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Weißer Burgunder 'Handwerk' QbA trocken
Wie schmeckt seriöser Biowein? Wenn er gut ist nicht nur anders als andere, sondern besser! Doch wie ist dieses ‚besser’ definiert? Über das Handwerk von der Traube auf die Flasche. Ohne Kompromisse.
Als Sven Leiner uns den Jahrgang 2010 präsentierte, waren wir erschrocken. Straffe Säure strahlte uns da aus dem Glas entgegen, auf der Zahninnenseite hart und grün als Apfelsäure erkennbar. Doch das kannten wir schon. Wenn der Wein gefüllt ist, schmeckt er nach klassisch Sven Leiner: Nackig, klar, rein, unverfälscht in Jahrgang und Herkunft.; den trocken analytischen Stil der Pfalz hat er mitgeprägt. Kein typisch weiches Fett der Pfalz, weich, unkonturiert, mollig und säurearm, die Zeiten sind vorbei; bei ihm wird Klartext geredet, gemacht und getrunken.
Kompromißlos wie gewohnt hat er den Jahrgang 2010 umgesetzt. Spontan vergoren im Edelstahl, natürlich entsäuert durch biologischen Säureabbau und Weinsteinausfall. Die Böden, auf denen dieser Wein wächst, sind tiefgründig und schwer und machen späte Lese mit physiologischer Reife möglich.
Sven Leiner steht für mutige Individualität. Pikant inszeniert er Frische und knackig trocken interpretiert er Struktur. Sein beliebter ‚Handwerk’-Weißburgunder setzt präzise formulierte nussige Burgunderwürze frei, unterstützt vom Aromenspiel grüner Äpfel und frischer Birnen; auf der Zunge agiert herzhaft würziges, typisch pfälzisches Spiel, das hier aber markante trockene Säure prägt. Ein maximal natürlicher, gänzlich ungeschminkter Weißburgunder persönlicher Ausstrahlung. Frische und Rasse, Format und Charakter. Anders als andere, besser als viele, mustergültig preiswert. So muß handwerklich ehrlich Biowein schmecken!
Sven Leiner
Der junge Sven Leiner aus Ilbesheim in der Südpfalz gehört zu den angenehmen Hoffnungsträgern der Winzerzunft in der Pfalz. Er hat kein marktschreierisches Marketing nötig wie so manch anderer Kollege aus seiner Generation. Er steht für eine kompetente, gut ausgebildete und deshalb selbstbewußt auftretende, junge Winzergeneration, der es nach den historischen Fehlern der siebziger bis neunziger Jahre um Qualität im besten Sinne der Nachhaltigkeit in der täglichen Arbeit geht.
Nach dem Studium in Geisenheim kehrte Sven Leiner in den elterlichen Betrieb zurück. Schnell setzte er dort Duftmarken, die er heute so konsequent wie wenige weiterverfolgt. Die Umstellung auf biologischen Weinbau absolvierte er so konsequent wie erfolgreich und anschließend beschäftigte er sich mit Begeisterung, Engagement und Kompetenz mit der logischen Weiterentwicklung des biologischen Anbaus, der Biodynamik. Seit dem Jahrgang 2011 ist er Demeter®-zertifiziert.
Das war kein einfacher Weg für einen ehrgeizigen Jungwinzer, der in einen typischen Pfälzer Kleinbetrieb zurückkehrt. Doch Sven Leiner ging den Wandel sensibel und zielstrebig zugleich an. Behutsam veränderte er die Stilistik der elterlichen Weiß- und Rotweine und suchte dabei nach neuen Interpretationen bekannten Materials. Familie Leiner verfügt nicht über Spitzenlagen. Die Lagen in und um Ilbesheim sind geprägt von Kalk und Lehm. Konsequent entwickelte Sven Leiner aus den Weinbergen der Familie am kleinen Kalmit, dem Hausberg der Region, ein Portfolio entwaffnend ehrlicher Weine, deren karge Muschelkalkböden vibrierende Mineralität in einer faszinierenden Mischung aus Frische und aromatisch würzigen Gesteinsnoten präsentieren.
