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Riesling »Auf Schiefer« 
2009

Riesling »Auf Schiefer«

Nahe-Riesling, in der schönen langen, schlanken Schlegel-Magumflasche für mehr Genuß.

Gelbwürzig mit reifen Zitrusfrüchten, Mandarine und Orangeat in Duft und Geschmack, reif und appetitlich mundfüllend, viel mehr als nur simpel ‚fruchtig’. Reife Würze, breite Komplexität, aber zugleich präziser als der schon eindrucksvolle Jahrgang 2008. Hier kommt 2009 nicht breit und opulent auf die Zunge, sondern rassig, frisch und präzise fokussiert. Nasses Gestein, getrocknete Sommerkräuter, gelbe Früchte im komplexen Bukett, strukturell anspruchsvoll, aromatisch vielschichtig.

Wer als Winzerin einem knochentrockenen Riesling so wertige Substanz, lebendiges Spiel und dichtes Geschmacksgefühl zu vermitteln weiß, beherrscht sein Metier! Der Wein wurde nicht aufgezuckert und steht für perfekt getroffenen Lesezeitpunkt. Mut und Können beweisen Luise von Racknitz und Matthias Adams aber nicht nur alltäglich im Weinberg, sondern auch im Keller. Auch dort gehen sie eigene Wege, probieren aus, woran andere nicht denken, hinterfragen, hören zu und üben gelassen das »Lassen«.

Ihr Riesling »Auf Schiefer« beeindruckt durch seine souveräne innere Kraft. Er strahlt Ruhe aus, konzentriert sich auf sich selbst und beweist Herkunft als individuelles Rieslingerlebnis mit klarem Regional-Profil. Bekömmlich im Alkohol, saftig im Mundgefühl, weich und cremig wirkend, aber strahlend frisch im Mund. Charakteristisch für Winzer und Winzerin das Bukett. Es steht für von Racknitz. Blind aus jeder Vergleichsprobe herauszufinden. Reife Orangeschalen, Senffrüchte, gelbe Reife, grüne Würze. Die Von Racknitz-Aromen der Nahe. Pikante Säure als konkrete Formulierung dichter, phenolischer Substanz, die Luft braucht, um sich zu entfalten. Schiefer schmeckbar gemacht als samtige, fast sahnige Fülle in beeindruckend eigenständigem Mundgefühl. Physische Substanz Wein. Überzeugendes Lehrbeispiel für authentischen An- und Ausbau. Mutig eigene Stilistik und doch ganz Nahe.

In der schlanken, langen 1.5l-Magnum-Schlegelflasche.

Weingut von Racknitz

Im heißen Jahr 2003 installierten Luise Freifrau von Racknitz und ihr Mann Matthias Adams ihr Weingut am Disibodenberg inmitten spektakulärer Grand Cru-Steillagen. Sie wollten die beiden dynamischen Jungwinzer neu und anders als bisher zum Klingen bringen, was ihnen heute, wenige Jahrgänge später, eindrucksvoll gelungen ist. In visionärer Weitsicht praktizieren die Jungwinzer den Wandel vom ‚schönen’ Nahe-Wein zum unverwechselbar herkunftsgeprägten Lagen-Wein, der das Potential der erstklassigen, teilweise vergessenen Grand Cru-Lagen der Region nachhaltig und unverwechselbar widerspiegelt. ‚Terroir mit eindrucksvoller Wein- und Kulturgeschichte’ nennen die beiden ihr Projekt, das sie von Jahr zu Jahr überzeugender und stringenter zu realisieren verstehen.

Das Weingut, der ehemalige Gutshof des berühmten Klosters Disibodenberg, auf dem Hildegard von Bingen lebte und wirkte, liegt im mittleren Nahetal. Römische Spuren weisen hier auf Reben am Südhang des Disibodenbergs hin. Seit 1753 befindet sich das Weingut im Besitz der Familie von Racknitz, doch erst seit 2003 machen Weine und Winzer von sich reden.

Im Keller ist Luise von Racknitz Protagonistin des langsamen Weines®. Die von Hand gelesenen Trauben werden kaum abgebeert, sondern mit Stiel und Stengel auf der Maische mazeriert; der Most wird langsam spontan auf der wilden Hefe vergoren, um anschließend im Keller viel Zeit auf der Hefe zu verbringen. Auf die übliche Chaptalisierung wird bewußt verzichtet, die Weine präsentieren sich deshalb angenehm natürlich im Alkohol, aber bemerkenswert komplex, vielschichtig und cremig transparent im Mundgefühl.

Mühsam und aufwendig bewirtschaften die beiden Jungwinzer steilste Terrassen- und Hanglagen. Sie forsten aufgelassene Parzellen auf, regenerieren vergessene Grand Cru-Lagen und pflegen alte Reben liebevoll in Handarbeit. Die Umstellung auf biologischen Anbau ist vollzogen. Dieser harte Einsatz hat dem Weingut binnen weniger Jahre Respekt und Ausnahmestatus gebracht, denn Luise von Racknitz und Matthias Adams lösen über Jahrzehnte gewachsene Hierarchien an der Nahe auf und setzen mit ihren Qualitäten neue Maßstäbe. Ihre Weine sind visionär, mutig und überzeugend, ihre Philosophie so kompromißlos weitsichtig wie nachhaltig, sie zelebrieren Winzerhandwerk als Winzerkunst. 

