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Grüner Silvaner QbA trocken
Wittmanns grüner Silvaner ist zur täglichen Weinfreude zahlreicher Kunden avanciert. Es war immerhin er, der die wenig beachtete Rebsorte vor vielen Jahren wieder ins Bewußtsein anspruchsvoller Weintrinker rief und so ihre überfällige Renaissance einläutete. Es gibt noch immer einiges zu tun für den Silvaner, doch der Anfang ist gemacht. Immer mehr kompetente Winzer widmen sich der anspruchsvollen Rebsorte mit Engagement und tun etwas für Geschmack und Qualität.
Wittmanns Silvaner des Jahrgangs 2010 ist ein so anspruchsvoller wie universeller Weinbegleiter für jeden Tag. Der Jahrgang steht der Rebsorte, die Rebsorte paßt zum Jahrgang. Keine Manipulationen im Keller, keine Entsäuerung, einfach nur ein bißchen mehr Zeit auf der Hefe.
Das Ergebnis ist ein supersüffiger, nervig rassiger Silvaner der Extraklasse, der sich mit bekömmlichen 12.5 Vol. % als trinkfreudiger Alltagsweißer empfiehlt. Schlank und würzig im Trunk, vereint er Fülle mit erfrischend reifer Hülle, duftet animierend nach frischen Kräutern, Piment und grünem Thaicurry, tritt zart und finessenreich auf, aber auch cremig und vielschichtig, und verpackt das Ganze in ein Mundgefühl, das so anspruchsvoll wie erfrischend dicht und stoffig am Gaumen ausklingt. Was will man mehr! Kein großes, aber ein nettes kleines Meisterwerk im Glas. Zum trinkfreundlichen Preis. Aus biodynamischem Anbau. Da kommt Wohlgefühl auf in Körper, Geist und Geldbeutel. Preiswürdigkeit, die so ehrlich ist, wie der Wein schmeckt.
Weingut Wittmann
Günter Wittmann gebührt das Verdienst, Rheinhessens Weine dem Schlaf der Geschichte entrissen zu haben. Unermüdlich war er in den für den deutschen Wein düsteren achtziger und neunziger Jahren auf Messen und Verkostungen als Botschafter der Weine Rheinhessens unterwegs. Er legte den Grundstock für jene Renaissance, die Rheinhessen vom Liebfrauenmilch-Aschenputtel zur vielbeachteten Spitzenweinregion machte. Rheinhessens Winzer durchleben noch immer Höhen und Tiefen, doch die einst belächelte Weinbauregion gilt heute als eine der dynamischsten Deutschlands und Familie Wittmanns agiert nach wie vor an der Spitze dieser Entwicklung.
Seit 1988 arbeiten wir mit Wittmanns zusammen. Schon damals faszinierte uns das Potential ihrer Lage Morstein, das Günter Wittmann unermüdlich propagierte. Heute wissen wir, daß die optisch unscheinbare Lage im Rebenmeer über Westhofen, die schon im 19. Jahrhundert großen Ruf genoß, zu den besten Deutschlands gehört. Wittmanns widmen ihr Jahr für Jahr einen der großen Lagen-Rieslinge des Landes.
Günter Wittmann ist in vielerlei Hinsicht Visionär. So machte er das von ihm gegründete Weingut über die Jahre zu einem der Pionierbetriebe des ökologischen Weinbaus in Deutschland und mit seiner profunden Arbeit im Weinberg setzt er Maßstäbe, die in der Bioweinszene weitgehend unerreicht sind.
