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Grauburgunder 'Katzebosch' QbA 
2009

Grauburgunder 'Katzebosch' QbA

Sven Leiners Grauburgunder Spätlese ‚Katzebosch’ steht für knallhart ehrliche Kompromißlosigkeit. Bei Sven Leiner ist Wein authentisch, natürlich, ehrlich. Jeder Jahrgang fällt anders aus, jede Lage hat ihren Charakter, jeder Wein sein präzises Profil.

Knochentrocken und durch die niedrigen Erträge dicht und kompakt in Struktur und Mundgefühl wirkt sein ‚Katzebosch’ 2009 markant im Profil des rauchigen ‚grauen’ Buketts; kraftvoll mineralisch tritt er im Mund an, trocken und stoffig mit der Dichte der Maischestandzeit.

Die Lage ‚Katzebosch’ gehört zu den wärmsten in Ilbesheim. Dort stehen seine teilweise über dreißig Jahre alten Reben, die für Körper und innere Dichte sorgen. Die spontane Vergärung im Edelstahl nach kurzer Mazeration auf der Schale verleiht dem Wein Komplexität. Markant mineralisch macht er die lehmigen, mit Kalk durchsetzten Lößböden schmeckbar; präzise herausgearbeitete Säureadern durchziehen sein dichtes Mundgefühl, das für einen Grauburgunder straff wirkt. Sie lassen das geschliffene Präzisionsteil erfrischend ‚anders’ schmecken, rassiger, präziser, klarer, kompromißlos. Das ist Sven Leiners Stilistik. Zeitgemäß gegen den Strich gebürstet. Das Gegenteil von modisch und Mainstream. Pure Natur, glaubhaft ideologiefrei. Nur wenige Betriebe in Deutschland betreiben Biodynamik so glaubhaft und profund wie dieser junge Winzer aus der Pfalz, der sich mit jedem Jahrgang mehr Respekt erarbeitet.

Sven Leiner

Der junge Sven Leiner aus Ilbesheim in der Südpfalz gehört zu den angenehmen Hoffnungsträgern der Winzerzunft in der Pfalz. Er hat kein marktschreierisches Marketing nötig wie so manch anderer Kollege aus seiner Generation. Er steht für eine kompetente, gut ausgebildete und deshalb selbstbewußt auftretende, junge Winzergeneration, der es nach den historischen Fehlern der siebziger bis neunziger Jahre um Qualität im besten Sinne der Nachhaltigkeit in der täglichen Arbeit geht.

 Nach dem Studium in Geisenheim kehrte Sven Leiner in den elterlichen Betrieb zurück. Schnell setzte er dort Duftmarken, die er heute so konsequent wie wenige weiterverfolgt. Die Umstellung auf biologischen Weinbau absolvierte er so konsequent wie erfolgreich und anschließend beschäftigte er sich mit Begeisterung, Engagement und Kompetenz mit der logischen Weiterentwicklung des biologischen Anbaus, der Biodynamik. Seit dem Jahrgang 2011 ist er Demeter®-zertifiziert.

Das war kein einfacher Weg für einen ehrgeizigen Jungwinzer, der in einen typischen Pfälzer Kleinbetrieb zurückkehrt. Doch Sven Leiner ging den Wandel sensibel und zielstrebig zugleich an. Behutsam veränderte er die Stilistik der elterlichen Weiß- und Rotweine und suchte dabei nach neuen Interpretationen bekannten Materials. Familie Leiner verfügt nicht über Spitzenlagen. Die Lagen in und um Ilbesheim sind geprägt von Kalk und Lehm. Konsequent entwickelte Sven Leiner aus den Weinbergen der Familie am kleinen Kalmit, dem Hausberg der Region, ein Portfolio entwaffnend ehrlicher Weine, deren karge Muschelkalkböden vibrierende Mineralität in einer faszinierenden Mischung aus Frische und aromatisch würzigen Gesteinsnoten präsentieren.

In den Weinen seiner Serie ‚Handwerk’ vereint er Rebsortencharakter mit strahlender Frische und kompakter Struktur. Sie werden im Edelstahltank vergoren, sind knochentrocken ausgebaut und wagen einen Herkunftscharakter, der unmißverständlich ‚Pfalz’ assoziiert. Die dem Weinberg abgerungene Traubenqualität setzt der Jungwinzer auf simple, aber riskante Weise in Weinqualität um, wobei er sich im Keller keinerlei Ideologie oder Weinbereitung nach Rezept hingibt, ihm geht es ausschließlich um sich an der Qualität des Lesegutes orientierenden, maximal schonenden Ausbau für optimale Bekömmlichkeit. Seine großen Lagenweine ‚Hadorne’, ‚Katzebosch’‚ Setzer’ oder des ‚Ilbesheimer Kalmit’ vergärt er spontan und langsam ohne Temperatursteuerung im Holzfaß; diese Weine überläßt er so weit es sinnvoll erscheint der Natur, ohne zusätzliche Schwefelung, ohne Schönung; sie läßt er so lange wie möglich auf der Vollhefe reifen.

