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Syrah 'Chaveyron 1422' Vin de Table
Die rare Syrah-Spitze der engagierten Weinschwestern Saladin. 1422. Seit diesem Jahr befindet sich der Weinberg in Familienbesitz, seitdem wurde hier keine synthetische Chemie eingesetzt, weder Spritz- noch Düngemittel. Das muß Familie Saladin erst mal jemand nachmachen! Ur-Bio sozusagen.
Chaveyron, der beste Wein von der besten Lage des Weingutes. Weil der Wein reinsortig ausgebaut wird, darf er nur als Tafelwein verkauft werden, die unterste Stufe französischer Weinhierarchie. Der blanke Hohn, doch wen interessiert das schon. Ihre kühle kraftvolle Syrah-Spitze interpretiert Marie-Laurence Saladin, zuständig für den Keller, ganz in der Tradition der Nordrhône: Ein Schuß Viognier, die legendäre weiße Rebsorte der Rhône, sorgt für ätherisch wirkende Duftigkeit.
Kraftvoll und dicht kommt der Naturbursche auf die Zunge. Natur-Syrah, ohne jede Manipulation, ohne Schönung, ohne Mechanik oder moderne Weintechnik im traditionellen Beton-Cuve und anschließend im uralten Holzfaß in Form gebracht.
Man könnte ihm vorwerfen rustikal zu sein, doch das ist das falsche Wort für das richtige Gefühl in diesem Wein. ‚Urwüchsig natürlich’ beschreibt ihn besser, denn das ist sie, die saftige, kernige Syrah vom kargen Kalkplateau über St. Marcel d´Ardeche. Der Wein umspült die Zunge kühl und fest; wie ein Seidentuch wirken seine prächtigen Gerbstoffe, die am Gaumen omnipräsent in deftig würzigen Anklängen an schwarze Oliven, Veilchen und Lakritze nachklingen, auch Wacholder und Lorbeer sind ätherisch präsent und Gewürze wie Zimt, Nelke und Piment.
Dicht und kernig präsentiert sich Chaveyron 2007. Mit samtiger Faust regiert er ein so deftiges wie charismatisches Geschmacksbild. Der Wein berührt in seiner natürlichen Ausstrahlung und urwüchsigen Kraft. Es ist der einzige Wein aus dem Portfolio der sensiblen Wein-Schwestern, der Reife auf der Flasche braucht. Eine Trouvaille an Spiel und ursprünglichem Trinkvergnügen, wie sie an der Rhône nur noch selten zu entdecken ist. Persönlicher Lieblingswein. <
Domaine Saladin
Ihre Entdeckung wert: die Domaine Saladin an der Ardèche.
Eine uralte bäuerliche Familien-Domaine in weniger bekannter Appellation an der Südrhône; zwei junge, akademisch ausgebildete, in Sachen Wein weitgereiste Schwestern, die die Domaine übernehmen; zwei junge Winzerinnen, die als moderne 21. Generation einer alten Winzerfamilie wohlüberlegt an die von Vater, Großvater und Urgroßvater praktizierten Traditionen anknüpfen: bis heute wurde auf der Domaine kein Pestizid, kein synthetischer Dünger oder im Keller irgendein Hilfsmittel der „modernen“ Önologie eingesetzt.
Schon Vater Louis ging in den sechziger Jahren visionär ans Werk. Er legte auf dem aufgelassenen Hochplateau von Brissan über St. Marcel auf den klassischen Galets roulés, den großen Kieselstein des südlichen Rhônetales, Weinberge an; er nutzte das kleinparzellierte unberührte Ökosystem an den Hängen rund um St. Marcel für weitere Weinberge, stets belächelt von seinen Kollegen im Dorf, die eifrig im Tal Wein anbauten; zunächst aus Mangel an Geld, dann aus Überzeugung verzichtete er auf die Neuerungen der modernen Weinwirtschaft und bearbeitete seine Weinberge traditionell und mühsam von Hand statt mit der chemischen Keule. Und als einer der ersten begann er schon in den sechziger Jahren mit der Flaschenabfüllung unter dem Etikett der Domaine, statt wie alle anderen im Rhônetal Faßwein an den Handel zu verkaufen.
Aus Achtung und Respekt vor der Arbeit und Kenntnis früherer Generationen arbeiten Marie-Laurence, die Agraringenieurin ist, und Elisabeth, die Wirtschaftswissenschaften studierte, ganz im Sinne der familiären Tradition. Beide hatten über ihre akademische Ausbildung hinaus profunde Einblicke in die Praxis des Weinbaus bei Randall Grahm in Kalifornien, Marcel Guigal und Marcel Richaud an der Rhône, aber auch bei Michel Rolland in Argentinien oder Philippe Debrus in Chile genossen. Zurück im heimischen Keller lernten sie den familiären Erfahrungsschatz kennen und schätzen und versuchten so viel wie möglich von ihm zu profitieren, um 2005 die erste eigene Ernte einzufahren und zu vinifizieren.
Heute, in ihrem dritten Jahrgang, sind die beiden dynamischen Schwestern nicht nur die Entdeckung der Südrhône schlechthin, wo sie mit ungewöhnlich sensiblen Weinen traditionell „anderer“ Machart für Furore und Aufmerksamkeit sorgen, sie stehen auch mit beiden Beinen in beiden Welten, vereinen modernes Management und moderne „schnelle“ Kommunikation mit profunder langsamer, im besten Sinne „traditioneller“ Weinbereitung im völlig unspektakulären Keller und organischer Bewirtschaftung im Weinberg, die weit über nur „Bio“ hinausgeht. Die offizielle Zertifizierung als Biobetrieb steht an.
