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Rosé 'Charvin' Côtes du Rhône
Rosé wird heute in einer stilistischen und geschmacklichen Bandbreite produziert wie nie zuvor. Laurent Charvins Exemplar ist ein kraftvoll würziger Rosé, wie er den Südfranzosen schmeckt. Er besteht nahezu ausschließlich aus Grenache, gewonnen aus dem Ausbluten des Mostes für seinen legendären Côtes du Rhône, und liefert aus großem fruchtbeladenem Jahrgang französisches Rosé-Vergnügen für eingefleischte Frankreichfans.
So charaktervoll und eigenwillig lieben ihn nur die Franzosen, so gibt es ihn auch nur dort: Erfrischend würzig und eigenständig kraftvoll verströmt er die ganze Pracht südfranzösischer Kräuter und Würze; so paßt er zur Aromaküche des mediterranen Sommers, so steht er für den südfranzösischen Sommer, für den Lärm der Zikaden, den Duft der Garrigue, die flirrende Hitze; man spürt die Faulheit sommerlich heißer Nachmittage, man ahnt die Kraft der Sonne in diesem Wein, ohne daß ihn der Alkohol geschmacklich dominiert. Das können sie, die Franzosen! Weil im Sommer vom Gemüse übers Fleisch bis zu den Kräutern alles intensiver und besser schmeckt, haben gute französische Rosés mehr Geschmack, Ausdruck und Tiefe, Kraft (14 Vol.%!) und Körper, ohne schwer oder plump zu wirken - die große Kunst guten Rosés.
Charvins rubinrotes Meisterwerk kommt mit bekömmlich weicher Säure auf die Zunge und trägt jenen zarten Hauch Gerbstoff im Rückgrat, der Sie und uns bekömmlich und genüßlich durch schöne Tage und noch schönere Abende begleitet.
Domaine Charvin
Die Domaine Charvin ist eine kleine bäuerliche Familiendomaine in Maucoil, nördlich von Châteauneuf-du-Pape. Dort produziert der junge Laurent Charvin einen der letzten verbliebenen, im besten Sinne traditionellen Châteauneuf du Pape. Er tut das bewußt, denn er findet es nicht gut, daß anonyme, kapitalkräftige Finanzgesellschaften sich in Châteauneuf einkaufen, um mit süßen, weichen, modisch opulenten Weinen den amerikanischen und asiatischen Markt zu bedienen; er bedauert, daß ortsfremde Önologen neuerdings Châteauneuf du Pape dick und konzentriert schmecken lassen, als müßte das globale Einheitsgeschmacksbild nun auch hier Einzug halten; er beklagt, daß die traditionellen Cuvées immer häufiger ausgeblutet werden für schweineteure Spitzencuvées, die mehr Qualität suggerieren als sie haben. Laurent erzählt, daß Châteauneuf du Pape früher berühmt gewesen sei für duftige aber deftige, transparente aber entwicklungsfähige Weine delikater Burgundertypizität, weshalb bis in die 1960er Jahre hinein in (fast) jeden guten Burgunder guter Châteauneuf verschnitten worden sei.
Laurent Charvin weigert sich deshalb Stil und Geschmack seiner Weine zu verändern und seine Preise einer ahnungslosen, aber reichen Käuferschaft anzupassen, die meint, nun auch Châteauneuf du Pape im Keller haben zu müssen.
