In der »Feinschmecker«-Dezember-Ausgabe: Drei Weine von K&U als besondere Empfehlung!
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K&U - Die Weinhalle

Weinerfahrung pur

Vom Hobby zur Berufung

1982 wird K&U von vier Weinenthusiasten gegründet. Deren Hauptanliegen ist die Eigenversorgung mit Weinen jenseits billiger italienischer Bastflaschen und der schon damals relativ teuren, aber meist wenig inspirierenden Renommiertropfen aus Bordeaux. Nach den in den Jahren noch schäbig süssen oder mager säuerlichen Tropfen deutscher Produktion kräht kein Hahn.

Die Weinwelt ist in diesen Jahren überschaubar. Wenige Anbaugebiete dominieren den Markt. Unsere Neugier ist groß. Schon in den frühen achtziger Jahren führen unzählige Reisen das K (Martin Kössler) & das U (Dunja Ulbricht) in bekannte und unbekannte Weinbaugebiete rund um den Globus. Es entwickeln sich intensive Beziehungen zu den innovativen Winzern der Zeit, scheuen der Ingenieur und die Journalistin doch weder kilometerlange Schotterpisten zu abgelegenen Weingütern, noch unzählige Anrufe und Schreiben zur Kontaktaufnahme mit deren damals oft noch menschen- und medienscheuen Besitzern.

Von Beginn an gegen die Regeln des Marktes 

So kommt es, daß K&U in den frühen 80ern als eine der ersten Firmen in Deutschland in großem Stil italienischen Qualitätswein importiert und diesen, ein weiteres Novum, direkt vom Winzer zum Kunden im Versandhandel anbietet. Der Erfolg gibt K&U recht und kurz darauf stürzen sich die beiden mit ihren Chianti-Produzenten ins Abenteuer barriqueausgebauter Vini da Tavola, um das Potential der Sangiovese-Traube auszuloten. Sie engagieren sich weit vor dem Markt im Piemont, im Friaul und in Südtirol, organisieren lange vor Slow-Food eine internationale Konferenz handwerklich arbeitender Winzer im Trentino unter dem Motto »Qualität ohne Grenzen«, und ziehen schon damals gegen die gerade beginnende technische Standardisierung der Weinwelt zu Felde. Es ist dann der beginnende Hype um den italienischen Wein, der Größenwahn seiner Winzer und die damit verbundene Preisentwicklung, die K&U Frankreich und seinen Winzern in die Arme treibt. 

Dort bestehen wir z. B. in Bordeaux auf Einlass in die Keller kleinster Häuser und wir beginnen die Weine später gefeierter »Garagenweingüter« wie Le Pin in Pomerol, L´Angelus oder Tertre Roteboeuf in St.Emilion direkt ab Château, also ohne Zwischenhandel, zu kaufen. Zu der Zeit interessiert sich hierzulande kein Mensch für diese Weine, alle Welt blickt auf das Médoc, nicht aber auf das rechte Ufer. Mitte der achtziger Jahre lernen wir in Bordeaux Robert Parker kennen und beginnen, vorher (mit ihm) auf den Châteaus probierten Bordeaux »en Primeur« anzubieten, ein Novum auf dem Markt. Mitte der achtziger Jahren findet dann der deutsche Wein Eingang in unser Sortiment, ein ganzes Jahrzehnt, bevor hierzulande jemand vom Riesling-Wunder zu sprechen wagt. In den darauf folgenden Dekaden der den Geschmack normierenden, pseudoobjektiven Punkteeuphorie fordern wir individuelle Ausdruckskraft im Wein und auf die Banalisierung des Bio-Gedankens im Weinbau durch die EU antworten wir mit »ManuVin®«, einer kompromißlosen Qualitätsdeklaration, die wir uns patentieren lassen und mit der wir gerade erst auf dem Markt Fuß zu fassen beginnen.

K&U agiert antizyklisch und schert sich nicht um Trends, Moden oder Markt. K&U geht seinen eigenen Weg. Dank unserer zahlreichen, überdurchschnittlich treuen Kunden überleben wir sogar den Genuss und Lebensfreude auf’s rein Monetäre reduzierenden »Geiz-ist-geil«–Aberwitz, ohne uns billig angebiedert zu haben. Heute setzen wir der Anonymisierung des deutschen Weinhandels durch hochkapitalisierte, aber unpersönliche Internet-Anbieter und der Abwanderung renommierter deutscher Winzer in die Selbstbedienungsregale des bundesdeutschen Lebensmitteleinzelhandels und des ach so originellen Internetweinhandels ein radikal anderes Konzept des Handels mit Wein entgegen: »Wein radikal anders«. Statt marktgerechter Konformität geht es uns damit um mutig individuelles Trinkvergnügen jenseits des Stromes.