Ihre Hauptarbeit widmen Elisabeth und Marie-Laurence Saladin den Weinbergen, in denen aufwendige mechanische Arbeit nicht durch moderne Chemie ersetzt wird. Gelesen wird in den vielen kleinen Parzellen des 18 Hektar großen Familienbetriebes ausschließlich von Hand. Die Traubenverarbeitung geschieht so schonend wie möglich ohne Reinzuchthefe, Enzyme, Tanninzusätze oder Schönungen. Die beiden Schwestern lehnen zusätzliche Extraktion ebenso ab, wie den Einsatz der üblichen technischen Hilfsmittel für mehr Konzentration und Farbausbeute. Absolut ungewöhnlich auch die Stilistik ihrer Weine, die die beiden Schwestern binnen weniger Jahre zur Perfektion entwickelten. Sie präsentieren mutig nicht die an der Südrhône übliche "laute" Macho-Stilistik, deren einziges Konzept mächtige Konzentration und Ladungen möglichst süßer Gerbstoffe sind, sondern wagen seidige, stilistisch präzise herausgearbeitete "leise" Weine betörend aromatischer Finesse und traumhaft natürlicher Leichtigkeit und Transparenz. Die dynamischen Winzer-Schwestern lassen Tradition zu Avantgarde werden, selbstverständlich und unaufgeregt, nachhaltig und visionär.
Die Rebe
Syrah
Syrah und Shiraz. Faszinierende Vielfalt, enormes Potential, verkannte Rebsorte. Die Geschichten (und Märchen) über den Ursprung dieser inzwischen weltweit populären Rebsorte nennen Shiraz im alten Persien und Syrakus in Sizilien gleichermaßen als historischen Ursprung. Bis heute ist ungeklärt, woher die Syrah-Traube wirklich stammt. In Argentinien heißt sie ob ihres stark duftenden würzigen Buketts treffend "Balsamina", in Italien "Neretto", wo sie aber kaum jemand mit Syrah verbindet, weil sie dort mit relativ hohen Erträgen belastet wird, und selbst in Frankreich besitzt sie als "Serine" ein weiteres Synonym.
Wie kaum eine andere rote Rebsorte setzt Syrah die Qualität des Standortes in Aromafülle und Charakter um. Wenn die Erträge zu hoch werden, neigt sie zu primär reduktiven Böcksern, schmeckt verwässert, metallisch und blechern und entwickelt fast schon ordinär simple Aromen. Auch wenn sie zu reif gelesen wird verliert sie an Aroma und Säure. Syrah ist ertragreich und krankheitsresistent, aber sie verrieselt leicht und ihr Holz ist stark windbruchgefährdet, weshalb sie im südlichen Rhônetal, wo der berühmte Wind Mistral regiert, nur an besonders windgeschützten Stellen gedeiht.
Auf kurzen Rebschnitt reagiert Syrah mit niedrigen Erträgen. Nur dann entwickelt sie jene dichte, kompakte Aromatik von sehr spezieller tiefer, dunkler, würziger Komplexität, deren Spektrum in der Jugend von schwarzem Pfeffer über Pferdemist bis zu frischem Fleisch und verbranntem Gummi reicht - je nach Terroir, Boden und Exposition, vor allem aber je nach Reife. Große reife Syrah duftet nobel und balsamisch wie hochkarätiger Saint Emilion. Besonders komplex und anspruchsvoll gelingt Syrah auf Granit (Hermitage und Cote Rotie), aber auch auf Schiefer (Cornas und St. Joseph).
Anders als in der Literatur oft beschrieben, besitzt Syrah, von der es kaum Klonenselektionen gibt, keine ausgeprägt dicke Beerenschale, sondern die mittelgroßen Trauben, die kompakt und deutlich zylindrisch geformt am Stock hängen, enthalten Beeren mit unerwartet feinen Schalen, die aber außergewöhnlich widerstandsfähig sind und eine Pigmentdichte von extremer Gesamtkonzentrationen aufweisen: Bis zu 40 % liegt die Farbpigmentdichte von reifer Syrah über derjenigen der dunklen, farbstarken Carignan! Diese Tatsache prädestiniert Syrah für lange Reifezeit und forcierten Faßausbau. Deshalb bietet Syrah ungewöhnlich sichere Entwicklung und Haltbarkeit. Deshalb ist das stilistische und geschmackliche Spektrum von Syrah/Shiraz je nach Extraktion, Mazeration, Herkunft, Ertrag und Ausbau so vielfältig. Deshalb besitzt Syrah eine so faszinierend hochwertige Qualitäts-, Geschmacks- und Stilbandbreite, die sie zu einer der besten roten Rebsorten überhaupt macht, deren qualitatives Potential aber chronisch ignoriert wird.
![]() | Frankreich - Südrhône |
![]() | Syrah |
![]() | Langsam |
![]() | 12er Karton |
| Art-Nr. FRH07037 | |
| Inhalt 0.75l |


