Und da ist er konsequent. Er nimmt keine neuen Importeure an und obwohl seine Ernte stets im Voraus ausreserviert ist, sind seine Preise so zivil geblieben, wie seine Qualitäten eine Klasse für sich sind. Konsequent mazeriert er als einer der letzten in Châteauneuf mit Stiel und Stengel, entbeert seine Trauben also nicht; er baut seine Weine nicht in Holzfässern aus, sondern vergärt und reift ausschließlich in Betontanks; er vergärt spontan und langsam mittels wilder Hefen und beharrt auf der traditionellen Rebsorte Grenache, die seine Weine unmißverständlich prägt; ihre seidige Dichte und expressive Aromatik machen sie zum mittlerweile raren Erlebnis in Châteauneuf. Eigensinnig traditionell provoziert Laurent Charvin mit seinen Weinen. Sein begnadet guter Côtes du Rhône und sein potenter Châteauneuf du Pape kommen farblich natürlich und transparent ins Glas, sie duften würzig und frisch in fast ätherischer Anmut nach Rumtopf, frischen Pflaumen, Orientbazar, hellem Tabak und weihnachtlichen Gewürzen, und sie schmecken gehalt- und kraftvoll, aber auch so trinkfreudig und süffig wie gute Burgunder; sie sind haltbar, reifen zuverlässig und besitzen natürliche Alkoholgradation. Laurent Charvin produziert die altmodischste Stilistik der Region. Wir hoffen, daß das so bleibt.
Die Rebe
Grenache
Grenache, nach Airen die zweitmeistangebaute Rebsorte der Welt, steht als Garnacha Tinta in Spanien auf über 100.000 ha, sie ist dort die meistangebaute Rotweintraubensorte. In Frankreich bedeckt sie mit über 90.000 ha immerhin noch den Großteil des nationalen Rebterrains, und auf Sardinien meinen die Sarden, mit ihrer Cannonau den historischen Ursprung der Rebsorte für sich gepachtet zu haben.
Grenache ist trotz ihrer Verbreitung weniger bekannt, weil sie meist in Verschnitten landet. Sie wird nur selten reinsortig auf Etiketten ausgewiesen. Die Rebsorte ist prädestiniert für den Anbau in trockenen, warmen und windigen Regionen. Sie entwickelt ungewöhnlich starkes Holzwachstum und zeichnet sich durch aufrechten kraftvollen Wuchs aus, was sie besonders für windige Gegenden eignet. Sie widersteht sogar dem hart blasenden Mistral des Rhônetales, wo sie in der traditionellen Gobelet-Erziehung auch extreme Widerstandsfähigkeit gegen Dürre und Hitze beweist. Sie treibt früh aus und erreicht bemerkenswert hohe Zucker- und Extraktwerte. Ihre Beerenschale ist dünn, sie entwickelt keine intensive Farbe und neigt in der Verarbeitung schnell zu Oxidation. Deshalb wird sie so oft mit dickschaligen (antioxidativ wirkenden, reduktiven) Rebsorten wie Syrah oder Mouvèdre verschnitten.
Im Mund entwickelt reinsortige Grenache ein charakteristisch süßes, cremig samtiges Mundgefühl mit deutlichen Anklängen an weißen Pfeffer, schwarze Oliven, Rosmarin und Rumtopf. Am besten gelingt die Rebsorte entlang der südlichen Rhône, wo sie in der Regel verschnitten wird, doch beweist sie hier auch überzeugender als anderswo, wozu sie bei niedrigen Erträgen und konsequentem Qualitätsanbau auch reinsortig fähig ist. Dort wird sie, wie nirgendwo sonst, penibelst gepflegt, denn sie bringt gutes Geld. Auf kargen Kieselböden und harten Windverhältnissen wird sie vor allem in und um Châteauneuf du Pape knapp angeschnitten und anschließend zu ausgereizter Reife gebracht. So entstehen dort gewaltig konzentrierte Rotweine außergewöhnlichen Reifepotentials, die sich grandios über Jahrzehnte entwickeln. Die Renaissance dieser Weine in den achtziger Jahren hat zu einer neuen Beschäftigung mit der Südrhône, vor allem aber mit der Rebsorte Grenache geführt, so daß man von ihr in Zukunft mehr hören und probieren wird, obwohl sie durch ihr starkes Holzwachstum nicht geeignet ist für die maschinelle Bearbeitung.
![]() | Frankreich - Südrhône |
![]() | Grenache |
![]() | Langsam |
![]() | 12er Karton |
| Art-Nr. FRH10303 | |
| Inhalt 0.75l |


















