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Vouvray 'Le Mont' Sec 
2011

Vouvray 'Le Mont' Sec

Die Domaine Huet in Vouvray an der mittleren Loire war für uns bislang einer der besten Weißweinbetriebe der Welt. Dort garantierte bis vor wenigen Wochen der legendäre Kellermeister und Betriebsleiter Noel Pinguet über dreißig Jahren hinweg die so herausragende wie ungewöhnliche Qualität seiner Weine in Weinberg und Keller. Nun hat er seinen Dienst quittiert, was wir sehr bedauern. Man darf gespannt sein, wie es in diesem Betrieb nun weitergeht. Vieles wurde bereits verändert. Noel Pinguet war nicht bereit, alle Veränderungen mitzutragen. So hat man ihm nun das Erbe des Betriebes, den Keller mit den alten Weinen, überlassen, die er mit einer eigenen Firma vertreibt. Die Domaine Huet bietet ab sofort nur noch den aktuellen Jahrgang an und legt keine Reserven an Jahrgängen mehr an. Das harte Business ist jetzt auch bei Huet eingezogen. Dabei hatte nach dem Verkauf der Domaine an Anthony Hwang, der den altehrwürdigen Betrieb nach dem Tod von Gaston Huet vor dem steuerlichen und damit finanziellen Ruin rettete, alles recht vielversprechend begonnen. Doch offensichtlich muß nun auch der Milliardär Hwang Geld verdienen und dem Cashflow frönen. Er hat das Sortiment schon entsprechend überarbeitet und man kann Wein nicht mehr reservieren, sondern muß kaufen, was man braucht. Anthony Hwangs Tochter will sich mit gleichem Elan und Engagement dem Betrieb widmen, wie Noel Pinguet, der mit seiner wegweisenden biodynamischen Arbeit und der Demeter-Zertifizierung historische Meriten verdient hat. Genießen Sie Noel Pinguets letzten Jahrgang.

Die Domaine Huet besteht eigentlich aus drei Domainen, die sich in Böden und Lagen maßgeblich unterscheiden. „Le Mont“ ist eine Lage mit 8 ha an Hängen direkt an der Loire. Der Boden dort ist kieseliger Lehm, der elegante, feingliedrige Weine hervorbringt. „Le Mont“ ist ein auch jung bereits mit großem Vergnügen genießbarer Chenin Blanc der Spitzenklasse, zumal in einem Jahrgang wie 2011, der sich zugänglich, reif und geschmeidig präsentiert. Sein ‚gelber’ würziger Geschmack, feinziseliert in rassiger, aber mild wirkender Säure im Rückgrat, und seine weiche, ganz auf die Zunge konzentrierte Struktur, die ein faszinierend eigenwilliges Mundgefühl prägt, das rassig und mild zugleich aromatisch an sommerliches Stroh und Heu erinnert, aber auch an herbstliche Aromen wie feuchtes Laub und Kartoffelfeuer, definiert einen natürlich durchgegorenen, großen Chenin Blanc aus ungewöhnlich zugänglichem Jahrgang. Dabei signalisiert seine gelbe Farbe Konzentration. Im morbid wirkenden, zugleich aber auch frischen Duft dominiert feine Mineralität in dezenten Rauchnoten, gelben Gewürzen, Vanille und Safran. Im Mund wirkt er überraschend nervig und knackig frisch, fast stahlig und säurebetont, zugleich aber bestechend in der Harmonie von Mundgefühl, Länge, Säure und Körper, Frische und Struktur. Ein Weißwein, der so komplex ist wie ein Rotwein. Schwer zu beschreiben und in stetiger Veränderung begriffen. Kein Weißwein verändert sich im Laufe seiner Entwicklung so wie große Chenin Blanc. Typisch dann, im Stadium beginnender Reife, die reife Birne in Duft und Geschmack. Man staunt und genießt. Präzision pur in allen Komponenten. Chenin Blanc in Perfektion.

Servieren Sie diesen weltberühmten Chenin Blanc zu Edelfisch in Saucen und zu hochwertigen, nicht zu reifen Rohmilchkäsen. Oder genießen Sie ihn pur. Da sorgt er für Gänsehaut vor Weinvergnügen, vorausgesetzt, sie kommen mit dieser charaktervoll trockenen Weinpersönlichkeit im Glas zurecht.  

 

