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Pinot Noir 'Ata Rangi'
Ata Rangis Pinot Noir des Jahrgangs 2009 ist fein und europäisch ausgefallen, besitzt aber trotzdem den typischen neuseeländischen ‚Punch’ auf der Zungenmitte, der diesen Wein so charakteristisch prägt. Uns persönlich gefällt 2009 etwas besser als der massive 2008er, aber das ist eine Frage des Stiles und nicht der Qualität.
2009 verbreitet den attraktiven Duft von Rosenblättern, roten Früchten und attraktiven Gewürzen im Bukett, reif und üppig, ein seriöser Wein mit breitem Spektrum an Duft und Geschmack. Pinot Noir der Extraklasse, sehr eigen, sehr charakteristisch, tiefgründig und wild im Duft, mit edler Struktur und dichter, reifer Gerbstoffpackung, die sich fein und geschmeidig präsentiert im langen, druckvollen Finish. Man schmeckt inzwischen das Alter der Rebstöcke, das für neuseeländische Verhältnisse mit bis zu 30 Jahren hoch ist; es sorgt für besondere Spannung und faszinierende Reintönigkeit im komplexen Ganzen, für Expressivität in der Herkunft und für enormes Trinkvergnügen. Dies ist kein simpel internationaler Pinot Noir, sondern ein Wein mit Charakter und Eigenart, unverkennbar Ata Rangi.
2009 ist ein Jahrgang, den man haben und halten sollte. Seine kerngesunden Trauben, die besonders lange am Stock reifen konnten, wurden sorgfältig von Hand vor der Kelter ausgelesen. Jede einzelne Parzelle, jede Pflanzung unterschiedlicher Klonen, wurde getrennt vergoren und ausgebaut. Nach zehn Monaten Reifezeit wurde dann Faß für Faß verkostet und aus den besten Partien, meist den ältesten Reben und besten Klonen, die sich als solche über Jahre herausbilden, schließlich jenes Ata Rangi-Grand Cru extrahiert, das vor Ihnen im Glas steht. Einer der großen Pinot Noirs der Weinwelt.
Wir empfehlen den Wein, der mit 14 Vol. % nicht gerade zart besaitet ist, was man ihm aber nicht anmerkt, bei 16 bis 18°C zu servieren, damit er sich im Glas zu voller Größe entfalten kann. Er öffnet sich langsam und man sollte ihn dekantieren, was wir für Pinot ansonsten kaum empfehlen.
Ata Rangi
Pinot Noir. Die schwierigste, zickigste und anspruchsvollste rote Rebsorte im Weinberg, die auch im Glas fordert, weil sie auch dort nicht immer so schmecken will, wie man es sich vorstellt. Genau deshalb reizt sie uns besonders. Ob der wenig vertrauenerweckenden Preis- und Qualitätssituation in Burgund halten wir uns dort bewußt zurück, doch suchen wir weltweit engagiert nach Weltklasse-Alternativen. Dabei gelten neben den neuen, noch kaum bekannten Anbaugebieten Nordkaliforniens vor allem Oregon und Neuseeland als wichtigste Pinot-Noir-Anbaugebiete außerhalb Burgunds. In Neuseeland arbeiten wir seit vielen Jahren mit einem der renommiertesten Pinot Noir-Betriebe zusammen, der nicht nur wegweisender Pionier, sondern auch einer der besten Produzenten der sensiblen Rebsorte auf der Insel ist: Ata Rangi.
