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Ventoux 'Vieilles Vignes' Clos de Trias
Clos de Trias
Even Bakke, der baumlange junge Besitzer dieses aufstrebenden Betriebes am Mont Ventoux, dem Hausberg der südlichen Rhône, ist Norweger. Insofern war ihm der Wein nicht in die Wiege gelegt. Der trat erst in sein Leben, als er, um sein Studium zu finanzieren, als Aushilfskellner zu jobben begann. Schnell packte ihn der Weinvirus und er brachte es bis zum Sommelier im Gourmet-Restaurant, das Studium hatte er längst an den Nagel gehängt. Dann zog er nach Kalifornien und nahm den erstbesten Job im Weinbusiness an, der ihm angeboten wurde: Arbeiter an der Abfüllanlage. 14 Jahre später, in denen er es bis zum erfolgreichen Winemaker für Spitzenbetriebe wie 'Landmark' und 'Matanzas Creek' im Napa Valley brachte, wuchs der Wunsch nach dem eigenen Weingut in Europa. Er heiratete eine Französin aus der Champagne, die beiden bekamen Kinder, zogen 2005 zurück nach Europa und kauften sich dort nach zweijähriger intensiver Suche ein heruntergekommenes Weingut am Mont Ventoux. ‚Clos de Trias’ war geboren.
Der Anfang war schwer. Das Weingut mußte von Grund auf renoviert werden, zur Ernte 2007 waren die beiden fix und fertig. ‚Clos de Trias’ sind 25 Hektar bester Lagen am Mont Ventoux, über 50 Jahre unambitioniert von Genossenschaftswinzern bewirtschaftet, heute von Even Bakke biodynamisch aufwendig regeneriert, er steht kurz vor der Anerkennung durch Demeter®. Seine teilweise sehr alten Reben stehen auf klassischem Trias-Kalk und Grenache dominiert als Rebsorte, von ein wenig Syrah, Carignan und Cinsault ergänzt. Im Keller hat der lange Norweger keine Geheimnisse. Er vergärt seine Moste spontan, verwendet minimal Schwefel, setzt auf kleine Gärgebinde, um ohne Temperaturkontrolle auszukommen, und belüftet seine Moste wie schon in Kalifornien regelmäßig, um möglichst geschmeidige Gerbstoffstruktur zu erhalten. Seine Weine reifen in 600 bis 700 Liter großen Holzfässern und in Beton- und Edelstahltanks.
Den Weinen von ‚Clos de Trias’ merkt man Even Bakkes internationalen Hintergrund an. Ihm geht es natürlich um Terroir, um Herkunft, doch sucht er auch den Schmelz, die Fülle feinster Tanninqualität. Sie extrahiert er maximal schonend aus gesunden Trauben, die ausschließlich von Hand gelesen werden. Im Keller setzt er auf Intuition und Erfahrung statt auf Technik. Seine Weine sind reintönig, lebendig und beweisen hochwertigen Schmelz in den Gerbstoffen; sie verströmen Charme, haben aber auch Rückgrat, sie schmecken intensiv und reif und verwöhnen mit der untrüglichen Frische bester Lagen am Fuße des Mont Ventoux. Ein junger Betrieb mit vielversprechender Zukunft.
Die Rebe
Grenache
Grenache, nach Airen die zweitmeistangebaute Rebsorte der Welt, steht als Garnacha Tinta in Spanien auf über 100.000 ha, sie ist dort die meistangebaute Rotweintraubensorte. In Frankreich bedeckt sie mit über 90.000 ha immerhin noch den Großteil des nationalen Rebterrains, und auf Sardinien meinen die Sarden, mit ihrer Cannonau den historischen Ursprung der Rebsorte für sich gepachtet zu haben.
Grenache ist trotz ihrer Verbreitung weniger bekannt, weil sie meist in Verschnitten landet. Sie wird nur selten reinsortig auf Etiketten ausgewiesen. Die Rebsorte ist prädestiniert für den Anbau in trockenen, warmen und windigen Regionen. Sie entwickelt ungewöhnlich starkes Holzwachstum und zeichnet sich durch aufrechten kraftvollen Wuchs aus, was sie besonders für windige Gegenden eignet. Sie widersteht sogar dem hart blasenden Mistral des Rhônetales, wo sie in der traditionellen Gobelet-Erziehung auch extreme Widerstandsfähigkeit gegen Dürre und Hitze beweist. Sie treibt früh aus und erreicht bemerkenswert hohe Zucker- und Extraktwerte. Ihre Beerenschale ist dünn, sie entwickelt keine intensive Farbe und neigt in der Verarbeitung schnell zu Oxidation. Deshalb wird sie so oft mit dickschaligen (antioxidativ wirkenden, reduktiven) Rebsorten wie Syrah oder Mouvèdre verschnitten.
Im Mund entwickelt reinsortige Grenache ein charakteristisch süßes, cremig samtiges Mundgefühl mit deutlichen Anklängen an weißen Pfeffer, schwarze Oliven, Rosmarin und Rumtopf. Am besten gelingt die Rebsorte entlang der südlichen Rhône, wo sie in der Regel verschnitten wird, doch beweist sie hier auch überzeugender als anderswo, wozu sie bei niedrigen Erträgen und konsequentem Qualitätsanbau auch reinsortig fähig ist. Dort wird sie, wie nirgendwo sonst, penibelst gepflegt, denn sie bringt gutes Geld. Auf kargen Kieselböden und harten Windverhältnissen wird sie vor allem in und um Châteauneuf du Pape knapp angeschnitten und anschließend zu ausgereizter Reife gebracht. So entstehen dort gewaltig konzentrierte Rotweine außergewöhnlichen Reifepotentials, die sich grandios über Jahrzehnte entwickeln. Die Renaissance dieser Weine in den achtziger Jahren hat zu einer neuen Beschäftigung mit der Südrhône, vor allem aber mit der Rebsorte Grenache geführt, so daß man von ihr in Zukunft mehr hören und probieren wird, obwohl sie durch ihr starkes Holzwachstum nicht geeignet ist für die maschinelle Bearbeitung.
![]() | Frankreich - Südrhône |
![]() | Grenache |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. FRH07041 | |
| Inhalt 0.75l |


















