You're currently on:
PurPur QbA
Rheingauer Rotwein, insbesondere der aus Assmannshausen, ist weltberühmt, zumindest außerhalb Deutschlands geschätzter als innerhalb Deutschlands bekannt, aber irgendwie kamen wir nie so richtig zusammen. Doch was Peter Kühn mit seinem legendären ‚PurPur’ auf Flasche bringt, das kann sich sehen lassen. Schon optisch liefert sein PurPur bemerkenswert intensiven Genuß. Schwarz steht das Zeug im Glas. Da läuten doch sofort die Alarmglocken! Schwarz sind auch die mit ‚Megared’ oder ‚Rossissimo’ gefärbten Weine aus dem Supermarkt. Doch hier passen Farbe und Gerbstoffpräsenz zusammen, die Farbe ist echt!
Kein Wunder: 80 % Spätburgunder kriegen den entscheidenden Kick durch 20 % Dunkelfelder, eine neu gezüchtete Färberrebsorte mit dunkelfarbigem Traubenfleisch, das den Wein nachhaltig dunkel färbt. Solche Färberrebsorten gehören zur Familie der Teinturier-Trauben. Sie sorgen für prägnante Gerbstoffpräsenz bei niedriger Säure. Man schmeckt sie in Burgund, wo sie häufiger verwendet werden als man glaubt, schon ab wenigen Prozent in der delikaten Pinot Noir-Struktur. Hier ballert Peter Kühn gleich mit 20 % drauf. Aber er beherrscht den Ausbau im neuen Holz, der beiden Rebsorten ausgesprochen gut tut, und so präsentiert sich sein ‚PurPur’ des Jahrgangs 2005 als ausdrucksstarker Rotwein, der ob seiner Konzentration und Fülle Staunen macht. Kein intellektueller Überflieger, sondern einer mit Muskeln unterm Hemd.
Viel Tiefe und Geschmack; ungewöhnlich präsente, fast massive und doch seidig transparente Gerbstoffe; rassige, fruchterfüllte Textur in samtigem Gaumenschmeichler. Reifte 12 Monate in französischer Eiche, duftet intensiv nach schwarzen Johannisbeeren, hat einen attraktiven Hauch Nougat und Schokolade im würzig opulenten Spektrum und entwickelt sich am Gaumen kraftvoll und füllig in gut strukturierten, weichen Tanninen. Rares Rotweinerlebnis aus dem Rheingau. Möglichst 2 Stunden vor Genuß dekantieren.
Dies ist der letzte Jahrgang, den es von diesem Wein gibt. Er wird nicht mehr produziert. Dafür gibt es dann Spätburgunder.
Weingut Peter Jakob Kühn
Angela und Peter Kühn müssen derzeit erleben, wie schwierig es geworden ist, im deutschen Weinerlei gegen den Strom zu schwimmen. Jahrelang waren sie so beliebte wie erfolgreiche Mitschwimmer der deutschen Kellertechnikfraktion gewesen. Mit der Ernte 2002 versagten sich die beiden nach langen Diskussion im Familien- und Freundeskreis und schlaflosen Nächten der Selbstzweifel mutig und entschlossen der langweilig populistisch gewordenen Primärfrucht-Existenz. Innerhalb eines Jahres mutierte Familie Kühn zum visionären Aushängeschild einer Qualitätsbewegung, die die deutsche Wein- und Biowein-Szene seitdem aufrüttelt und verändert.
Heute ist das Weingut Kühn zertifizierter Biobetrieb (Demeter®), Angela und Peter Kühn widmen sich mit Begeisterung der biodynamischen Wirtschaftsweise. Der mutige Wandel bescherte Kühns nicht nur dramatischen Stilwandel, sondern auch nachhaltiges Unverständnis seitens Presse und Kollegen.
Die Jahrgänge fallen seit dem Wandel spannend unterschiedlich aus, was an Peter Kühns Interpretation im Keller liegt, die immer weniger macht, dafür immer mehr läßt, aber auch an der praktizierten Biodynamik, die die Kühnschen Lagen neu und anders "klingen" läßt und Herkunft und Jahrgang viel ausgeprägter als zuvor reflektiert.
Es war und ist noch immer keine leichte Zeit für Angela und Peter Kühn. So wurde ihnen kürzlich die Klassifikation zum „ersten Gewächs“ für einen Wein verweigert, der später in der Szene als einer der größten trockenen Rieslinge Deutschlands gefeiert wurde. Und noch immer straft sie die Presse mit Unverständnis ab und Kollegen meiden den Kontakt oder reden schlecht über die Weine.
