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Uhlen B (Blaufüsser Lay) 1. Lage 
2008

Uhlen B (Blaufüsser Lay) 1. Lage

Statt 23.- € nur noch 18.39 € für die letzten Flaschen des großen Uhlen mit dem ‚B’.

Überzeugt in 2008 besonders. Breit und komplex würzig schmiegt er sich an den Gaumen, offenherzig und harmonisch von dichtem Mantel an Schmelz und wuchtiger Substanz umhüllt. Die reife Säure des Jahrgangs steht ihm gut, er wirkt trockener als sonst. Der Blaufüßer Lay-Schiefer spielt mit morbid ‚herbstlich’ reifer Aromatik nach Dörrobst, gelben Früchten und weicher erdiger Mineralität, die diesen Riesling so charakteristisch prägt. Ausstrahlung und Herkunft in purem Trinkvergnügen.

Also Riesling für die Seele. Trotz seines unbestrittenen Entwicklungspotentials raten wir ihn bald zu trinken, weil er sich heute ungemein attraktiv und frisch präsentiert. Leider sind nur noch wenige Kartons verfügbar.

Weingut Heymann-Löwenstein

Es gibt kein anderes Weingut in Deutschland, das über Jahrzehnte hinweg ähnlich visionär und kompromißlos allen Unkenrufen zum Trotz agierte, wie das Weingut von Connie und Reinhard Heymann-Löwenstein in Winningen an der Terrassenmosel. Mit ihrer kompromißlosen Weinbereitung, die schon vor knapp 30 Jahren auf langsamer spontaner Vergärung mittels wilder Umgebungshefen basierte und ihren Rieslingen viele Monate Zeit auf der Hefe ließ, prägten die beiden eine Stilistik, die Winzer und Weinoffizielle über viele Jahre, ja Jahrzehnte, als avantgardistisch und pure Provokation abtaten. Die beiden schwammen unbeirrt und sehr bewußt gegen den modischen Strom des Glaubens an die Machbarkeit der Technik, der noch immer das Gros der deutschen Winzerschaft beseelt; sie praktizierten eine Qualität, die sich am Geschmack, und nicht an technischen Trends, simplen Rezepten, bequemen Geschmacksmoden oder offizieller Doktrin orientierte. Sie machten viele Dinge anders, wurden angefeindet, diskriminiert, mußten eloquent begründen was sie taten. Über Jahrzehnte hinweg taten sie sich schwer, ihre Weine zu verkaufen. Heute werden die beiden avantgardistischen Wegbereiter als Vordenker und Vorbilder einer neuen Winzergeneration gefeiert, die ihre Zukunft in der Tradition einer vortechnischen, „überlieferten“, defensiven Weinbereitung mit schonenden, naturgemäßen Anbaumethoden im Weinberg sieht. Ihr Jahrgang 2007 setzt diesbezüglich Maßstäbe. Er ist für die beiden Kämpfer an der Weinfront der Höhepunkt des bisherigen Schaffens, der Fokus ihres Bemühens, die Ernte ihrer langjährigen Arbeit.
Reinhard Löwenstein macht die spektakulär schöne Kulturlandschaft der steilen, mühsam zu bearbeitenden Schieferterrassen der Terrassenmosel zum überzeugenden Qualitätsfaktor. Hier setzt er seine Vorstellung von Reife um, hier realisiert er die Konzentration und Dichte in seinen Weinen, die er im Keller, wie kein anderer in Deutschland, in Harmonie im Trunk, in Mundgefühl als wesentlichem Qualitätsfaktor, zu übersetzen versteht. Sein oxidativer Weinstil hat den modernen deutschen Riesling nachhaltig und maßgeblich geprägt, auch wenn das kaum einer seiner Kollegen wahrhaben bzw. zugeben will. Visionär und mutig riskierte Reinhard Löwenstein schon vor Jahrzehnten quälend lange Gärphasen, ganz wie früher, als Keller und Weinberg den Einflüssen der Natur noch sehr viel weiter ausgesetzt waren als heute; er vergor als einer der ersten in Deutschland auf wilden Umgebungshefen und ließ seine Moste bewußt auf der Maische stehen, um durch höhere Phenolgehalte nicht nur antioxidative Kräfte zu nutzen, sondern dem Mundgefühl mehr Substanz in chemischer und physikalischer Integration zu vermitteln. Reinhard Löwenstein ist aber weder Spinner noch ideologischer Fundamentalist. Er steht dem klassischen Bioanbau, augenzwinkernd den Bio-Papst Nicolas Joly zitierend, als „Schnee von gestern“ durchaus kritisch gegenüber, weil seiner Meinung nach die vielen ungelösten Fragen des Weinbaus nicht mit dem ökologischen Schwarz-Weiß-Denken der 70er Jahre gelöst werden können. Er schlägt eine Weiterentwicklung des Denkansatzes vor, in dem möglichst viele verschiedene kulturelle Aspekte des Weines unter dem Begriff „Terroir“ diskutiert werden müssen, von der Gesundheit von Winzer und Konsument über die Nachhaltigkeit in der Produktion, von der Expression der Singularität eines Weinbergs bis zu deren individueller Interpretation durch den Winzer. Reinhard Löwenstein ist kein Schaumschläger, er weiß wovon er spricht. So ist er in der Chemie des Weines profund beschlagen, hat sich intensiv mit Bodenkunde beschäftigt, kennt die Physiologie seiner Reben und er nutzt den wissenschaftlichen Fortschritt im Dienst seines Traditionsverständnisses, dies aber sehr reflektiert und selbstkritisch.
Connie und Reinhard Löwenstein sind intellektuelle Traditionalisten, denen der deutsche Wein viel an Reflektion und Realität verdankt; ihre Rieslinge gehören zu den beeindruckendsten Weinoriginalen Deutschlands, berstend vor Charakter, selbstbewußt wegweisend in der Stilistik, unverwechselbar geprägt von ihrer Herkunft und sehr persönlich in ihrer Handschrift: Typisch Mosel, aber auch unverwechselbar Heymann-Löwenstein.

