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Ventus tinto
Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah und Monastrell, unter Leitung von Stephan Dorst, dem deutschen Weinmacher aus der Pfalz mit internationalen Wurzeln im Weingeschäft, zu mehr Frucht als Gerbstoff extrahiert, finden durch zweijährigen Ausbau in gebrauchten Barriques zu samtigem Schmelz und mediterraner Harmonie zusammen. Der Duft von Wald- und Brombeeren und frischen Kräutern prägt den bislang besten ‚Ventus’. Das anspruchsvolle Preiswunder überzeugt im Ausnahmejahr durch saftige Tanninfülle, wirkt griffig im Mundgefühl und präsentiert sich ungemein trinkfreudig. Der Wein beweist wertvolle Substanz und gutes Potential in anspruchsvoll samtigem Mundgefühl. Ein Klassewein, der sich nicht umsonst die Herzen und Gaumen unserer Kunden eroberte.
Venta D´Aubert
Michèle Hörler und Michael Rudolf verwalten seit ein paar Jahren die rund 80 ha große Bodega "Venta d´Aubert" in der wilden kargen Landschaft des Bajo Aragon, überragt von den Gipfeln des Puertos de Beceite, nicht weit vom berühmten Priorat entfernt. Weingut und Reben liegen 580 Meter über dem Meeresspiegel und nur knapp drei Kilometer trennen die Bodega von der Terra Alta. Dann läge sie in Katalonien und der Verkauf der Weine wäre um ein Vielfaches einfacher. So liegt sie im Bajo Aragon, und das ist önologisches Niemandsland. Es gibt dort keine eigenständige Appellation. Deshalb sind alle Weine der „Venta D´Aubert“ als Landwein eingestuft, auf spanisch „Vino de la Tierra“. Das ist nettes Understatement, denn ihre Weine gehören seit langem zur Oberliga der spanischen Weinszene, finden sich auf den besten Weinkarten des Landes und im Export, der immerhin 70 % des Umsatzes ausmacht, gelten sie als arrivierte Botschafter spanischer Weinavantgarde. In dieser Ecke Spaniens ist es still geworden in den letzten 50 Jahren. Das Land ist weitgehend entvölkert. Industrie gibt es hier so wenig wie Tourismus. Die Einheimischen treiben Landwirtschaft auf niedrigem Niveau. Die Natur ist wild und unberührt, die Region wirkt arm und verlassen. Es herrschen extreme Klimaverhältnisse im Bajo Aragon. Eisig kalt sind die Winter, heiß die Sommer, und es wehen starke Winde, die Menschen und Reben gleichermaßen fordern. Ein ziemlich mutiger Ort, um Wein zu machen. Ruth Brandestini und Peter Mühlemann aus der Schweiz begannen 1987 hier zu einer Zeit Reben zu pflanzen, als Spaniens Weinwirtschaft noch im Tiefschlaf vor sich hindämmerte. Damals bestand "Venta d´Aubert" aus völlig verwahrlosten Grenache Noir-Reben, der am besten an die harten klimatischen Verhältnisse des Bajo Aragon adaptierten Rebsorte, die in Spanien „Garnacha Tinto“ heißt. Sie ergänzt in Cuvées andere Rebsorten ideal, weil sie weiche, aromatische Fülle in sanfter, präsenter Gerbstoffstruktur beisteuert. Um die schwere alkoholische Wärme der Grenache zu puffern, pflanzten die Schweizer Reb-Pioniere damals visionär, in ihrer Zeit sogar revolutionär, die "kühlen" Rebsorten Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah, die damals noch nicht als moderne Globalsorten galten. Tatsächlich erwiesen sie sich als richtig für Terroir und Klima auf „Venta d´Aubert“, denn sie gediehen auf den tonhaltigen, kargen, mit Kalkgestein im Untergrund versehenen Böden ausgezeichnet. Heute sind auf „Venta d´Aubert“ 18 ha mit Reben bepflanzt. Eine neue Bodega mit großzügigem Barriquekeller wurde gebaut und die neuen Schweizer Verwalter Michele Hörler und Michael Rudolf gehen mit profundem Engagement ans Werk. Seit 1999 werden sie vom deutschen Önologen Stefan Dorst beraten, der Alvario Palacios Nachfolge antrat und aus dem Stand für dramatische Qualitätssteigerung sorgte. Aus heutiger Sicht mag die Rebsortenzusammensetzung auf „Venta d´Aubert“ nicht sonderlich originell sein. Von Cabernets, Merlots und Syrahs wimmelt es schließlich inzwischen in Spanien. Doch kein anderer Betrieb in Spanien kann mit ähnlich raffinierter Frische in derart dichter Struktur zu derart realistischen Preisen aufwarten. Die Weine der „Venta d´Aubert“ sind in vielerlei Hinsicht avantgardistisch: Sie sind unerwartet haltbar und entwicklungsfähig; sie entwickeln sich über zehn und mehr Jahre in ungewöhnlicher Konstanz, bleiben dabei erstaunlich frisch und reif und vermitteln stets seltene Trinkfreude; sie sind hochextrahiert und dicht, zugleich aber frisch und elegant im Trunk wie nur wenige andere spanische Weine; sie werden nie von neuem Holz dominiert und ihre Alkoholgehalte bewegen sich in "normalem" Rahmen, was im alkoholverliebten Spanien die Ausnahme ist. Sind es typisch spanische Weine? Schluck für Schluck spiegeln die Weine der "Venta d´Aubert" ihre wilde, hart erkämpfte Herkunft wieder. Deshalb sind sie so authentisch wie typisch. Nur eben anders als andere.
