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Auslese 'Altenberg' 
2009

Auslese 'Altenberg'

Die große Auslese von Van Volxem. 2009 fiel bei Van Volxem spürbar anders aus als vorherige Jahrgänge. Dominik Völk, der Mann im langen Schatten von Roman Niewodniczanski, verantwortlich für Weinberge und Keller, traf den Jahrgang auf den Kopf. Er inszenierte ihn durchgängig trockener als gewohnt.

Seine bezaubernde Auslese aus dem magischen Kanzemer Altenberg sei all jenen Genießern empfohlen, die Wein einlagern, um ihn morgen, in Jahren oder erst in Jahrzehnten mit Verstand zu zelebrieren.

Das kann so nur die Saar und dort nur eine Lage wie der Altenberg: Zupackend dicht und doch filigran und zart zugleich, schwebend fast und doch konzentriert, legt sich diese nur 8 Vol. % schwere Auslese wie Seide um die Zunge. Gelb und reif in der Farbe der Aromen, morbide in den herbstlichen Aromaten, und doch von jugendlicher Frische und natürlicher Zartheit, unverdorben, ungestüm, unentwickelt. Ein in gewisser Weise wilder Wein, der ganz zart und vorsichtig agiert im Mundgefühl. Kein Widerspruch, sondern eine eindrucksvolle Auslese mit Potential für die Enkel.

Van Volxem

Roman Niewodniczanski gebührt nicht nur das Verdienst, das einst renommierte, dann in tragische Vergessenheit geratene Wiltinger Weingut „Van Volxem“ an der Saar nachhaltig vor dem Niedergang bewahrt zu haben, die gesamte Weinbauregion Saar verdankt ihm viel, sorgte er doch nicht nur für sich und sein Weingut binnen weniger Jahre für Aufmerksamkeit, sondern verhalf hochwertigem Saar-Riesling generell wieder auf die Weinkarten der Welt. Er schuf Interesse an und Nachfrage in einer Region, die kurz vor dem Exodus stand. Getrost kann man Roman und sein prächtiges Weingut als die Aufsteiger der letzten Jahre in Deutschland bezeichnen.
Erfolg und Qualität kommen in diesem speziellen Fall aber nicht von ungefähr. Der baumlange Hüne war schon Kunde unseres Hauses als er noch Student war, war schon damals infiziert vom Weinvirus, suchte und schätzte die außergewöhnlichen, originellen Weine dieser Welt und nicht nur die großen Namen; schnell und ehrgeizig erwarb er sich profundes Weinwissen, machte sich zum erfahrenen Verkoster und so waren wir erstaunt aber nicht verwundert als er eines Tages anrief, um sich als Besitzer des eigenen Weingutes vorzustellen. Roman Niewodniczanski stammt aus gutem Hause, dessen finanzieller Hintergrund es ihm erlaubte, ungewöhnlich schnell zu expandieren. Gezielt und mit großem Geschick erwarb er eine Grand Cru-Lage nach der anderen, die er aufwendig regenerierte, notfalls neu bepflanzte, stets nach qualitativ ausgefallenen Kriterien. Wir kennen kein anderes Weingut in Deutschland, das ähnlich schnell, zielstrebig und qualitativ expandieren und arbeiten kann, wie dieses. Der so rast- wie ruhelose Roman hat immer ein Projekt in Planung. Zusammen mit Kellermeister Dominik Völk arbeitet er derzeit an seinem Traum, der Errichtung eines eigenen organisch bewirtschafteten Betriebes im benachbarten Wawern. Dort konnte er im berühmten „Wawerner Goldberg“ 7 Hektar bester Lagen in einem Stück kaufen. Aufwendig, wie wir es noch nie in Deutschland gesehen haben, wurden die Weinberge präpariert, drainiert und teilweise neu angelegt. Sie werden umgestellt auf natürliche dynamische Bewirtschaftung, doch, so betont Roman, sind bei Van Volxem insgesamt noch nie Kunstdünger, Insektizide und die üblichen, lange nachwirkenden Herbizide im Einsatz gewesen.
Die Weine? Van Volxem-Rieslinge gehorchen keinem genormten Stil- und Geschmacks-Schema, leben aber ganz maßgeblich von der stilistischen Vision ihres Machers. Vom ersten Jahrgang an hat Roman jedes Jahr jeden einzelnen Wein stilistisch hinterfragt und versucht, ihn geschmacklich weiterzuentwickeln. Roman möchte mit seinen Weinen Emotionen auslösen, sie sollen rare Ausstrahlung besitzen und selbstbewußt ihre Herkunft demonstrieren, so die Botschaft des selbstbewußten Jungwinzers. Spontane Vergärung, gezielte Feinoxidation während langsamer Gärphase auf der Vollhefe in gebrauchten Holzfässern, sehr späte Lese und enormer Arbeitsaufwand in den Weinbergen verleihen jedem Wein, jeder einzelnen Lage, tatsächlich unverwechselbares Profil. Intensive reife, gelbe Obstaromen prägen alle Weine, komplexe Gewürzanklänge im Bukett und rare Dichte an Mineralität und ausgereizter Traubenreife definieren das typische Van Volxem- Mundgefühl, das den unterschiedlichen Zustand der Traubenreife jeder einzelnen Lage in dichter cremiger Fülle demonstriert.