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Die Rebe

Riesling

Über Riesling läßt sich trefflich streiten. Es gibt viele Weintrinker, die mit der Rebsorte nicht zurechtkommen. Das mögen Vorurteile sein oder andere Gründe, fest steht: Riesling wagt Charakter.

Riesling ist in Stil und Charakter extrem abhängig von der Qualität seines Standortes. Sein kräftiges, ausdrucksvolles, gelegentlich auch analytisch präzise wirkendes Aromaprofil reicht von blumig über mineralisch und stahlig bis zu fruchtig und honigwürzig oder gar ölig, je nach Herkunft, Boden, Alter und Lage oder Exposition der Reben.

Sein markantes Aroma, das im Alter Petrolnoten entwickeln kann (die man mögen muß, wir mögen sie nicht), ist direkte Funktion eines sehr spezifischen Verhältnisses von Süße zu Säure und eines ungewöhnlich hohen Anteils an Monoterpenen, stark aromatischen Geschmacks- und Aromastoffen, die im Riesling ca. 10 bis 15 mal höher enthalten sind als in anderen weißen Rebsorten. Seine Langlebigkeit und die Fähigkeit, die Charakteristika seiner Herkunft (Lage und Exposition, sowie Boden) in besonderem Maße zum Ausdruck zu bringen, ohne dabei an Rebsortencharakter einzubüßen, machen Riesling in seiner besten Form zu einer der feinsten Weißweinrebsorten der Welt. Ein ähnlich anspruchsvolles und interessantes Spektrum an Aromen und Geschmack bieten nicht viele weiße Rebsorten der Welt.

Weil das Holz der Rieslingrebe sehr hart ist, ist Riesling relativ frostbeständig und deshalb ideal für kühle Anbaugebiete angeeignet. Er sollte aber in geschützten Lagen stehen, wenn er wirklich reife Trauben liefern soll und die Erträge nicht ins bodenlose sinken sollen. Selbst relativ hohe Erträge wie 60-70 hl/ha verdaut Riesling in guten Lagen ohne große Qualitätseinbuße. Er reagiert im Reifezeitpunkt aber unmittelbar auf niedrige Erträge, die er dann mit besserer Reife zu einem früheren Zeitpunkt belohnt, in Zeiten des Klimawandels ein immer wichtigerer Punkt.

Später Austrieb und die damit verbundene späte Lese sind ein weiteres Charakteristikum der Rebsorte. In kühlen Regionen wird Riesling oft erst Mitte Oktober bis Mitte November gelesen. Es scheint, daß gerade die lange und langsame Reifeperiode mit entsprechend langer Hängezeit am Stock der Rebsorte jene Komplexität und Größe vermittelt, für die großer deutscher Riesling weltberühmt ist. Erst so entwickelt er ein Maximum an Geschmacksfülle bei niedrigem Alkohol und feiner, reifer Säure.

Die besten Rieslinge gedeihen auf besonders günstigen Lagen in kühleren Weinbauregionen. Je wärmer Riesling steht, um so schneller erreicht er den Reifezeitpunkt, entwickelt dann aber nicht sein legendär frisches Süß-Säure-Spiel mit aromatisch komplexen und reizvollen Aromastoffen. Riesling kann schnell plump und langweilig wirken.

Nicht immer also ist das vermeintlich Beste im Wein wirklich gut genug. Riesling braucht, wie Pinot Noir, mehr als nur das (nicht existente) Beste. Vielleicht wird er deshalb von so manchem Weinfreund falsch verstanden.

 

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18,39 €
Vorübergehend nicht verfügbar.
je Flasche à 0.75l / 24,52 €/L
inkl. MwSt. / zzgl. Versand
Deutschland - Mosel
weissRiesling
Langsam
6er Karton
Art-Nr. DMW08003
Inhalt 0.75l
Alkohol: 13 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: > 2015+
Restzucker: n.n.
Anbau: Naturnah
Ausbau: Tradit. Holzfaß
Boden: Schiefer
Besonderes: Steillagen-Weinbau
Dekantieren: Ja
Vergärung: Wilde Hefe
Verschlussart: Naturkork

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