, publikumswirksames Zuckerschwänzchen garantieren dem „modernen“ Frankenwinzer erfolgreichen Absatz.
Wir verweigern derart banal konzipierte Globalplörre konsequent, egal woher sie kommt. Da können ihre Namen noch so klingend sein, ihre Bewertungen so hoch und ihre Etiketten noch so schön, wir machen auch in der mainfränkischen Nachbarschaft keine Ausnahme.
Wolfgang und Ulrich Luckert aus Sulzfeld bei Kitzingen sind die rare Ausnahme im pseudomodernen Franken-Szenario. Selbstbewußt und zielstrebig pflegen die beiden Vollblutwinzer kompromißlose Regionstypizität in Weinen, die so authentisch sind, wie sie unmißverständlich die Handschrift ihrer Herkunft zeigen: Muschelkalk. Der macht ihre Weine schlank und rassig, in der Jugend fast mager und karg, manchmal auch spröde, denn sie werden kompromißlos trocken ausgebaut. Dafür präsentieren sie sich wohltuend anders als andere und man schmeckt spätestens mit dem zweiten Schluck, daß es Luckerts um authentisch fränkische Spitzenweine geht.
Luckert´s Zehnthof produziert selbstbewußt traditionelle Frankenweine, wie sie einst waren und heute fast ausgestorben sind. Sie bauen ihre Weine im großen Holzfaß aus, vergären sie spontan und lassen sie so lange wie sinnvoll auf der Hefe reifen; im Keller geben sie ihnen die Zeit, die sie brauchen, und im Weinberg haben sie auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt. So produzieren Luckerts profiliert fränkische Weinpersönlichkeiten, die Nachhaltigkeit und Authentizität nicht laut propagieren, sondern in typisch fränkischem Understatement und angenehmer Bescheidenheit praktizieren. Wenn Sie Luckerts Weißweine ausreichend dekantieren, werden Sie wahre Weinwunder erleben, die so nachhaltig wirken und schmecken, wie sie nachhaltig produziert wurden. Die souveräne Referenz für Frankenwein.
Die Rebe
Silvaner
Silvaner wird häufig auch grüner Silvaner genannt, weil es auch eine rote Variante gibt, den Blauen Silvaner, die aber weiß gekeltert wird. Über die außerhalb des Elsaß, Rheinhessens und Frankens kaum noch verbreitete uralte Rebsorte ist wenig bekannt, doch es gibt viel zu berichten.
Alleine die Zahl ihrer Synonyme zeigt, wie wichtig sie einst für die Weinwelt war: Österreicher, Franken, Silvania (Italien), Johannisberger oder Gros-Rhin (Schweiz), Arvine Grande (Wallis), Gentil Vert (Frankreich), Monterey Riesling und Sonoma Riesling (Kalifornien) sind nur einige Namen für die früher weit verbreitete mittelfrüh reifende Rebsorte, die heute ein eher mäßiges Image genießt, weil sie noch immer unter den Mengenauswüchsen der sechziger und siebziger Jahre leidet.
Mit dem Silvaner begann der moderne Weinbau. 1876 legte Gustav Fröhlich in Edenkoben die praktischen Grundlagen moderner Klonenselektion, indem er die Nachkommen besonders leistungsfähiger Silvaner-Rebstöcke getrennt vermehrte. Otto Sartorius gab dann in den dreißiger Jahren der Nachkommensprüfung guter und schlechter Pflanzen den wissenschaftlichen Hintergrund, indem er feststellte, daß die Nachkommen der guten Stöcke leistungsfähiger waren als die der schlechten. Damit war die moderne Klonenkunde geboren und bestätigt - am Beispiel des Silvaners.
Silvaner war deshalb weit vor Riesling oder Traminer ertragssicher und wurde in den fünfziger Jahren zur wichtigsten deutschen Rebsorte. In der Pfalz machte sie 1953 über 50 % der Rebfläche aus, heute sind es dort weniger als 7 % ! Tatsächlich ist Silvaner biologisch eine edle Rebsorte. Sie stellt hohe Ansprüche an den Boden, ist frostempfindlich, liefert aber hohe Ertragssicherheit. Die wuchskräftige Sorte treibt einige Tage früher als Riesling aus und ist daher Frühjahrsfrost empfindlich.
Geschmackliches Merkmal des Silvaners ist eine kräftige Säure, die weniger ausgeprägt wirkt wie beim Riesling, aber die erwirtschafteten Erträge knallhart widerspiegelt: Bei zu hohen Erträgen schmeckt Silvaner dünn, ordinär und sauer. Wenn die Erträge bewußt niedrig gehalten werden, kann Silvaner nicht nur geologisch bedingte Geschmackscharakteristika bestens zur Geltung bringen, dann brilliert er auch mit faszinierender Konzentration im Geschmacksbild und dann wirkt auch seine Säure niedrig und harmonisch eingebunden. Ein guter Silvaner kann ein spannender, anspruchsvoller und harmonischer Weißwein sein, der sich hinter entsprechenden Rieslingen nicht zu verstecken braucht. Wir prophezeien der altehrwürdigen Rebsorte eine vielversprechende Zukunft aus besserem Anbau und schonenderem Ausbau.
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| Art-Nr. DFW10111M | |
| Inhalt 1.5l-Magnum |


