Doch Kühns praktizieren ihr Winzerdasein in bewundernswerter Konsequenz. Ihre Weine mögen unbequem entschleunigt wirken im Vergleich mit dem Rheingauer Turboalltag, spannender und komplexer sind sie allemal, provokant „anders“ als die anderen auch, und sie beweisen damit, daß der eingeschlagene Weg richtig war. Kühns setzen Maßstäbe, die andere niemals erreichen können. Peter Kühn ist ein begnadeter Wingertmann, der das Potential seiner Arbeit im Weinberg jetzt konsequent im Keller umsetzt. Deshalb verströmen seine Weine rare Authentizität, Charakter, Seele und Ausstrahlung. Ihre eigenständige Stilistik verdanken sie unideologischer Weinbereitung, die sich sensibel an den Herausforderungen des Jahrgangs orientiert. Spontane Vergärung und eine auf technische Manipulationen verzichtende, defensive Weinbereitung sind Peter Kühns visionäre Sicht der Dinge. So setzt er die Biodynamik im Weinberg in kraftvolle, ausdrucksstarke Weinqualität um, die manchmal auf Messers Schneide agiert, stets aber unverwechselbaren Herkunftscharakter, Eigenart, Frische, Mineralität, Reife, Struktur und Rasse beweist. Polarisierend in der Stilistik und mutig in der langsamen Entwicklung ihrer Weine üben Kühns nachhaltig visionären Einfluß auf jene neue deutsche Winzerschaft aus, die ihre Zukunft hinter dem Tellerrand sieht.
Die Rebe
Cuvée rot
Cuvée ist ein Begriff, der immer wieder zu Irritationen Anlaß gibt. Tatsächlich ist die Bedeutung des Wortes je nach Zusammenhang unterschiedlich.
In Deutschland bezeichnet man mit Cuvée den Verschnitt, also das gemeinsame Keltern oder auch Vergären verschiedener Rebsorten in einem Gärbehälter. Aber auch der spätere Verschnitt verschiedener Weinpartien unterschiedlicher Rebsorten oder auch Lagen wird Cuvée genannt. Man cuviert einen Wein aus verschiedenen Partien im Keller. Cuvée bezeichnet hierzulande also einen Wein, der aus verschiedenen Rebsorten oder Weinbergslagen miteinander verschnitten wurde.
Die Franzosen benutzen dafür ein anderes, für sie eindeutiges Wort: Assemblage.
Wenn der Franzose von einer Cuvée spricht, meint er damit jeden separat abgefüllten Wein, jede einzelne Partie im Keller eines Weingutes. Das Wort Cuvée stammt aus dem französischen und bezeichnet den Inhalt eines Gärbehälters, der im französischen Cuve heißt. Im französischen kann eine Cuvée also ein Verschnitt mehrerer Rebsorten aber auch ein Wein einer einzelnen, ganz bestimmten Lage sein.
Häufig begegnet man auf Etiketten Begriffen wie Tête de Cuvée oder Cuvée Prestige; damit bezeichnen die Franzosen ihre besten Weine im Keller, ihre Spitzencuvées, ihre besten Partien, egal ob sie reinsortig sind oder verschnitten wurden. Um es kompliziert zu machen bezeichnet man in der Champagne den aus der Kelter laufenden Vorlaufmost, der die höchste Qualität liefert, ebenfalls als Cuvée, nennt dort aber zugleich verschiedene Abfüllungen Cuvée, weil die großen Markenchampagner kunstvoll aus bis zu 100 verschiedenen Einzelpartien miteinander verschnitten werden, um so das erwartete Geschmacksbild garantieren zu können.
Eine Cuvée, also das gezielte Verschneiden von Weinen, soll und kann die Qualität des fertigen Weines verbessern. In Châteauneuf du Pape z. B. verschneidet man bis zu 13 Rebsorten miteinander, wobei auch weiße Sorten im roten Châteauneuf zugelassen sind. Das macht man, um durch körperreiche, farbintensive, gerbstoffbetonte Rebsorten die oxidationsempfindlichen, leichteren, aromatisch duftigeren und eleganteren Rebsorten vor Oxidation zu schützen und eine längere positive Entwicklung gewährleisten zu können. Auf diese Weise verschneidet man z. B. ‚kühle’ Rebsorten (wie Syrah) mit ‚warmen’ (wie Grenache), empfindliche mit unempfindlichen, reduktive mit oxidativen etc. etc.
Das geschieht stets nach peniblen Vorverkostungen in mehr oder weniger aufwendigen Probenreihen. Tatsächlich kann eine gekonnt zusammengestellte Cuvée besser schmecken als die einzelne Rebsorte für sich, weil sich Frucht, Gerbstoffgehalt und Alkohol zum harmonischen Ganzen vereinen. Praktisch jeder Bordeaux, viele Chiantis, nahezu jeder Rotwein aus der Rioja oder dem portugiesischen Dourotal, dem Veneto, der Provence, dem Languedoc oder dem südlichen Rhônetal besteht aus zwei bis fünf, manchmal auch mehr Rebsorten, die auf dem Etikett nicht ausgewiesen werden.
Das deklarieren auch wir als Cuvée, egal ob weiß oder rot, geben dann aber immer die wesentlichen Rebsorten an. Alles klar?
![]() | Deutschland - Rheingau |
![]() | Cuvée rot |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. DRG05010 | |
| Inhalt 0.75l |



















