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Riesling C. A. I. 
2010

Riesling C. A. I.

Ein denkwürdiges Etikett, ein merkwürdiger Name: C. A. I. - steht für Carl August Immich, den Gründer des Weingutes und Erschaffer des Batterieberges, jener mittels Beschusses durch Kanonenbatterien geschaffenen Steillage, von der auch die Trauben für diesen spritzig frischen Kabinett-Riesling stammen.

Bringt angenehm bekömmliche 10 Vol. % (bei 20 g Restzucker und 11 g/l Säure) ins Glas, schmeckt erstaunlich trocken und herzhaft frisch, und puffert die pikante Säure des Jahrgangs mit kaum wahrnehmbarem Hauch an Restzucker. Ein druckvoller, sehr präzise formulierter Riesling mit Rasse und Zitruswürze, der Freude macht am Gaumen und unvermittelt fröhlichen Trinkfluß auslöst. Ja, fröhlich kann man ihn nennen, diesen Basis-Riesling von Gernot Kollmann, der auf den ersten Schluck fast schockierend wirkt in seiner kompromißlos trocken wirkenden säurebetonten Art; es gibt Kunden, die ihn als 'Freakwein' bezeichnen, weil sie die Säure als 'sportlich' empfinden. Es gibt aber auch Kunden, die ihn köstlich finden gerade ob seiner frischen Säure. Das muß dann doch jeder selber entscheiden, wie er mit der spezifischen Chemie des Jahrgangs zurechtkommt.

Wir finden, daß man sich mit jedem Schluck mehr mit ihm anfreundet und immer neue Nuancen von Frische und Trinkfreude in ihm entdeckt, um genüßlich am eigenen Leib zu erfahren, daß es sich um einen ungemein süffigen, pikant gewürzten Riesling handelt, wie es ihn nur an der Mosel gibt. Er scheint förmlich zu verdunsten im Glas . . . . ungeheuer animierend und in seinem trockenen Charme bezaubernd über Zunge und Gaumen tänzelnd, zart, kühl, mineralisch, frisch, die pure Lebensfreude. Lust-Riesling.

Weingut Immich-Batterieberg

Renaissance eines Klassikers: Das Weingut Immich-Batterieberg

Schon vor über 25 Jahren führten wir die legendären Rieslinge des Weingutes Immich-Batterieberg aus Enkirch an der Mosel. Sie wollte damals freilich kein deutscher Weintrinker kaufen. Deutscher Wein war mega-out, galt als sauer, mager und dünn, und man belächelte als ‚Weinkenner’ den deutschen Wein in seiner Gesamtheit. Das ist lange her. Wir verloren uns damals ob mangelnder Verkaufserfolge aus den Augen und um das zunehmend herunterkommende Weingut wurde es still. Es mußte schließlich 1989 unter tragischen Umständen verkauft werden und verfiel anschließend. Zwanzig Jahre später erlebt es nun seine Renaissance. Zwei Hamburger Familien kaufen das Weingut im Jahr 2009 und engagieren Gernot Kollmann, den K&U-Kunden noch aus seiner Zeit bei Van Volxem kennen, als Verwalter und Kellermeister. Seitdem geht es steil bergauf.

Sensibel widmet sich Gernot Kollmann der Regenerierung der alten Spitzenlagen und geht die Renaissance des einstigen Spitzenbetriebes zielstrebig und mit großem Respekt vor dessen Geschichte an. Das Weingut verfügt derzeit über 5 Hektar in vier erstklassigen Lagen, die in der ‚preussischen Lagenklassifizierung von 1868’, die auf Napoleons ‚Classification des Vins’ beruhte, in der höchsten Klasse eingestuft wurden: Steffensberg, Ellergrub, Grub Zeppwingert und Batterieberg. Ausschließlich Riesling in traditioneller Einzelstockerziehung, 90 % davon wurzelecht. Ein enormes Potential, das Gernot Kollmann über die kommenden Jahre mit zunehmender Erfahrung mit Weinberg und Reben maximal nutzen möchte. Die Böden der verschiedenen Lagen weisen alle möglichen Schieferformationen auf, von grau bis rot, im Batterieberg bilden Quarziteinlagerungen den entscheidenden geschmacklichen Einfluß und den feinsten Schiefer findet man in der steilsten Lage, dem Ellergrub. Gernot Kollmanns besonnene Annäherung an Reben, Böden, Weinberg und Natur gefällt uns: Erst mal zuhören, dann agieren. Die Umstellung auf ökologischen Weinbau ist für ihn logische Konsequenz. Die Zeit wird zeigen, ob er auf den teilweise extremen Steillagen tatsächlich praktizierbar ist.

Gernot Kollmann hält nichts vom ‚modernen Hochleistungsweinbau’ mit grüner Lese und Kappen der Traubenspitzen für zusätzliche Konzentration, er glaubt an die natürliche Balance der Reben mit ihrer Umgebung und praktiziert die Ertragsreduzierung wie die Altvorderen ausschließlich über den Anschnitt im Winter. Auch beim Ausbau setzt er, nicht minder logische Konsequenz, auf die spontane Vergärung mittels wilder Hefen, statt auf nivellierende Reinzuchthefen. Über maximal schonenden Ausbau im Keller sucht er den unmißverständlichen Herkunftscharakter seiner Weine herauszukitzeln. Im Keller konnte er die alten Fuderfässer nicht mehr benutzen, weil sie durch die lange Nichtbenutzung kaputtgegangen waren, so mußte er auf Edelstahl und gebrauchte Barriques zurückgreifen. Durch langen Ausbau auf der Hefe und die weitgehende Nichtmanipulation während der gesamten Weinbereitung erzielt Gernot Kollmann eine natürliche Reduktion in seinen Weinen, die sie nicht nur sehr lange reifen und entwickeln lassen wird, sondern auch im Glas zunächst ‚reduktiv’ erscheint, weshalb seine Weine alle ausreichend dekantiert werden sollten, zumindest in ihrer Jugend. Sie sind ‚langsam’ und brauchen in jeder Hinsicht Zeit.

