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Riesling 'Setzer' Spätlese trocken
Sven Leiners trockene Riesling Spätlese ‚Setzer’ vom Setzer-Berg gegenüber der Kleinen Kalmit, wo die Hangschotter-Böden tiefgründiger und schwerer sind als auf der Kalmit, steht für seinen Anspruch an Natürlichkeit: Terroireinfluß pur. Straffe, erfrischende Säure und trockener würziger Schmelz vereinen sich zu saftiger Pfälzer Dichte, deren klare, präzise Mineralität dem Wein unverwechselbares Profil verleiht. Kein Riesling für Leute, die keine Säure mögen denn ‚natürlich’ heißt hier straff, rassig, säurebetont und knochentrocken, ohne aber dünn, mager oder sauer zu sein. Leiners ‚Setzer’ hat schlicht keinen Pfälzer Speck auf den Rippen . . .
Intensiv goldene Farbe und pikante Rieslingfrucht nach Pfirsich, Kumquat und ätherischen Blüten- und getrockneten Kräuternoten stehen für reifes, gesundes Lesegut. Die langsame spontane Vergärung im Edelstahltank mit langem Hefekontakt integriert Säure und rassige Mineralität in ein vielschichtig würziges Mundgefühl entwaffnend eigenständiger Identität. Sven Leiners kraftvoller Pfalz-Riesling vereint authentischen Spätlese-Charakter mit kompromißloser Natürlichkeit. Klares Riesling-Statement eines mutigen Winzers.
Sven Leiner
Der junge Sven Leiner aus Ilbesheim in der Südpfalz gehört zu den angenehmen Hoffnungsträgern der Winzerzunft in der Pfalz. Er hat kein marktschreierisches Marketing nötig wie so manch anderer Kollege aus seiner Generation. Er steht für eine kompetente, gut ausgebildete und deshalb selbstbewußt auftretende, junge Winzergeneration, der es nach den historischen Fehlern der siebziger bis neunziger Jahre um Qualität im besten Sinne der Nachhaltigkeit in der täglichen Arbeit geht.
Nach dem Studium in Geisenheim kehrte Sven Leiner in den elterlichen Betrieb zurück. Schnell setzte er dort Duftmarken, die er heute so konsequent wie wenige weiterverfolgt. Die Umstellung auf biologischen Weinbau absolvierte er so konsequent wie erfolgreich und anschließend beschäftigte er sich mit Begeisterung, Engagement und Kompetenz mit der logischen Weiterentwicklung des biologischen Anbaus, der Biodynamik. Seit dem Jahrgang 2011 ist er Demeter®-zertifiziert.
Das war kein einfacher Weg für einen ehrgeizigen Jungwinzer, der in einen typischen Pfälzer Kleinbetrieb zurückkehrt. Doch Sven Leiner ging den Wandel sensibel und zielstrebig zugleich an. Behutsam veränderte er die Stilistik der elterlichen Weiß- und Rotweine und suchte dabei nach neuen Interpretationen bekannten Materials. Familie Leiner verfügt nicht über Spitzenlagen. Die Lagen in und um Ilbesheim sind geprägt von Kalk und Lehm. Konsequent entwickelte Sven Leiner aus den Weinbergen der Familie am kleinen Kalmit, dem Hausberg der Region, ein Portfolio entwaffnend ehrlicher Weine, deren karge Muschelkalkböden vibrierende Mineralität in einer faszinierenden Mischung aus Frische und aromatisch würzigen Gesteinsnoten präsentieren.
In den Weinen seiner Serie ‚Handwerk’ vereint er Rebsortencharakter mit strahlender Frische und kompakter Struktur. Sie werden im Edelstahltank vergoren, sind knochentrocken ausgebaut und wagen einen Herkunftscharakter, der unmißverständlich ‚Pfalz’ assoziiert. Die dem Weinberg abgerungene Traubenqualität setzt der Jungwinzer auf simple, aber riskante Weise in Weinqualität um, wobei er sich im Keller keinerlei Ideologie oder Weinbereitung nach Rezept hingibt, ihm geht es ausschließlich um sich an der Qualität des Lesegutes orientierenden, maximal schonenden Ausbau für optimale Bekömmlichkeit. Seine großen Lagenweine ‚Hadorne’, ‚Katzebosch’‚ Setzer’ oder des ‚Ilbesheimer Kalmit’ vergärt er spontan und langsam ohne Temperatursteuerung im Holzfaß; diese Weine überläßt er so weit es sinnvoll erscheint der Natur, ohne zusätzliche Schwefelung, ohne Schönung; sie läßt er so lange wie möglich auf der Vollhefe reifen.