Sie setzen darauf, daß die Nahe ihre besten Zeiten noch vor sich. Die Weinbauregion Nahe ist faszinierend schön, die Lagen spektakulär, die Böden unglaublich vielfältig, die Rebflächen klein, die Winzer ambitioniert und fähig, so daß die Weine der Nahe heute schon zu den Herausragenden im bundesdeutschen Kontext gehören. Was für ein Stil- und Charakterspektrum! Doch die großen bekannten Winzer der Nahe haben in der Vergangenheit vor allem für sich gearbeitet. Eifersüchtig haben sie ihre Lagen promotet und ihrem Image gedient, nie aber ihrer Region gedient. Jetzt herrscht neuer Wettbewerb durch das rasant aufsteigende Gut Hermannsberg, durch Luise von Racknitz und Tim Fröhlich, die alle die Trommel für ihre Region rühren. Die Nahe kann nur gewinnen, wenn sie der Öffentlichkeit Profil beweist. Wenn die Winzer für sie eintreten, sie gemeinsam bekannt machen, für sie als Region etwas tunMan kann sie schmecken, die Terroirs der Nahe. Das müssen die Offiziellen der Weinprüfung vor Ort noch lernen. Wir können es. Naheweine haben unabhängig vom Charakter ihrer Lagen ein ganz eigenes Aromenprofil, das weit über »Frucht« hinausgeht. Ein wenig mehr Sinnlichkeit, etwas mehr Lebensfreude, und der Region wird insgesamt wieder auf die Beine geholfen. Dafür kämpfen Luise von Racknitz und Matthias Adams seit ihrem ersten Tag an der Nahe im Jahr 2003. Ihre Weine sind die besten Botschafter für die Zukunft der Nahe und deshalb bei uns im Programm.

Hier ein kurzweiliger Film mit interessanten Hintergrundinformationen zum Weingut.

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Die Rebe

Riesling

Über Riesling läßt sich trefflich streiten. Es gibt viele Weintrinker, die mit der Rebsorte nicht zurechtkommen. Das mögen Vorurteile sein oder andere Gründe, fest steht: Riesling wagt Charakter.

Riesling ist in Stil und Charakter extrem abhängig von der Qualität seines Standortes. Sein kräftiges, ausdrucksvolles, gelegentlich auch analytisch präzise wirkendes Aromaprofil reicht von blumig über mineralisch und stahlig bis zu fruchtig und honigwürzig oder gar ölig, je nach Herkunft, Boden, Alter und Lage oder Exposition der Reben.

Sein markantes Aroma, das im Alter Petrolnoten entwickeln kann (die man mögen muß, wir mögen sie nicht), ist direkte Funktion eines sehr spezifischen Verhältnisses von Süße zu Säure und eines ungewöhnlich hohen Anteils an Monoterpenen, stark aromatischen Geschmacks- und Aromastoffen, die im Riesling ca. 10 bis 15 mal höher enthalten sind als in anderen weißen Rebsorten. Seine Langlebigkeit und die Fähigkeit, die Charakteristika seiner Herkunft (Lage und Exposition, sowie Boden) in besonderem Maße zum Ausdruck zu bringen, ohne dabei an Rebsortencharakter einzubüßen, machen Riesling in seiner besten Form zu einer der feinsten Weißweinrebsorten der Welt. Ein ähnlich anspruchsvolles und interessantes Spektrum an Aromen und Geschmack bieten nicht viele weiße Rebsorten der Welt.

Weil das Holz der Rieslingrebe sehr hart ist, ist Riesling relativ frostbeständig und deshalb ideal für kühle Anbaugebiete angeeignet. Er sollte aber in geschützten Lagen stehen, wenn er wirklich reife Trauben liefern soll und die Erträge nicht ins bodenlose sinken sollen. Selbst relativ hohe Erträge wie 60-70 hl/ha verdaut Riesling in guten Lagen ohne große Qualitätseinbuße. Er reagiert im Reifezeitpunkt aber unmittelbar auf niedrige Erträge, die er dann mit besserer Reife zu einem früheren Zeitpunkt belohnt, in Zeiten des Klimawandels ein immer wichtigerer Punkt.

Später Austrieb und die damit verbundene späte Lese sind ein weiteres Charakteristikum der Rebsorte. In kühlen Regionen wird Riesling oft erst Mitte Oktober bis Mitte November gelesen. Es scheint, daß gerade die lange und langsame Reifeperiode mit entsprechend langer Hängezeit am Stock der Rebsorte jene Komplexität und Größe vermittelt, für die großer deutscher Riesling weltberühmt ist. Erst so entwickelt er ein Maximum an Geschmacksfülle bei niedrigem Alkohol und feiner, reifer Säure.

Die besten Rieslinge gedeihen auf besonders günstigen Lagen in kühleren Weinbauregionen. Je wärmer Riesling steht, um so schneller erreicht er den Reifezeitpunkt, entwickelt dann aber nicht sein legendär frisches Süß-Säure-Spiel mit aromatisch komplexen und reizvollen Aromastoffen. Riesling kann schnell plump und langweilig wirken.

Nicht immer also ist das vermeintlich Beste im Wein wirklich gut genug. Riesling braucht, wie Pinot Noir, mehr als nur das (nicht existente) Beste. Vielleicht wird er deshalb von so manchem Weinfreund falsch verstanden.

 

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27,50 €
je Flasche à 1.5l-Magnum / 18,33 €/L
inkl. MwSt. / zzgl. Versand
Deutschland - Nahe
weissRiesling
Langsam
Einzelflasche
Art-Nr. DNA09002M
Inhalt 1.5l-Magnum
Alkohol: 12,5 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: - 2016+
Restzucker: 3.2 g/l
Anbau: Naturnah
Ausbau: Edelstahltank
Boden: Schiefer
Besonderes: In Umstellung
Dekantieren: Ja
Vergärung: Wilde Hefe (spontan)
Verschlussart: Naturkork
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