Die Rebe
Cuvée rot
Cuvée ist ein Begriff, der immer wieder zu Irritationen Anlaß gibt. Tatsächlich ist die Bedeutung des Wortes je nach Zusammenhang unterschiedlich.
In Deutschland bezeichnet man mit Cuvée den Verschnitt, also das gemeinsame Keltern oder auch Vergären verschiedener Rebsorten in einem Gärbehälter. Aber auch der spätere Verschnitt verschiedener Weinpartien unterschiedlicher Rebsorten oder auch Lagen wird Cuvée genannt. Man cuviert einen Wein aus verschiedenen Partien im Keller. Cuvée bezeichnet hierzulande also einen Wein, der aus verschiedenen Rebsorten oder Weinbergslagen miteinander verschnitten wurde.
Die Franzosen benutzen dafür ein anderes, für sie eindeutiges Wort: Assemblage.
Wenn der Franzose von einer Cuvée spricht, meint er damit jeden separat abgefüllten Wein, jede einzelne Partie im Keller eines Weingutes. Das Wort Cuvée stammt aus dem französischen und bezeichnet den Inhalt eines Gärbehälters, der im französischen Cuve heißt. Im französischen kann eine Cuvée also ein Verschnitt mehrerer Rebsorten aber auch ein Wein einer einzelnen, ganz bestimmten Lage sein.
Häufig begegnet man auf Etiketten Begriffen wie Tête de Cuvée oder Cuvée Prestige; damit bezeichnen die Franzosen ihre besten Weine im Keller, ihre Spitzencuvées, ihre besten Partien, egal ob sie reinsortig sind oder verschnitten wurden. Um es kompliziert zu machen bezeichnet man in der Champagne den aus der Kelter laufenden Vorlaufmost, der die höchste Qualität liefert, ebenfalls als Cuvée, nennt dort aber zugleich verschiedene Abfüllungen Cuvée, weil die großen Markenchampagner kunstvoll aus bis zu 100 verschiedenen Einzelpartien miteinander verschnitten werden, um so das erwartete Geschmacksbild garantieren zu können.
Eine Cuvée, also das gezielte Verschneiden von Weinen, soll und kann die Qualität des fertigen Weines verbessern. In Châteauneuf du Pape z. B. verschneidet man bis zu 13 Rebsorten miteinander, wobei auch weiße Sorten im roten Châteauneuf zugelassen sind. Das macht man, um durch körperreiche, farbintensive, gerbstoffbetonte Rebsorten die oxidationsempfindlichen, leichteren, aromatisch duftigeren und eleganteren Rebsorten vor Oxidation zu schützen und eine längere positive Entwicklung gewährleisten zu können. Auf diese Weise verschneidet man z. B. ‚kühle’ Rebsorten (wie Syrah) mit ‚warmen’ (wie Grenache), empfindliche mit unempfindlichen, reduktive mit oxidativen etc. etc.
Das geschieht stets nach peniblen Vorverkostungen in mehr oder weniger aufwendigen Probenreihen. Tatsächlich kann eine gekonnt zusammengestellte Cuvée besser schmecken als die einzelne Rebsorte für sich, weil sich Frucht, Gerbstoffgehalt und Alkohol zum harmonischen Ganzen vereinen. Praktisch jeder Bordeaux, viele Chiantis, nahezu jeder Rotwein aus der Rioja oder dem portugiesischen Dourotal, dem Veneto, der Provence, dem Languedoc oder dem südlichen Rhônetal besteht aus zwei bis fünf, manchmal auch mehr Rebsorten, die auf dem Etikett nicht ausgewiesen werden.
Das deklarieren auch wir als Cuvée, egal ob weiß oder rot, geben dann aber immer die wesentlichen Rebsorten an. Alles klar?
![]() | Spanien - Bajo Aragon |
![]() | Cuvée rot |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. SRR08202 | |
| Inhalt 0.75l |


