Sven Leiner geht es nicht darum, einfach nur Bio-Wein zu produzieren. Für ihn ist die Biodynamik notwendige Voraussetzung für authentischen Herkunftscharakter, für Ausstrahlung, für Charakter und Seele im Wein, für Terroir im besten Sinne, für ursprüngliches Weinerleben. So weist der engagierte Jungwinzer einer neuen Winzer-Generation den Weg: Mehr als nur Bio, weg von Ideologien, hin zu glaubhafter, authentisch ursprünglicher Qualität, die Nachhaltigkeit praktiziert von der Traube auf die Flasche, dabei Charakter wagt und sich bewußt des üblichen ‚schnellen’ Zugangs per Primärfrucht-Populismus verweigert. Sven Leiners kompromißlos konzipierte und praktizierte Weine garantieren so lebendigen wie natürlichen Genuß im Zyklus der sehr unterschiedlich ausfallenden Jahrgänge. Man muß sich einlassen auf seine Weine, weil sie stilistisch ‚anders’ sind als andere aus seiner Region. Sven Leiner ist ein besonderes Winzertalent, dessen Wagemut und Können wir mit Engagement unterstützen.

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Die Rebe

Grauburgunder

Grauburgunder scheint eine sehr geschmeidige Rebsorte zu sein. Unsere Väter und Großväter schätzten ihn halbtrocken; mild, reif und schlabberweich genossen sie ihn als Ruländer des Sonntags Nachmittags zur Zigarre auf der Fernseh-Couch. Diesem Ruländer verdanken wir das angestaubte Image der Rebsorte. Danach sorgte er als Pinot Grigio beim In-Publikum in Kneipe, Club und Szenelokal für omnipräsente Urlaubsstimmung, die ihn ob der größer werdenden Nachfrage schließlich zum alkoholhaltigen Wirkungsgetränk verkommen ließ. Dem Pinot Grigio verdanken wir nichts! Heute feiert er als Grauburgunder den Wiedereinstand in die Oberliga der Weißweinszene mit Frische, Saft und Kraft in rauchig elegantem, rassig trockenem Neo-Design. 

Grauburgunder scheint eine recht alte Rebsorte zu sein, die im frühen Mittelalter in Burgund erstmals Erwähnung fand. Mönche brachten die Rebe im 14. Jahrhundert aus dem Burgund über die Champagne nach Deutschland und  Österreich. In einem aufgelassenen Weinberg soll sie im Jahr 1711 von einem Kaufmann aus Speyer namens Johann Seger Ruland gefunden worden sein. Er soll die Qualität der Sorte erkannt haben und für die weitere Verbreitung gesorgt haben, so die Saga, was ihm die Weinwelt mit dem Synonym Ruländer gedankt zu haben scheint. Neue Analysen zeigen, daß Grauburgunder, der nur auf knapp 3.5 % der bundesdeutschen Rebfläche steht, eine Mutation des Spätburgunders aus der Burgunderfamilie ist. In Frankreich und Australien wurde er früher als Tokay-Pinot Gris angebaut; heute, nach einer Klage ungarischer Winzer aus Tokaj, nennt er sich dort jetzt Pinot Gris, in Deutschland und Österreich gibt es ihn als Grauburgunder, in Italien heißt er noch immer Pinot Grigio und im Wallis kennt man ihn als Malvoisie. Synonyme gibt es reichlich, wie es sich für eine so alte Rebsorte geziemt.

Grauburgunder liefert säurearme, aber körper- und extraktreiche Weißweine mit seiner Lesereife entsprechendem Alkoholgehalt. Seinen Namen verdankt er der Farbe seiner Trauben, die im Stadium der Reife leicht blaurote Färbung mit einem Stich ins Graue aufweisen. Als Wein entwickelt er goldgelbe Farbe im Glas, je nach Lesezeitpunkt, Reife und Ausbau mehr oder weniger intensiv in der Gelbtönung, und er verbreitet den Duft frisch aufgeschnittener, reifer Äpfel mit einem charakteristischen Hauch herbstlicher Rauchnoten.

Nach dem reifen, müden Stil der sechziger bis achtziger Jahre und  dem zeitgemäß uniformen Primärfrucht-Touch der Neunziger Italo-Jahre macht Grauburgunder nun auf frisch und rassig, auf trinkfreudig und ernsthaft seriös mit regional geprägtem Rebsorten- und Herkunftscharakter, und sorgt so für willkommene Abwechslung im Riesling-Rausch der Jetztzeit. 

 

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Vorübergehend nicht verfügbar.
je Flasche à 0.75l / 17,07 €/L
inkl. MwSt. / zzgl. Versand
Deutschland - Pfalz
weissGrauburgunder
Langsam
6er Karton
Art-Nr. DPW09007
Inhalt 0.75l
Alkohol: 13,5 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: - 2013+
Restzucker: < 2 g/l
Anbau: Biodynamisch
Ausbau: Edelstahltank
Boden: Kalkmergel
Besonderes: Ecocert®
Dekantieren: Ja
Vergärung: Wilde Hefe
Verschlussart: Naturkork

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