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'Quimera' (Cuvée)
Wer sich die letzten Flaschen dieses absolut außergewöhnlichen Weinwertes aus Argentinien entgehen läßt, ist selber schuld. Was für ein toller Rotwein! Schmeckt nach weit mehr als er kostet. Ein eindrucksvoll hochwertiger Tropfen. Alle Cabernet-Freunde dieser Welt sind aufgerufen, sich diese Cuvée in den Keller zu legen, damit sie hinterher nicht sagen können, sie hätten sie verpaßt.
‚Quimera’ ist spanisch für ‚das unerreichbare Ideal’. So hat die Mannschaft um Roberto Cipresso jenes Unternehmen getauft, das fünf legendäre Weltrebsorten in einem Wein zusammenführt, der den verschiedenen Herzen der beteiligten Rebsorten gemeinsamen Schlag verleihen möchte. ‚Quimera’ ist eine konzeptionelle Bordeaux-Cuvée von vier verschiedenen Lagen in Mendoza, die einen dichten und konzentrierten, extrahiert mundfüllenden Wein samtig männlicher Struktur auf die Zunge spülen. Kein Terroirwein also, sondern eine ‚Designstudie’, wie Roberto Cipresso selbstkritisch meint.
Das Design funktioniert prächtig. 40 % alte Malbec-Reben geben sich ein Stelldichein mit 22 % Merlot, 20 % alten Cabernet Sauvignon-Reben, 14 % Cabernet Franc und 4 % Petit Verdot, gelesen mit niedrigsten Erträgen von unter 20 hl/ha. Die einzelnen Partien wurden getrennt in kleinen Stahltanks vergoren und vor der zweiten Gärung miteinander verschnitten, um diese anschließend in zu 40 % neuen Barriques zu absolvieren. Alles andere als langweilig global atmet ‚Quimera’ den blauen, kühlen Hauch der Frucht und Würze des Malbec; er dominiert den Wein, strukturell massiv unterlegt von den nicht minder kühl und stoffig agierenden anderen Rebsorten, die dem Wein Meditationsstatus verleihen. Als simpler Essensbegleiter ist ‚Quimera’ zu dick und zu dominant. Ihn genießt man am besten am Lagerfeuer oder am Grill, vor dem winterlichen Kamin oder zur Seelenregeneration nach des Tages Müh und Arbeit. Das Ideal mag unerreichbar sein, ‚Quimera’ ist ihm auf der Spur.
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Bodega Achaval-Ferrer
Das kleine Privatweingut Achaval-Ferrer entstand 1998 als Interessensgemeinschaft sechs weinverrückter Unternehmer. Santiago Achaval und Manuel Ferrer, beide aus der Werbebranche, bilden den Nukleus des Unternehmens; Marcelo Victoria und Diego Rosso besorgen den Vertrieb und die Italiener Tiziano Siviero und Roberto Cipresso kümmern sich um Weinberge und Keller. Ihr Gut liegt auf über 1000 Meter Höhe am Fuße der Anden. Es produziert nur knapp 150.000 Flaschen pro Jahr und ist damit eines der kleinsten, aber auch feinsten Privatweingüter Argentiniens.
Achaval-Ferrer kann auf einige der ältesten Malbec-Rebstöcke des Landes zurückgreifen; weil viele Winzer in Mendoza vor den niedrigen Erträgen ihrer alten Rebflächen kapitulierten, verkauften sie diese dem Team von Achaval-Ferrer, das davon nun einige der eindrucksvollsten Weine des Andenstaates keltert. Es sind Qualitätsverrückte, die hier ambitioniert und mit viel Freude und Engagement für guten Wein am Werk sind. Roberto Cipresso, den wir seit über 20 Jahren kennen, hat als Winemaker freie Hand; er treibt sein Team im Weinberg zur Höchstleistung an, damit er im Keller um so weniger Hand anlegen muß; das gelingt ihm überzeugend: Die Weine von Achaval-Ferrer bringen wie nur ganz wenige andere in Argentinien authentischen Herkunftscharakter ins Glas, sie sind unverwechselbar. Dazu interveniert Roberto Cipresso im Keller bewußt so wenig wie möglich, einzig die alkoholische Gärung leitet er mit neutralen Reinzuchthefen ein, ansonsten überläßt er die Weinwerdung in zu 30 % neuen französischen Barriques weitgehend der Natur.
