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Weißburgunder 'K&U-Sonderedition' QbA trocken
Die K&U-Sonderedition aus dem Hause Christmann. Als wir im Januar unsere Probe des neuen Jahrgangs bei Steffen Christmann absolvierten, staunten wir nicht schlecht über seinen Mut, auch als Präsident des VDP keinen seiner Weine bis dahin entsäuert zu haben. Aus der Sicht des Winzers stellt sich ein Jahrgang wie 2010 anders dar als aus der Sicht des Verkosters. Der Winzer weiß, welche Traubenqualität er mit welchen chemischen Werten eingebracht hat. Er kann der Chemie seiner Trauben vertrauen, die durch den biodynamischen Anbau eine Balance erfahren, die konventionell angebaute Trauben nicht erreichen. Vielleicht präsentiert Steffen Christmann deshalb eine 2010er Kollektion, die zu den überzeugendsten des Jahrgangs zählt.
Unsere Probe im Keller von Steffen Christmann im Januar führte uns zu einem Weißburgunder, der im 500l-Holzfaß auf der Vollhefe lag und uns besonders gut gefiel. Er war anders als die anderen und sprach uns spontan an. Steffen Christmann sagte uns nicht minder spontan zu, den Wein als K&U-Sonderedition zu füllen. Er ließ ihn bis Ende Juni auf der Hefe reifen und füllte ihn erst dann für uns ab.
Ein Weißburgunder besonderer stilistischer Brillanz. 2010 scheint den Burgundersorten besonders zu behagen in der Pfalz. Vielleicht, weil sie in diesem Jahr nicht ausgereift, sondern 'nur reif' gelesen wurden? So präzise, rassig und in sortentypischer Komplexität bekommt man Weißburgunder jedenfalls nur selten ins Glas. Unsere Sonderedition verströmt (noch) nicht den nussigen Teil des Aromenspektrums der Rebsorte, sondern wirkt salzig frisch und rassig trocken am Gaumen, mit fülliger Pfälzer Art, die in diesem Jahrgang aber analytisch wirkt, also nicht breit sondern stoffig. Präzise auf der Zunge; die Säure zieht den Wein buchstäblich an den Gaumen, um dort in cremiger Länge auszuklingen. Sie wirkt perfekt gepuffert von der physischen Substanz niedriger Erträge und des langen Hefelagers. Trotz bekömmlich verhaltenen Alkohols von 12,5 Vol. % packt der Wein stoffig und kraftvoll zu. So macht Weißburgunder richtig Spaß! Cooles Mundgefühl, das auch Riesling-Fans begeistern wird, erfrischend wie selten und ein grandioser Essensbegleiter, der Lust macht zu kochen ... und zu trinken. Bravo!
Weingut A. Christmann
Steffen Christmann, Ex-Jurist und dynamisch aktiver Präsident des Verbandes deutscher Prädikatsweingüter, geht mit seinem traditionsreichen Weingut in der Gemeinde Neustadt-Gimmeldingen, das er in siebter Familien-Generation führt, mutig neue Wege. Steffen Christmann steht für Riesling. Auf rund zwei Drittel seiner Rebfläche hat er ihn stehen. Seine berühmteste Lage Idig bringt eines der großen Pfälzer Weinmonumente hervor. Doch auch Spätburgunder, Weiß- und Grauburgunder, sowie ein wenig Gewürztraminer, St. Laurent und Cabernet Sauvignon hat er im Anbau.
Visionär stellte Familie Christmann vor ein paar Jahren auf ökologischen Weinbau um, seit 2004 widmet sich Steffen Christmann der biodynamische Wirtschaftsweise. Ein wichtiges Signal für den deutschen Spitzenweinbau, den er damit auf eine Zukunft mit und nicht mehr gegen die Natur vorbereitet. Nach der erfolgten Umstellung präsentieren sich seine Weine anders als vorher, konturierter und spürbar profilierter, präziser und klarer unterscheidbar im Herkunftscharakter, sie riechen und schmecken intensiver und wiederlegen die Argumente ihrer Kritker mit Fakten. Die innere Dichte der Weine, ihre physisch fühlbare Substanz, manifestiert sich jetzt in ungewohnt präziser Mineralität, die sich rund um die Zunge aus der Weinstruktur herauszuschälen scheint. Faszinierende Frische läßt die Weine förmlich aus dem Glas strahlen, kompromißlos trocken, extrem reintönig und von begeisternder Definition.
