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Silvaner Kabinett trocken 'Sulzfelder Cyriakusberg'
All ihre Weine vergären traditionell auf der wilden Hefe und reifen langsam und schonend im großen traditionellen Holzfaß bis in den Sommer hinein auf der Hefe. Deshalb vermittelt auch Luckerts Guts-Silvaner im Jahrgang 2010, der einer der besten sein dürfte, den Luckerts bisher auf Flasche füllten, pure Weinfreude als Inkarnation echten fränkischen Silvaners. Was einst als fränkisch trocken großen Ruf genoß, hier kann man es erleben: Stoffiges Mundgefühl, knochentrocken ausgebaut, aber weder mager noch sauer, wie man es von billigen Hochertrags-Silvanern gewohnt ist, sondern leicht im Alkohol und stoffig und fränkisch kernig im Trunk; würzig, süffig, anspruchsvoll vielschichtig und herzhaft trinkfreudig. Ehrlich fränkisches Genuß-Potential auf überzeugendem Niveau. Kommt im traditionellen Bocksbeutel, dem hier mal der Inhalt zur Ehre gereicht.
Zehnthof Luckert
Eine fränkische Weinhandlung mit Anspruch tut sich schwer mit Frankens Weinen. Die meisten „fortschrittlich“ produzierten Frankenweine schmecken als kämen sie aus Neuseeland oder sonst wo her, nur nicht aus Franken. Aromasichere Reinzuchthefen, Vergärung bei niedriger Temperatur für möglichst viel Frucht, zugesetzte Kohlensäure für Pseudo-Frische und ein allgegenwärtiges, publikumswirksames Zuckerschwänzchen garantieren dem „modernen“ Frankenwinzer erfolgreichen Absatz.
Wir verweigern derart banal konzipierte Globalplörre konsequent, egal woher sie kommt. Da können ihre Namen noch so klingend sein, ihre Bewertungen so hoch und ihre Etiketten noch so schön, wir machen auch in der mainfränkischen Nachbarschaft keine Ausnahme.
Wolfgang und Ulrich Luckert aus Sulzfeld bei Kitzingen sind die rare Ausnahme im pseudomodernen Franken-Szenario. Selbstbewußt und zielstrebig pflegen die beiden Vollblutwinzer kompromißlose Regionstypizität in Weinen, die so authentisch sind, wie sie unmißverständlich die Handschrift ihrer Herkunft zeigen: Muschelkalk. Der macht ihre Weine schlank und rassig, in der Jugend fast mager und karg, manchmal auch spröde, denn sie werden kompromißlos trocken ausgebaut. Dafür präsentieren sie sich wohltuend anders als andere und man schmeckt spätestens mit dem zweiten Schluck, daß es Luckerts um authentisch fränkische Spitzenweine geht.
Luckert´s Zehnthof produziert selbstbewußt traditionelle Frankenweine, wie sie einst waren und heute fast ausgestorben sind. Sie bauen ihre Weine im großen Holzfaß aus, vergären sie spontan und lassen sie so lange wie sinnvoll auf der Hefe reifen; im Keller geben sie ihnen die Zeit, die sie brauchen, und im Weinberg haben sie auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt. So produzieren Luckerts profiliert fränkische Weinpersönlichkeiten, die Nachhaltigkeit und Authentizität nicht laut propagieren, sondern in typisch fränkischem Understatement und angenehmer Bescheidenheit praktizieren. Wenn Sie Luckerts Weißweine ausreichend dekantieren, werden Sie wahre Weinwunder erleben, die so nachhaltig wirken und schmecken, wie sie nachhaltig produziert wurden. Die souveräne Referenz für Frankenwein.
Die Rebe
Silvaner
Silvaner wird häufig auch grüner Silvaner genannt, weil es auch eine rote Variante gibt, den Blauen Silvaner, die aber weiß gekeltert wird. Über die außerhalb des Elsaß, Rheinhessens und Frankens kaum noch verbreitete uralte Rebsorte ist wenig bekannt, doch es gibt viel zu berichten.
Alleine die Zahl ihrer Synonyme zeigt, wie wichtig sie einst für die Weinwelt war: Österreicher, Franken, Silvania (Italien), Johannisberger oder Gros-Rhin (Schweiz), Arvine Grande (Wallis), Gentil Vert (Frankreich), Monterey Riesling und Sonoma Riesling (Kalifornien) sind nur einige Namen für die früher weit verbreitete mittelfrüh reifende Rebsorte, die heute ein eher mäßiges Image genießt, weil sie noch immer unter den Mengenauswüchsen der sechziger und siebziger Jahre leidet.
Mit dem Silvaner begann der moderne Weinbau. 1876 legte Gustav Fröhlich in Edenkoben die praktischen Grundlagen moderner Klonenselektion, indem er die Nachkommen besonders leistungsfähiger Silvaner-Rebstöcke getrennt vermehrte. Otto Sartorius gab dann in den dreißiger Jahren der Nachkommensprüfung guter und schlechter Pflanzen den wissenschaftlichen Hintergrund, indem er feststellte, daß die Nachkommen der guten Stöcke leistungsfähiger waren als die der schlechten. Damit war die moderne Klonenkunde geboren und bestätigt - am Beispiel des Silvaners.
Silvaner war deshalb weit vor Riesling oder Traminer ertragssicher und wurde in den fünfziger Jahren zur wichtigsten deutschen Rebsorte. In der Pfalz machte sie 1953 über 50 % der Rebfläche aus, heute sind es dort weniger als 7 % ! Tatsächlich ist Silvaner biologisch eine edle Rebsorte. Sie stellt hohe Ansprüche an den Boden, ist frostempfindlich, liefert aber hohe Ertragssicherheit. Die wuchskräftige Sorte treibt einige Tage früher als Riesling aus und ist daher Frühjahrsfrost empfindlich.
Geschmackliches Merkmal des Silvaners ist eine kräftige Säure, die weniger ausgeprägt wirkt wie beim Riesling, aber die erwirtschafteten Erträge knallhart widerspiegelt: Bei zu hohen Erträgen schmeckt Silvaner dünn, ordinär und sauer. Wenn die Erträge bewußt niedrig gehalten werden, kann Silvaner nicht nur geologisch bedingte Geschmackscharakteristika bestens zur Geltung bringen, dann brilliert er auch mit faszinierender Konzentration im Geschmacksbild und dann wirkt auch seine Säure niedrig und harmonisch eingebunden. Ein guter Silvaner kann ein spannender, anspruchsvoller und harmonischer Weißwein sein, der sich hinter entsprechenden Rieslingen nicht zu verstecken braucht. Wir prophezeien der altehrwürdigen Rebsorte eine vielversprechende Zukunft aus besserem Anbau und schonenderem Ausbau.
![]() | Deutschland - Franken |
![]() | Silvaner |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. DFW10101 | |
| Inhalt 0.75l |


















