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Pinot Noir 'Louise Vineyard'
Louise Vineyard ist der erste Weinberg, den Gerries für ‚Cristom’ anlegten. Ein langer Weinberg unterteilt in zwei Parzellen; die untere bringt kühlere Weine, weil die Parzelle ab Nachmittag im Schatten liegt; die obere bringt fette, kraftvolle Weine und ist oft die erste, die bei Cristom gelesen wird.
Ein Louise-Pinot Noir ist immer aromatisch kraftvoll und expressiv, schmeckt tiefgründig, saftig und fleischig und wirkt ein wenig wild im Bukett; im Mund dominieren festere, dichtere Gerbstoffe als in den anderen Lagenweinen, sie füllen satt und samtig das Mundgefühl.
2008 ist der große Jahrgang in Oregon. Opulent stehen blaue Beeren- und Cassisnoten über dem Glas. Nougat-, Kaffee- und Lakritzearomen mit Anklängen an grünen Tee und braune winterliche Gewürze prägen den Geschmack, kraftvoll weich, reich und üppig räkelt sich der Wein im Mundgefühl. Lange klingt er am Gaumen dicht und kühl wirkend nach. 'Louise' 2008 ist ein expressiv aromatischer Pinot, wie wir ihn in Europa kaum kennen, wie er aber typisch ist für Oregon. Attraktiv und unkompliziert, zugleich aber lustvoll mit hohem Anspruch zu genießen. Ein Pinot Noir, der Kraft und Grazie auf so eigenständige Art und Weise vereint, daß der Vergleich selbst mit guten Burgunden die stilistische und geschmackliche Eigenständigkeit großer Oregon Pinots überzeugend demonstriert: Nicht besser oder schlechter, sondern anders. Trotz seines zugänglichen Charmes, der ganz wesentlich auf extrem schonender Verarbeitung beruht, wird sich der Jahrgang 2008 perfekt über viele Jahre entwickeln.
Steve Doerner gilt in Oregon als der Weinmacher der Weinmacher. Seine Pinot Noirs sind sehr beliebt, sie sind auch unter den Winzern der Region die heimliche Referenz für kühlen Nordwest-Pinot Noir und sie schmücken die Weinkarten der besten Restaurants. Dafür sind sie ausgesprochen preiswert. 'Louise' 2008 steht für eindrucksvoll üppigen, raffiniert kühlen Lagen-Pinot Noir aus großem Jahrgang von einem der besten Produzenten Oregons.
Cristom Vineyards
Oregon ist als Weinbauregion beim durchschnittlichen Weintrinker kaum bekannt. Bei ambitionierteren Weintrinkern aber sind die Pinots des pazifischen Nordweststaates längst ernsthafte Alternative zu Burgund. Einer der besten Betriebe Oregons ist ‚Cristom Vineyards’ in Salem im Willamette Valley, dem bekanntesten Anbaugebiet Oregons. Paul Gerrie, Gründer und Besitzer von ‚Cristom’, war Mitte der achtziger Jahre intensiv in Burgund unterwegs gewesen, hatte den Reiz des Pinot Noir kennengelernt und spontan beschlossen, der magischen Ausstrahlung der Rebsorte auf den Grund zu gehen.
Typisch amerikanisch hängte er 1991 seinen Job als Ingenieur an den berühmten Nagel, zog von der Ostküste ins aufblühende Oregon an der Westküste und gründete dort sein Weingut. Das verfügt heute über rund 30 Hektar Rebfläche und hat sich internationalen Ruf erworben. ‚Bei uns macht das Land den Wein’ ist das Motto von Cristom Vineyards’, das heute zu den besten Pinot-Noir-Produzenten Amerikas gehört.
Als Betriebsleiter engagierte Paul Gerrie den langjährigen Winemaker von ‚Calera’, Steve Doerner, der in Kalifornien Pinot Noirs produzierte, die damals schon Legende waren. Steve kam, sah und blieb. Das Team, das vor 20 Jahren den Betrieb gründete, arbeitet noch heute zusammen. Die absolute Ausnahme im schnellebigen amerikanischen Weinbusiness. Kontinuität und Zuverlässigkeit sind die Stärke dieses Weltklassebetriebes.
Steve Doerner, studierter Biochemiker und Sohn französischer Immigranten, hat sich einem fast schon intuitiv wirkenden Stil von Pinot Noir verschrieben, der viel von der Ausstrahlung und Kraft großer Burgunder vor 1959 hat. Damals gab es noch keine synthetischen Düngemittel, weshalb die Beerenschalen noch dick waren und die Weine saftig, reif, dunkelfarbig, würzig und dicht. An diese Zeiten knüpfen die Weine von Cristom an, die eher an großen Burgunder von damals erinnern als irgendein moderner Burgunder (mit Ausnahme der Weine von Bize Leroy); nach 1959 verlor Burgund seinen Charakter, weil es bis heute unter den gewaltigen Phosphatdüngergaben der sechziger bis neunziger Jahre leidet.
‚Ich übersetze eigentlich nur, was die Natur uns liefert’ meint Steve Doerner, und schöpft aus dem Vollen, hat er doch 1991 die jeweils nach Frauen aus der Familienhistorie benannten Weinberge konzipiert, sie mit einer breiten Selektion unterschiedlicher Klonen in hochdichten Pflanzungen angelegt und den bewußten Verzicht auf Bewässerung und synthetische Chemie im Weinberg beschlossen, nachhaltig visionär für damalige Zeiten.