2009 ist der erste Jahrgang von Gernot Kollmann. Er hat das schon damals ungewöhnlich originelle Etikett des Weingutes mit leichter Hand gekonnt graphisch aufgefrischt und doch im Charakter belassen. Sichtbarer Respekt vor der Geschichte des Weingutes, das 911 erstmals urkundlich erwähnt wurde und sich von 1425 bis 1989 durchgängig im Besitz der Familie Immich befand. So, wie es heute besteht, wurde es im 19. Jahrhundert von Carl August Immich angelegt, dem es auch den ungewöhnlichen Beinamen ‚Batterieberg’ verdankt, weil er den Weinberg mittels zahlreicher Sprengungen (‚Sprengbatterien’) in Hangneigung und Sonnenausrichtung ummodellierte, für damalige Zeiten ein revolutionäres Unterfangen. Hier knüpft Gernot Kollmann heute an. Er beweist mit seinem ersten Jahrgang, welchen Schatz es hier zu heben gilt. Die vielleicht spannendste und vielversprechendste Entdeckung an der Mosel der letzten Jahre. Der Renaissance dieses Mosel-Juwels steht nichts im Wege.

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Die Rebe

Riesling

Über Riesling läßt sich trefflich streiten. Es gibt viele Weintrinker, die mit der Rebsorte nicht zurechtkommen. Das mögen Vorurteile sein oder andere Gründe, fest steht: Riesling wagt Charakter.

Riesling ist in Stil und Charakter extrem abhängig von der Qualität seines Standortes. Sein kräftiges, ausdrucksvolles, gelegentlich auch analytisch präzise wirkendes Aromaprofil reicht von blumig über mineralisch und stahlig bis zu fruchtig und honigwürzig oder gar ölig, je nach Herkunft, Boden, Alter und Lage oder Exposition der Reben.

Sein markantes Aroma, das im Alter Petrolnoten entwickeln kann (die man mögen muß, wir mögen sie nicht), ist direkte Funktion eines sehr spezifischen Verhältnisses von Süße zu Säure und eines ungewöhnlich hohen Anteils an Monoterpenen, stark aromatischen Geschmacks- und Aromastoffen, die im Riesling ca. 10 bis 15 mal höher enthalten sind als in anderen weißen Rebsorten. Seine Langlebigkeit und die Fähigkeit, die Charakteristika seiner Herkunft (Lage und Exposition, sowie Boden) in besonderem Maße zum Ausdruck zu bringen, ohne dabei an Rebsortencharakter einzubüßen, machen Riesling in seiner besten Form zu einer der feinsten Weißweinrebsorten der Welt. Ein ähnlich anspruchsvolles und interessantes Spektrum an Aromen und Geschmack bieten nicht viele weiße Rebsorten der Welt.

Weil das Holz der Rieslingrebe sehr hart ist, ist Riesling relativ frostbeständig und deshalb ideal für kühle Anbaugebiete angeeignet. Er sollte aber in geschützten Lagen stehen, wenn er wirklich reife Trauben liefern soll und die Erträge nicht ins bodenlose sinken sollen. Selbst relativ hohe Erträge wie 60-70 hl/ha verdaut Riesling in guten Lagen ohne große Qualitätseinbuße. Er reagiert im Reifezeitpunkt aber unmittelbar auf niedrige Erträge, die er dann mit besserer Reife zu einem früheren Zeitpunkt belohnt, in Zeiten des Klimawandels ein immer wichtigerer Punkt.

Später Austrieb und die damit verbundene späte Lese sind ein weiteres Charakteristikum der Rebsorte. In kühlen Regionen wird Riesling oft erst Mitte Oktober bis Mitte November gelesen. Es scheint, daß gerade die lange und langsame Reifeperiode mit entsprechend langer Hängezeit am Stock der Rebsorte jene Komplexität und Größe vermittelt, für die großer deutscher Riesling weltberühmt ist. Erst so entwickelt er ein Maximum an Geschmacksfülle bei niedrigem Alkohol und feiner, reifer Säure.

Die besten Rieslinge gedeihen auf besonders günstigen Lagen in kühleren Weinbauregionen. Je wärmer Riesling steht, um so schneller erreicht er den Reifezeitpunkt, entwickelt dann aber nicht sein legendär frisches Süß-Säure-Spiel mit aromatisch komplexen und reizvollen Aromastoffen. Riesling kann schnell plump und langweilig wirken.

Nicht immer also ist das vermeintlich Beste im Wein wirklich gut genug. Riesling braucht, wie Pinot Noir, mehr als nur das (nicht existente) Beste. Vielleicht wird er deshalb von so manchem Weinfreund falsch verstanden.

 

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Deutschland - Mosel
weissRiesling
Langsam
6er Karton
Art-Nr. DMW10500
Inhalt 0.75l
Alkohol: 10 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: - 2015+
Restzucker: 20 g/l (bei 11 g Säure)
Anbau: naturnah
Ausbau: Tradit. Holzfaß
Boden: Schiefer
Besonderes: in Umstellung
Dekantieren: Ja
Vergärung: Wilde Hefe
Verschlussart: Schraubverschluß
Biogene Amine: Nein
pH-Wert: 3.1

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