Ein Geheimnis des engagierten Biobetriebes ist der Familienzusammenhalt. Für ihre knapp 30 ha, seit 1990 von Naturland® zertifiziert, ziehen Vater Günter und Sohn Philipp, der Ende der neunziger Jahre nach seinem Studium in Geisenheim die Kellerwirtschaft übernahm, an einem Strang. Beide profitieren vom Wissen des anderen und lassen sich gegenseitig Spielraum für Entfaltung; die um sie kreisenden Satelliten hält Mutter Wittmann als ruhender Pol in Organisation und Vertrieb zusammen. Diese familiäre Harmonie scheint für die seltene qualitative und stilistische Konstanz über das gesamte Sortiment hinweg verantwortlich, die das Weingut Wittmann in Verbindung mit einer visionären Betriebsdynamik zu einem der führenden Deutschlands macht. In ungewohnter Bescheidenheit und souveräner Professionalität feilt Philipp Wittmann zusammen mit Vater Günter an den Details in Weinberg und Keller. Sie setzen auf natürlich niedrige Erträge durch profunde biodynamische Arbeit im Weinberg, sie schwefeln nur wenn nötig, klären die Moste nur minimal vor, vergären auf wilden Hefen und bauen langsam und schonend auf der Hefe in Holzfässern aus; so präsentieren sich die Weine der Wittmänner wegweisend authentisch und regelmäßig stellen sie herausragende Jahrgangs-Kollektionen. Konsequent haben sie die geschmackliche Qualität ihrer Weine, das Mundgefühl, weiter entwickelt. Simple Konzentration und populistische Plattitüden waren nie ihre Sache, ihnen geht es um die faszinierend „andere“ Seite der Weinqualität, um spürbare Natürlichkeit und mineralisch geprägte Direktheit im Geschmack. Das im Keller abgestimmte Geschmacksbild oder die technisch definierte Betriebsstilistik sind für Wittmanns der pure Horror. Sie widmen ihre Arbeit der ungeschminkten Natürlichkeit im Wein, dem entwaffnend authentischen Herkunftscharakter in visionären Weinindividualisten, die ihre eigene, ganz persönliche Sprache sprechen. Rare Winzer mit Profil.
Die Rebe
Silvaner
Silvaner wird häufig auch grüner Silvaner genannt, weil es auch eine rote Variante gibt, den Blauen Silvaner, die aber weiß gekeltert wird. Über die außerhalb des Elsaß, Rheinhessens und Frankens kaum noch verbreitete uralte Rebsorte ist wenig bekannt, doch es gibt viel zu berichten.
Alleine die Zahl ihrer Synonyme zeigt, wie wichtig sie einst für die Weinwelt war: Österreicher, Franken, Silvania (Italien), Johannisberger oder Gros-Rhin (Schweiz), Arvine Grande (Wallis), Gentil Vert (Frankreich), Monterey Riesling und Sonoma Riesling (Kalifornien) sind nur einige Namen für die früher weit verbreitete mittelfrüh reifende Rebsorte, die heute ein eher mäßiges Image genießt, weil sie noch immer unter den Mengenauswüchsen der sechziger und siebziger Jahre leidet.
Mit dem Silvaner begann der moderne Weinbau. 1876 legte Gustav Fröhlich in Edenkoben die praktischen Grundlagen moderner Klonenselektion, indem er die Nachkommen besonders leistungsfähiger Silvaner-Rebstöcke getrennt vermehrte. Otto Sartorius gab dann in den dreißiger Jahren der Nachkommensprüfung guter und schlechter Pflanzen den wissenschaftlichen Hintergrund, indem er feststellte, daß die Nachkommen der guten Stöcke leistungsfähiger waren als die der schlechten. Damit war die moderne Klonenkunde geboren und bestätigt - am Beispiel des Silvaners.
Silvaner war deshalb weit vor Riesling oder Traminer ertragssicher und wurde in den fünfziger Jahren zur wichtigsten deutschen Rebsorte. In der Pfalz machte sie 1953 über 50 % der Rebfläche aus, heute sind es dort weniger als 7 % ! Tatsächlich ist Silvaner biologisch eine edle Rebsorte. Sie stellt hohe Ansprüche an den Boden, ist frostempfindlich, liefert aber hohe Ertragssicherheit. Die wuchskräftige Sorte treibt einige Tage früher als Riesling aus und ist daher Frühjahrsfrost empfindlich.
Geschmackliches Merkmal des Silvaners ist eine kräftige Säure, die weniger ausgeprägt wirkt wie beim Riesling, aber die erwirtschafteten Erträge knallhart widerspiegelt: Bei zu hohen Erträgen schmeckt Silvaner dünn, ordinär und sauer. Wenn die Erträge bewußt niedrig gehalten werden, kann Silvaner nicht nur geologisch bedingte Geschmackscharakteristika bestens zur Geltung bringen, dann brilliert er auch mit faszinierender Konzentration im Geschmacksbild und dann wirkt auch seine Säure niedrig und harmonisch eingebunden. Ein guter Silvaner kann ein spannender, anspruchsvoller und harmonischer Weißwein sein, der sich hinter entsprechenden Rieslingen nicht zu verstecken braucht. Wir prophezeien der altehrwürdigen Rebsorte eine vielversprechende Zukunft aus besserem Anbau und schonenderem Ausbau.
![]() | Deutschland - Rheinhessen |
![]() | Silvaner |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. DRH10005 | |
| Inhalt 0.75l |



