Van Volxems große Lagen-Rieslinge überzeugen durch souveräne Qualität, die der junge fränkische Kellermeister Dominik Völk kompetent stilistisch verfeinerte durch die Verwendung einer traditionellen Korbpresse, die den Weinen noch mehr Feinheit, Eleganz und Reintönigkeit vermittelt. Roman Niewodniczanski, nur schwer zufriedenzustellen in seinen Ansprüchen, findet in unermüdlichem Suchen und Streben nach Perfektion Erfüllung in gelebter wie praktizierter Tradition, die ihn zur visionären Ausnahme im deutschen Wein macht.

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Die Rebe

Riesling

Über Riesling läßt sich trefflich streiten. Es gibt viele Weintrinker, die mit der Rebsorte nicht zurechtkommen. Das mögen Vorurteile sein oder andere Gründe, fest steht: Riesling wagt Charakter.

Riesling ist in Stil und Charakter extrem abhängig von der Qualität seines Standortes. Sein kräftiges, ausdrucksvolles, gelegentlich auch analytisch präzise wirkendes Aromaprofil reicht von blumig über mineralisch und stahlig bis zu fruchtig und honigwürzig oder gar ölig, je nach Herkunft, Boden, Alter und Lage oder Exposition der Reben.

Sein markantes Aroma, das im Alter Petrolnoten entwickeln kann (die man mögen muß, wir mögen sie nicht), ist direkte Funktion eines sehr spezifischen Verhältnisses von Süße zu Säure und eines ungewöhnlich hohen Anteils an Monoterpenen, stark aromatischen Geschmacks- und Aromastoffen, die im Riesling ca. 10 bis 15 mal höher enthalten sind als in anderen weißen Rebsorten. Seine Langlebigkeit und die Fähigkeit, die Charakteristika seiner Herkunft (Lage und Exposition, sowie Boden) in besonderem Maße zum Ausdruck zu bringen, ohne dabei an Rebsortencharakter einzubüßen, machen Riesling in seiner besten Form zu einer der feinsten Weißweinrebsorten der Welt. Ein ähnlich anspruchsvolles und interessantes Spektrum an Aromen und Geschmack bieten nicht viele weiße Rebsorten der Welt.

Weil das Holz der Rieslingrebe sehr hart ist, ist Riesling relativ frostbeständig und deshalb ideal für kühle Anbaugebiete angeeignet. Er sollte aber in geschützten Lagen stehen, wenn er wirklich reife Trauben liefern soll und die Erträge nicht ins bodenlose sinken sollen. Selbst relativ hohe Erträge wie 60-70 hl/ha verdaut Riesling in guten Lagen ohne große Qualitätseinbuße. Er reagiert im Reifezeitpunkt aber unmittelbar auf niedrige Erträge, die er dann mit besserer Reife zu einem früheren Zeitpunkt belohnt, in Zeiten des Klimawandels ein immer wichtigerer Punkt.

Später Austrieb und die damit verbundene späte Lese sind ein weiteres Charakteristikum der Rebsorte. In kühlen Regionen wird Riesling oft erst Mitte Oktober bis Mitte November gelesen. Es scheint, daß gerade die lange und langsame Reifeperiode mit entsprechend langer Hängezeit am Stock der Rebsorte jene Komplexität und Größe vermittelt, für die großer deutscher Riesling weltberühmt ist. Erst so entwickelt er ein Maximum an Geschmacksfülle bei niedrigem Alkohol und feiner, reifer Säure.

Die besten Rieslinge gedeihen auf besonders günstigen Lagen in kühleren Weinbauregionen. Je wärmer Riesling steht, um so schneller erreicht er den Reifezeitpunkt, entwickelt dann aber nicht sein legendär frisches Süß-Säure-Spiel mit aromatisch komplexen und reizvollen Aromastoffen. Riesling kann schnell plump und langweilig wirken.

Nicht immer also ist das vermeintlich Beste im Wein wirklich gut genug. Riesling braucht, wie Pinot Noir, mehr als nur das (nicht existente) Beste. Vielleicht wird er deshalb von so manchem Weinfreund falsch verstanden.

 

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Deutschland - Saar
suessRiesling
Langsam
6er Karton
Art-Nr. DSW09125
Inhalt 0.375l-Halbe
Alkohol: 8 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: - 2025+
Restzucker: 80 g/l
Anbau: Naturnah
Ausbau: Tradit. Holzfaß
Boden: Schiefer
Besonderes: Edelsüße Auslese
Dekantieren: Ja
Vergärung: Wilde Hefe
Verschlussart: Naturkork

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