Steffen Christmanns Weine sind bemerkenswert konzentriert, aber zugleich ungemein trinkfreudig. Sie beweisen, daß die Pfalz prägnanten Terroircharakter entwickelt hat. Ihn verdeutlicht Steffen Christmann in vier Gruppen von Weinen: Seinen Gutsweinen, den Ortsweinen, den klassifizierten Lagenweinen, die ihre spezifische Herkunft auf dem Etikett ausweisen, und über all dem stehen seine großen Gewächse.
Steffen Christmanns Handschrift ist schnell erklärt: Reinheit für mehr Komplexität der Herkunft. Die erzielt er durch spontane Gärung und teilweisen Ausbau in Holzfässern, der das besondere Mundgefühl seiner Weine definiert. Sie stehen damit für den Paradigmenwechsel, der derzeit im deutschen Weinbau stattfindet, hin zu nachhaltiger Komplexität, zu mehr Individualität durch Rückbesinnung auf altes Erfahrungswissen, wider simple Technikrezepte mit noch simplerer Frucht. Für Steffen Christmann ist der biologische bzw. biodynamische Weinbau notwendige Vorausetzung für mehr Individualität, mehr Charakter und mehr Herkunft in eigenwillig eigenständigen Weinen, die souverän zur Spitze Deutschlands zählen.
Die Rebe
Weißburgunder
Weißburgunder ist eine weiße Rebsorte, die je nach Herkunft auch Pinot Blanc, Pinot Bianco oder Klevner genannt wird. Sie ist sehr alt, wurde schon im 14. Jahrhundert erwähnt und stammt von einer Mutation des Grauburgunders, also der Burgunderfamilie, ab.
Obwohl wir finden, daß die drei Sorten Pinot Blanc, Chardonnay und Auxerrois sehr unterschiedlich riechen und schmecken, behaupten Ampelographen, daß der Unterschied zwischen den drei nur durch geschulte Ampelographen und molekularbiologische Verfahren festgestellt werden kann.
Weißburgunder, wie wir ihn definieren würden, schmeckt körperreich und cremig, besitzt relativ milde Säure, die umso niedriger wirkt, je wärmer die Reben stehen und je später die Trauben gelesen werden, und duftet, je nach Herkunft und Machart, mehr oder weniger intensiv nach frischen und gerösteten Haselnüssen und frischem Teig. Wir kennen keinen Weißburgunder, der jemals die Säure und druckvolle Intensität eines großen Chardonnay erreicht hätte, trotzdem schätzen wir die Rebsorte als relativ neutralen, aber saftigen und angenehm unaufdringlichen, universellen Essensbegleiter.
Wenn Weißburgunder reift, entwickelt er angenehme Teig- und Backaromen, die sich gut zu diversen Gerichten kombinieren lassen, und seine weiche Säure macht ihn interessant für Menschen mit empfindlichem Magen, vorausgesetzt er wurde knochentrocken ausgebaut.
Weinbaulich ist Weißburgunder eine schwierige Rebsorte. Seine dünnschaligen Trauben sind empfindlich. Sie reagieren im Weinberg sensibel auf Klimaschwankungen und müssen vorsichtig geerntet und gekeltert werden. Weißburgunder sollte auf Südhanglagen gepflanzt werden und auf fruchtbaren, warmen und vor allem kalkhaltigen Böden stehen, um seine positiven Eigenschaften ausspielen zu können. Dann kann er sehr attraktiv ausfallen, ohne durch zu intensiven Charakter aufdringlich oder fordernd zu wirken. Ein anspruchsvoll strukturierter Weißwein, den man ohne groß nachzudenken gerne trinkt.
![]() | Deutschland - Pfalz |
![]() | Weißburgunder |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. DPW10333 | |
| Inhalt 0.75l |



