Huet

Es gibt Weingüter, die sind einmalig, nicht kopierbar, geschweige denn, daß sie irgendwie ihresgleichen hätten. Die Domaine Huet in Vouvray ist eines dieser Weingüter. Sie nimmt im internationalen Weinzirkus eine herausragende Stellung ein. Ihre Weine sind unverkennbar und identifizierbar. Kein anderer Betrieb auf der Welt produziert derart präzise fokussierte Chenin Blancs wie Noel Pinguet, der das Weingut seit über zwanzig Jahren leitet und sich dieser Rebsorte voll und ganz verschrieben hat. Die Weine von Huet sind intellektuelle Originale, die dem typischen Schnell-Frucht-Trinker Gänsehaut verursachen. Mit ihnen im Glas merkt man erst, wie eingefahren das eigene Geschmacksspektrum ist, wie sehr man selbst geschmacklich zur Gewohnheit neigt. Es braucht solche Ausnahmebetriebe, um sich aufrütteln und neugierig machen zu lassen, den eigenen Geschmack zu relativieren. Wein muß nach unserer Philosophie reines unverfälscht natürliches Genußmittel sein. Doch diesbezüglich droht Gefahr von allen Seiten. Sogar die neu geplanten EU-Öko-Richtlinien verunsichern ob ihrer offensichtlichen Industriehörigkeit. Der Verbraucher ist verunsichert. Wem kann man noch trauen, wenn schon Öko-Siegel keine Sicherheit mehr garantieren? Huet ist sicher. Huet ist Demeter®-zertifiziert. Das ist zwar geschmacklich leider auch keine Garantie, aber wer Anthony Hwang, den neuen Besitzer von Huet, und Noel Pinguet kennt, der weiß, daß Huet einer der seriösesten Biobetriebe der Welt ist. Kompromißlosen Winzern wie Noel Pinguet verdanken wir unbequeme Weine grandioser Weltklasse-Qualität, die wichtige Mahner in der geschmacklichen Gleichmacher-Weinwüste sind. Wie unter einem Vergrößerungsglas spiegeln Noel Pinguets schonungslos ehrliche Weine Jahrgang und Herkunft wieder. Mineralisch komplex und intellektuell verwoben im gar nicht simplen Bukett, brauchen seine Weine viel Zeit und Luft, um ihr glasklares, analytisch reines Blüten-, Mineralien- und Gewürzbukett zu entfalten. Alle Weine von Huet, ob trocken, halbtrocken oder edelsüß, besitzen laserstrahlartige Reinheit, fast anstrengende Präzision und Präsenz in den Aromen, und ihr vielschichtiger Geschmackseindruck braucht Erfahrung und den Willen, sich mit Qualität, deren Kriterien und Sensorik, auseinanderzusetzen. Zu schnell ist man mit Ablehnung und Unverständnis zur Hand. Huet-Weine offenbaren sich nicht auf den ersten Schluck. Terroir und Herkunft machen sie durch niedrige Erträge und handwerklich konsequente Herstellung nachvollziehbar. Mit ihnen kann man sich aus dem Reinzuchthefen-Edelstahl-Industrie-Geschmack wachrütteln. Als Korrektiv für unverfälschte Sensorik sind sie unabdinglich.
PS.: Wir haben ältere Jahrgänge bis 1919 auf Anfrage verfügbar.

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Die Rebe

Chenin Blanc

Chenin Blanc. Eine der großen Weißweinrebsorten der Welt. Doch leider scheint sie mit der deutschen Vorstellung von Weingeschmack nicht kompatibel zu sein. Weine aus Chenin Blanc sind so ziemlich das letzte, was man dem deutschen Durchschnittstrinker verkaufen kann. Dafür scheint Chenin Blanc die Inkarnation des französischen Gout national zu sein: Die Loire, von dort kommen die besten Chenins Blancs der Welt, exportiert, anders als alle andere Regionen Frankreichs, die den Großteil ihrer Weinproduktion ins Ausland verkaufen, nur rund 10 % ihrer Produktion, der Rest wird tatsächlich in Frankreich getrunken.

Chenin Blanc reagiert unmittelbar auf Bodenformation und Klima. Keine andere weiße Rebsorte reagiert mit ihrem Zuckergehalt so direkt auf Jahrgangsschwankungen, wie sie. Ihre ungewöhnlich dicke Beerenschale schimmelt schnell, weshalb sie in entsprechenden Jahrgängen perfekte Edelfäule produziert, in kleinen Jahrgängen schimmelt sie dagegen sofort ohne zu reifen (Graufäule). Ist die Säure in der Traube zu hoch, der Zuckergehalt zu niedrig, schimmelt sie. Steht die Säure in Balance mit dem Zucker, kann sie Botrytis produzieren, die zu sensationell balancierten Weinen führen kann, vorausgesetzt, man bringt die entsprechende Geduld zur aufwendigen Lese Traube für Traube, Beere für Beere, auf. Je höher der Befall an Edelfäule, um so mehr steigt der Säurespiegel mit der Reife. Man erntet also zu Beginn der Lese sehr süße Weine, die aber ein wenig plump sind; mit zunehmendem Grad des Botrytisbefalls aber steigt auch die Säure und die Balance von Süße und Säure wird auf faszinierende Weise immer harmonischer. Das ist es, was edelsüße Chenin Blancs einzigartig macht.

Doch auch der Charakter trocken ausgebauter Chenin-Blanc-Weine fällt je nach Jahrgang prägnant unterschiedlich aus. Mal dominiert straffe, fast spitz wirkende Säure, die einige Jahre Zeit braucht zur Harmonisierung; mal begeistert knochentrockene Chenin Blanc mit cremig dichter, seidiger Struktur, die perfekt fokussiert und salzig mineralisch über die Zunge geht, wie es keine andere weiße Rebsorte ähnlich stringent und eigenwillig vermag. Im Laufe ihrer Entwicklung kann trockene Chenin Blanc auch den größten Kenner verunsichern; da riecht sie mal nach nassen Wollsocken im Winter, mal wirkt sie regelrecht ‚faulig’ und muffig im Duft, um wenige Monate später aromatisch zu brillieren, daß es eine Freude ist. Im Stadium der Reife duftet hochwertige Chenin Blanc schließlich komplex nach gelben Gewürzen wie Safran, Kurkuma oder Kardamom und betört mit orientalischer Aromenpracht, die nur Könner und Kenner zu interpretieren und zu schätzen wissen. Eine so zickige wie faszinierend eigenwillige große weiße Rebsorte, die ob ihrer störrischen Eigenart leider zu wenig Beachtung findet hierzulande.

 

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Frankreich - Loire
weissChenin Blanc
Langsam
Zertifiziert Demeter
Zertifiziert Bio
12er Karton
Art-Nr. FLW11301
Inhalt 0.75l
Alkohol: 13,4 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: - 2019+
Restzucker: 5.5 g/l
Anbau: Biodynamisch
Ausbau: Holzfaß > 300 l
Boden: Lehm/Ton
Besonderes: Demeter®
Dekantieren: Ja
Vergärung: Wilde Hefe (spontan)
Verschlussart: Naturkork
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