In den Weinen seiner Serie ‚Handwerk’ vereint er Rebsortencharakter mit strahlender Frische und kompakter Struktur. Sie werden im Edelstahltank vergoren, sind knochentrocken ausgebaut und wagen einen Herkunftscharakter, der unmißverständlich ‚Pfalz’ assoziiert. Die dem Weinberg abgerungene Traubenqualität setzt der Jungwinzer auf simple, aber riskante Weise in Weinqualität um, wobei er sich im Keller keinerlei Ideologie oder Weinbereitung nach Rezept hingibt, ihm geht es ausschließlich um sich an der Qualität des Lesegutes orientierenden, maximal schonenden Ausbau für optimale Bekömmlichkeit. Seine großen Lagenweine ‚Hadorne’, ‚Katzebosch’‚ Setzer’ oder des ‚Ilbesheimer Kalmit’ vergärt er spontan und langsam ohne Temperatursteuerung im Holzfaß; diese Weine überläßt er so weit es sinnvoll erscheint der Natur, ohne zusätzliche Schwefelung, ohne Schönung; sie läßt er so lange wie möglich auf der Vollhefe reifen.
Sven Leiner geht es nicht darum, einfach nur Bio-Wein zu produzieren. Für ihn ist die Biodynamik notwendige Voraussetzung für authentischen Herkunftscharakter, für Ausstrahlung, für Charakter und Seele im Wein, für Terroir im besten Sinne, für ursprüngliches Weinerleben. So weist der engagierte Jungwinzer einer neuen Winzer-Generation den Weg: Mehr als nur Bio, weg von Ideologien, hin zu glaubhafter, authentisch ursprünglicher Qualität, die Nachhaltigkeit praktiziert von der Traube auf die Flasche, dabei Charakter wagt und sich bewußt des üblichen ‚schnellen’ Zugangs per Primärfrucht-Populismus verweigert. Sven Leiners kompromißlos konzipierte und praktizierte Weine garantieren so lebendigen wie natürlichen Genuß im Zyklus der sehr unterschiedlich ausfallenden Jahrgänge. Man muß sich einlassen auf seine Weine, weil sie stilistisch ‚anders’ sind als andere aus seiner Region. Sven Leiner ist ein besonderes Winzertalent, dessen Wagemut und Können wir mit Engagement unterstützen.
Die Rebe
Weißburgunder
Weißburgunder ist eine weiße Rebsorte, die je nach Herkunft auch Pinot Blanc, Pinot Bianco oder Klevner genannt wird. Sie ist sehr alt, wurde schon im 14. Jahrhundert erwähnt und stammt von einer Mutation des Grauburgunders, also der Burgunderfamilie, ab.
Obwohl wir finden, daß die drei Sorten Pinot Blanc, Chardonnay und Auxerrois sehr unterschiedlich riechen und schmecken, behaupten Ampelographen, daß der Unterschied zwischen den drei nur durch geschulte Ampelographen und molekularbiologische Verfahren festgestellt werden kann.
Weißburgunder, wie wir ihn definieren würden, schmeckt körperreich und cremig, besitzt relativ milde Säure, die umso niedriger wirkt, je wärmer die Reben stehen und je später die Trauben gelesen werden, und duftet, je nach Herkunft und Machart, mehr oder weniger intensiv nach frischen und gerösteten Haselnüssen und frischem Teig. Wir kennen keinen Weißburgunder, der jemals die Säure und druckvolle Intensität eines großen Chardonnay erreicht hätte, trotzdem schätzen wir die Rebsorte als relativ neutralen, aber saftigen und angenehm unaufdringlichen, universellen Essensbegleiter.
Wenn Weißburgunder reift, entwickelt er angenehme Teig- und Backaromen, die sich gut zu diversen Gerichten kombinieren lassen, und seine weiche Säure macht ihn interessant für Menschen mit empfindlichem Magen, vorausgesetzt er wurde knochentrocken ausgebaut.
Weinbaulich ist Weißburgunder eine schwierige Rebsorte. Seine dünnschaligen Trauben sind empfindlich. Sie reagieren im Weinberg sensibel auf Klimaschwankungen und müssen vorsichtig geerntet und gekeltert werden. Weißburgunder sollte auf Südhanglagen gepflanzt werden und auf fruchtbaren, warmen und vor allem kalkhaltigen Böden stehen, um seine positiven Eigenschaften ausspielen zu können. Dann kann er sehr attraktiv ausfallen, ohne durch zu intensiven Charakter aufdringlich oder fordernd zu wirken. Ein anspruchsvoll strukturierter Weißwein, den man ohne groß nachzudenken gerne trinkt.
![]() | Deutschland - Pfalz |
![]() | Weißburgunder |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. DPW10012 | |
| Inhalt 0.75l |


