Steve Doerner versteht sich auch im Keller als Traditionalist im vorindustriellen Sinne. Er mazeriert seine Trauben wie in alten Zeiten nicht abgebeert, also mit Stiel und Stengel; er vergärt ausschließlich spontan, bewegt Most und Wein nur per Schwerkraft und schwefelt nur wenn es nötig ist. ‚Schwefel und Pinot Noir ist eine delikate Kombination’, meint er und betont, daß es bei ‚Cristom Vineyards’ maximal natürlich zugeht. Auch nach 25 Jahren professioneller Beschäftigung mit Wein kämpft er mit Leidenschaft für Qualität und seriöses Handwerk. ‚Großer Pinot Noir hat diese faszinierende Kombination von seidiger Finesse mit druckvoller Kraft und Tiefe, die man aus keiner anderen roten Rebsorte gewinnen kann’, schwärmt er und setzt seine verschiedenen Lagen in eindrucksvoll eigenständige Pinot-Persönlichkeiten um. ‚Unsere Trauben können besonders lange am Stock reifen’, meint er, deshalb fielen seine Weine opulent in der Pinot Noir-Frucht aus mit satter Expressivität. ‚Durch das Klonenmaterial und die perfekte Ausreifung ohne Überreife fallen sie, ähnlich großen alten Burgundern aus großen Jahrgängen, etwas hoch im Alkohol aus, was man durch ihre Kraft aber geschmacklich kaum wahrnimmt’, meint er und legt Wert darauf, ‚daß meine Pinots in den Gerbstoffen nachvollziehbar handgemacht schmecken, komplex und dicht verwoben, tiefgründig und balanciert, kraftvoll und elegant zugleich.’ Große Pinots von einem der führenden Pinot Noir-Erzeuger der Weinwelt.
Die Rebe
Pinot Noir
Ampelographisch gehört Pinot Noir zur Familie der Noirien-Rebsorten. Sie ist über tausend Jahre alt, deshalb stark degeneriert und in zahlreichen Varianten bekannt, wie Pinot Blanc, Pinot Meunier, Pinot Gris und Pinot Madeleine = Frühburgunder beweisen. Alleine in Frankreich kennt man heute über 50 verschiedene Klone, von denen jeder einzelne eine charakteristische Morphologie der Traube und stark divergierende Ertragsleistung, Resistenz gegenüber Fäulnis und Reifeverhalten besitzt. Generell ist Pinot Noir dünnschalig und deshalb frühreifend, weshalb er sich besonders in nördlichen Weinbauregionen durchgesetzt hat.
Pinot treibt nicht nur früh aus, er ist auch empfindlich für Spätfröste und Verrieseln; feuchte kühle Böden auf tiefgelegenen Lagen mag er gar nicht, er gelingt am besten auf kargen Kalksteinböden in kühlen Klimata, weil dort die früh reifende Traube nicht zu reif wird, um Aroma und Säure zu verlieren.
Pinot Noir stellt hohe Ansprüche an die Lagenqualität, das Mikroklima und die Pfropf-Unterlage. Es ist eine zickige Rebsorte, die anfällig ist für beide Mehltauarten, für Fäulnis (seine Beerenhaut ist dünner als alle anderen roten Sorten) und die Reiser- sowie Blattrollkrankheit. Deshalb ist die Qualität des Standortes, der Bodenchemie und des Mineralienhaushaltes so wichtig. Pinot Noir ist eine sehr anspruchsvolle Terroir-Rebsorte.
Doch auch im Keller verhält sich Pinot Noir zickig. Dort dient die Weinbereitung der möglichst schonenden Extraktion seiner dünnschaligen Beerenschalen, denen man möglichst viel Information wie Farb-, Geschmacks- und Aromastoffe entziehen möchte, ohne zu viel bittere Gerbstoffe zu extrahieren. Deshalb gibt es wie bei keiner anderen Rebsorte grundsätzliche ‚Schulen’ der Weinbereitung, die das enorme Stilspektrum der Rebsorte weltweit erklären. Es ist neben der Herkunft tatsächlich vor allem die fordernde Weinbereitung, die das Bild des Pinot Noir prägt. So vergärt man ganz grundsätzlich entweder mit oder ohne Stiele und Stengel, also abgebeert oder nicht; es gibt als ein Extrem die sogenannten Kaltvergärer, die unter starker Schwefelung die Trauben kalt mazerieren, um ihnen möglichst viel Frucht und Farbtiefe ohne zu viele Gerbstoffe abzugewinnen, und als entgegengesetztes Extrem die Traditionalisten, die ohne Eingriffe warm vergären und dadurch relativ hellfarbige Weine erhalten, die aber voll aromatischer Finesse und Eleganz sind.
Stilistik, Aroma und Geschmack reichen im Pinot Noir deshalb von fest, fast schon streng, über sauer, tanninschwer, bis zu unübertrefflich weich, samtig und aromatisch komplex. Den Ideal-Pinot gibt es nicht. Den muß jeder für sich finden. Wir definieren guten Pinot als in Duft und Geschmack deutlich an Schwarzkirschen erinnernd in einem Mundgefühl, dessen sensible Harmonie von Frucht und Gerbstoff, Süße und Säure so ausbalanciert ausfallen kann, wie man es in der Welt des Weines bei keiner anderen Rebsorte findet.
![]() | USA - Oregon |
![]() | Pinot Noir |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. ORR08102 | |
| Inhalt 0.75l |

