Leidenschaft für Vielfalt

Nach über 30 Jahren Leben für und mit Wein sind wir uns unserer technischen Kompetenz und geschmacklichen Kriterien sicher. Unser Programm spiegelt programmatisch souverän und konzeptionell kompromißlos begrenzt im Angebot die faszinierende Vielfalt handwerklichen Weines jenseits regionaler, ideologischer und stilistischer Grenzen wider. Unsere Winzer leben wie wir ihre Leidenschaft. Ob knorriger Kauz oder Feingeist, ob draufgängerisch oder schüchtern, ob ewiger Zweifler oder selbstbewusster Macher, ob Anfänger oder arrivierter Star, sie alle eint Neugier und Offenheit. Auf Augenhöhe sprechen sie mit uns über Siege und Niederlagen in Weinberg und Keller, ungeschönt, ungeschminkt und ehrlich. Ohne Business-Fassade oder Möchte-gern-Schein. Die meisten sind seit vielen Jahren dabei, manche begleiten uns seit Jahrzehnten. Ihre Verbundenheit zeigen sie uns alljährlich durch ihre Präsenz auf unserer K&U-Hausmesse, wo der Platz für all die, die gerne kommen möchten, allmählich knapp wird.

Dynamik in der Nische

Für Kontinuität in der Dynamik, die K&U seit seiner Gründung antreibt, sorgt neben Martin Kössler und Dunja Ulbricht ein passioniertes Team langjähriger Mitarbeiter, das in der kreativen Mischung aus Kompetenz, Engagement und Leidenschaft »Wein radikal anders« im täglichen Geschäft umsetzt und weiterentwickelt. 

»Radikal«? Der Wandel im Handel ist radikal! Seit sich die großen Handelsketten mit seriösem Wein beschäftigen, drängt es immer mehr Winzer, die in den letzten Jahren zu Geld und Ansehen kamen, in deren Selbstbedienungsregale. Dem Druck der Nachfrage können sie kaum widerstehen, weil sie für ihre Verhältnisse vielfach zu groß geworden sind und ihre Produktion nicht mehr so schnell umschlagen, wie es der finanzielle Druck verlangt. Statt im Weinberg zu stehen, sind sie ständig auf Achse, um Wein zu verkaufen. Schreibtischwinzer. Ihr Verhältnis zu uns hat sich radikal verändert. Deshalb ist die Qualität ihrer Distribution für uns wichtiger geworden, als die Qualität ihrer Weine. Guten Wein von Winzern, die täglich noch selber im Weinberg stehen, gibt es mehr, als es Kunden dafür gibt. Seriöse Distribution, die uns Händler unterstützt, weil sie versteht, was wir für den Markt und dessen Zukunft leisten, ist die Ausnahme. Die Kunst so groß (oder klein) zu bleiben, daß man das eigene Profil kontinuierlich zu schärfen versteht, statt Moden und Trends hinterherlaufen zu müssen, den Betrieb im Weinberg wie im Keller bis ins Detail im Griff zu haben und den Vertrieb entspannt und organisch der Größe und Qualität der Produktion anzupassen, diese Kunst beherrschen nur wenige Winzer.

Winzer und Fachhandel am Scheideweg. Wer diesen wahrlich radikalen Wandel im Weinhandel überlebt, wird hochprofessionell aus der Krise hervorgehen. Er wird aus selbst geschaffener Nische heraus operieren, wird professioneller agieren als je zuvor, wird Markt machen und Trends beeinflussen. Winzer und Händler werden, unter anderen Vorzeichen als bisher, Partnerschaften auf Augenhöhe eingehen. Engagierte Händler werden dynamisch international kooperieren. Winzer werden Allianzen schmieden und so mancher wird seinen Betrieb wieder auf humane, beherrschbare Dimension zurückschrumpfen. Strukturwandel an allen Ecken und Enden des Marktes. Wir haben nicht umsonst beschlossen, so klein zu bleiben, wie wir sind. Klein, fein, schlagkräftig, innovativ und visionär und dabei groß genug, um international mitspielen zu können, aber klein genug, um das tun zu können, was wir wollen, ohne daß uns der Markt zu irgendetwas zwingt. Eine luxuriöse Position im Markt, die wir hegen und pflegen.

Wir stellen uns den Herausforderungen der Zukunft sehenden Auges. Wir wagen Meinung und stehen für eines der originellen und ambitionierten Weinprogramme Deutschlands. Der Stachel im Fleisch zu sein, ist uns nach all den Jahren so selbstverständlich geworden, wie die Fähigkeit, Entwicklungen und Trends nicht nur frühzeitig zu erkennen, sondern mitzugestalten. Für unser aller Vielfalt im Genuss.

® K&U 2016