Achaval-Ferrer besitzt drei mit teilweise knapp 100 Jahre alten, wurzelechten Malbec-Reben bestockte Einzellagen, die nur niedrigste Erträge zulassen und durch die extrem schonende Verarbeitung im Keller eindrucksvolle, große Rotweine hervorbringen, die nicht nur zu den besten Argentiniens gehören, sondern auch im internationalen Kontext durch Eigenart und enorm hohe Qualität überzeugen. Es sind grandiose Rotweine, die zur internationalen Spitzenklasse zählen. Sie sind entsprechend teuer. Wir halten den ‚einfachen’ Mendoza-Malbec für den größten Weinwert des Weingutes. Er wird identisch verarbeitet wie die großen Lagenweine und beweist exemplarisches Potential, das guten Malbec aus Argentinien in den kommenden Jahren zum Star unter den Überseeweinen zu machen verspricht.
Die Rebe
Cuvée rot
Cuvée ist ein Begriff, der immer wieder zu Irritationen Anlaß gibt. Tatsächlich ist die Bedeutung des Wortes je nach Zusammenhang unterschiedlich.
In Deutschland bezeichnet man mit Cuvée den Verschnitt, also das gemeinsame Keltern oder auch Vergären verschiedener Rebsorten in einem Gärbehälter. Aber auch der spätere Verschnitt verschiedener Weinpartien unterschiedlicher Rebsorten oder auch Lagen wird Cuvée genannt. Man cuviert einen Wein aus verschiedenen Partien im Keller. Cuvée bezeichnet hierzulande also einen Wein, der aus verschiedenen Rebsorten oder Weinbergslagen miteinander verschnitten wurde.
Die Franzosen benutzen dafür ein anderes, für sie eindeutiges Wort: Assemblage.
Wenn der Franzose von einer Cuvée spricht, meint er damit jeden separat abgefüllten Wein, jede einzelne Partie im Keller eines Weingutes. Das Wort Cuvée stammt aus dem französischen und bezeichnet den Inhalt eines Gärbehälters, der im französischen Cuve heißt. Im französischen kann eine Cuvée also ein Verschnitt mehrerer Rebsorten aber auch ein Wein einer einzelnen, ganz bestimmten Lage sein.
Häufig begegnet man auf Etiketten Begriffen wie Tête de Cuvée oder Cuvée Prestige; damit bezeichnen die Franzosen ihre besten Weine im Keller, ihre Spitzencuvées, ihre besten Partien, egal ob sie reinsortig sind oder verschnitten wurden. Um es kompliziert zu machen bezeichnet man in der Champagne den aus der Kelter laufenden Vorlaufmost, der die höchste Qualität liefert, ebenfalls als Cuvée, nennt dort aber zugleich verschiedene Abfüllungen Cuvée, weil die großen Markenchampagner kunstvoll aus bis zu 100 verschiedenen Einzelpartien miteinander verschnitten werden, um so das erwartete Geschmacksbild garantieren zu können.
Eine Cuvée, also das gezielte Verschneiden von Weinen, soll und kann die Qualität des fertigen Weines verbessern. In Châteauneuf du Pape z. B. verschneidet man bis zu 13 Rebsorten miteinander, wobei auch weiße Sorten im roten Châteauneuf zugelassen sind. Das macht man, um durch körperreiche, farbintensive, gerbstoffbetonte Rebsorten die oxidationsempfindlichen, leichteren, aromatisch duftigeren und eleganteren Rebsorten vor Oxidation zu schützen und eine längere positive Entwicklung gewährleisten zu können. Auf diese Weise verschneidet man z. B. ‚kühle’ Rebsorten (wie Syrah) mit ‚warmen’ (wie Grenache), empfindliche mit unempfindlichen, reduktive mit oxidativen etc. etc.
Das geschieht stets nach peniblen Vorverkostungen in mehr oder weniger aufwendigen Probenreihen. Tatsächlich kann eine gekonnt zusammengestellte Cuvée besser schmecken als die einzelne Rebsorte für sich, weil sich Frucht, Gerbstoffgehalt und Alkohol zum harmonischen Ganzen vereinen. Praktisch jeder Bordeaux, viele Chiantis, nahezu jeder Rotwein aus der Rioja oder dem portugiesischen Dourotal, dem Veneto, der Provence, dem Languedoc oder dem südlichen Rhônetal besteht aus zwei bis fünf, manchmal auch mehr Rebsorten, die auf dem Etikett nicht ausgewiesen werden.
Das deklarieren auch wir als Cuvée, egal ob weiß oder rot, geben dann aber immer die wesentlichen Rebsorten an. Alles klar?
![]() | Argentinien - Mendoza |
![]() | Cuvée rot |
![]() | Langsam |
![]() | 12er Karton |
| Art-Nr. ARG07201 | |
| Inhalt 0.75l |