Sven Leiner geht es nicht darum, einfach nur Bio-Wein zu produzieren. Für ihn ist die Biodynamik notwendige Voraussetzung für authentischen Herkunftscharakter, für Ausstrahlung, für Charakter und Seele im Wein, für Terroir im besten Sinne, für ursprüngliches Weinerleben. So weist der engagierte Jungwinzer einer neuen Winzer-Generation den Weg: Mehr als nur Bio, weg von Ideologien, hin zu glaubhafter, authentisch ursprünglicher Qualität, die Nachhaltigkeit praktiziert von der Traube auf die Flasche, dabei Charakter wagt und sich bewußt des üblichen ‚schnellen’ Zugangs per Primärfrucht-Populismus verweigert. Sven Leiners kompromißlos konzipierte und praktizierte Weine garantieren so lebendigen wie natürlichen Genuß im Zyklus der sehr unterschiedlich ausfallenden Jahrgänge. Man muß sich einlassen auf seine Weine, weil sie stilistisch ‚anders’ sind als andere aus seiner Region. Sven Leiner ist ein besonderes Winzertalent, dessen Wagemut und Können wir mit Engagement unterstützen.
Die Rebe
Riesling
Über Riesling läßt sich trefflich streiten. Es gibt viele Weintrinker, die mit der Rebsorte nicht zurechtkommen. Das mögen Vorurteile sein oder andere Gründe, fest steht: Riesling wagt Charakter.
Riesling ist in Stil und Charakter extrem abhängig von der Qualität seines Standortes. Sein kräftiges, ausdrucksvolles, gelegentlich auch analytisch präzise wirkendes Aromaprofil reicht von blumig über mineralisch und stahlig bis zu fruchtig und honigwürzig oder gar ölig, je nach Herkunft, Boden, Alter und Lage oder Exposition der Reben.
Sein markantes Aroma, das im Alter Petrolnoten entwickeln kann (die man mögen muß, wir mögen sie nicht), ist direkte Funktion eines sehr spezifischen Verhältnisses von Süße zu Säure und eines ungewöhnlich hohen Anteils an Monoterpenen, stark aromatischen Geschmacks- und Aromastoffen, die im Riesling ca. 10 bis 15 mal höher enthalten sind als in anderen weißen Rebsorten. Seine Langlebigkeit und die Fähigkeit, die Charakteristika seiner Herkunft (Lage und Exposition, sowie Boden) in besonderem Maße zum Ausdruck zu bringen, ohne dabei an Rebsortencharakter einzubüßen, machen Riesling in seiner besten Form zu einer der feinsten Weißweinrebsorten der Welt. Ein ähnlich anspruchsvolles und interessantes Spektrum an Aromen und Geschmack bieten nicht viele weiße Rebsorten der Welt.
Weil das Holz der Rieslingrebe sehr hart ist, ist Riesling relativ frostbeständig und deshalb ideal für kühle Anbaugebiete angeeignet. Er sollte aber in geschützten Lagen stehen, wenn er wirklich reife Trauben liefern soll und die Erträge nicht ins bodenlose sinken sollen. Selbst relativ hohe Erträge wie 60-70 hl/ha verdaut Riesling in guten Lagen ohne große Qualitätseinbuße. Er reagiert im Reifezeitpunkt aber unmittelbar auf niedrige Erträge, die er dann mit besserer Reife zu einem früheren Zeitpunkt belohnt, in Zeiten des Klimawandels ein immer wichtigerer Punkt.
Später Austrieb und die damit verbundene späte Lese sind ein weiteres Charakteristikum der Rebsorte. In kühlen Regionen wird Riesling oft erst Mitte Oktober bis Mitte November gelesen. Es scheint, daß gerade die lange und langsame Reifeperiode mit entsprechend langer Hängezeit am Stock der Rebsorte jene Komplexität und Größe vermittelt, für die großer deutscher Riesling weltberühmt ist. Erst so entwickelt er ein Maximum an Geschmacksfülle bei niedrigem Alkohol und feiner, reifer Säure.
Die besten Rieslinge gedeihen auf besonders günstigen Lagen in kühleren Weinbauregionen. Je wärmer Riesling steht, um so schneller erreicht er den Reifezeitpunkt, entwickelt dann aber nicht sein legendär frisches Süß-Säure-Spiel mit aromatisch komplexen und reizvollen Aromastoffen. Riesling kann schnell plump und langweilig wirken.
Nicht immer also ist das vermeintlich Beste im Wein wirklich gut genug. Riesling braucht, wie Pinot Noir, mehr als nur das (nicht existente) Beste. Vielleicht wird er deshalb von so manchem Weinfreund falsch verstanden.
![]() | Deutschland - Pfalz |
![]() | Riesling |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. DPW09003 | |
| Inhalt 0.75l |


