‚Ata Rangi’ heißt in der Eingeborenensprache Neuseelands ‚Neubeginn’ oder ‚Dämmerung’. Die sah Clive Paton, ehemaliger Farmer, buchstäblich heraufziehen, als er 1980 in Martinborough ohne Geld und ziemlich blauäugig mit dem Weinbau begann. Damals gab es in ganz Neuseeland nur eine Handvoll Winzer. Er experimentierte mit diversen Rebsorten, von denen sich merkwürdigerweise ausgerechnet die empfindliche Pinot Noir besonders bewährte. So mutierte Clive Paton vom Farmer zum Winzer, der sich und seine Weinleidenschaft zunehmend der empfindlichen, an das kühle Klima Neuseelands aber offensichtlich besonders gut adaptierten Rebsorte Pinot Noir verschrieb. Das größte Problem war das Pflanzmaterial. Zu Beginn standen nur schlechte Klonen und Unterlagen zur Verfügung und es dauerte Jahre, bis hochwertiges europäisches Rebmaterial zur Verfügung stand. Heute genießt das Team um Clive Paton weltweiten Ruf und die Pinots von Ata Rangi sind Legende. Sie haben so ziemlich jede Verkostung und jeden Wettbewerb der neuen Welt gewonnen und Ata Rangi gilt als einer der besten Pinot Noir-Produzent der Welt.
Die gut drainierten, mineralstoffarmen Böden der Region um Martinborough, wo ‚Ata Rangi’ liegt, sorgen für ideale Wachstumsbedingungen. Dort hat ‚Ata Rangi’ auf rund 33 Hektar Reben stehen, die rund 10.000 Kisten Premiumwein produzieren. Die unterliegen strikter Zuteilung, doch erhalten wir durch unsere langjährige Partnerschaft mit dem Weingut eine erquickliche Menge. ‚Ata Rangi’-Pinots entwickeln sich über zehn und mehr Jahre zuverlässig und konstant und zeichnen sich durch kraftvollen Charakter aus, der mit der Fragilität und säurebetont kühlen Zartheit burgundischen Pinots nicht viel gemein hat; Ata Rangis Pinots sind opulenter, wärmer, dicker und kräftiger, verstehen im Konzert der großen Pinots der Welt aber mit unverwechselbarer Herkunftsstilistik selbstbewußt mitzuspielen.
Ata Rangi im Video
Die Rebe
Pinot Noir
Ampelographisch gehört Pinot Noir zur Familie der Noirien-Rebsorten. Sie ist über tausend Jahre alt, deshalb stark degeneriert und in zahlreichen Varianten bekannt, wie Pinot Blanc, Pinot Meunier, Pinot Gris und Pinot Madeleine = Frühburgunder beweisen. Alleine in Frankreich kennt man heute über 50 verschiedene Klone, von denen jeder einzelne eine charakteristische Morphologie der Traube und stark divergierende Ertragsleistung, Resistenz gegenüber Fäulnis und Reifeverhalten besitzt. Generell ist Pinot Noir dünnschalig und deshalb frühreifend, weshalb er sich besonders in nördlichen Weinbauregionen durchgesetzt hat.
Pinot treibt nicht nur früh aus, er ist auch empfindlich für Spätfröste und Verrieseln; feuchte kühle Böden auf tiefgelegenen Lagen mag er gar nicht, er gelingt am besten auf kargen Kalksteinböden in kühlen Klimata, weil dort die früh reifende Traube nicht zu reif wird, um Aroma und Säure zu verlieren.
Pinot Noir stellt hohe Ansprüche an die Lagenqualität, das Mikroklima und die Pfropf-Unterlage. Es ist eine zickige Rebsorte, die anfällig ist für beide Mehltauarten, für Fäulnis (seine Beerenhaut ist dünner als alle anderen roten Sorten) und die Reiser- sowie Blattrollkrankheit. Deshalb ist die Qualität des Standortes, der Bodenchemie und des Mineralienhaushaltes so wichtig. Pinot Noir ist eine sehr anspruchsvolle Terroir-Rebsorte.
Doch auch im Keller verhält sich Pinot Noir zickig. Dort dient die Weinbereitung der möglichst schonenden Extraktion seiner dünnschaligen Beerenschalen, denen man möglichst viel Information wie Farb-, Geschmacks- und Aromastoffe entziehen möchte, ohne zu viel bittere Gerbstoffe zu extrahieren. Deshalb gibt es wie bei keiner anderen Rebsorte grundsätzliche ‚Schulen’ der Weinbereitung, die das enorme Stilspektrum der Rebsorte weltweit erklären. Es ist neben der Herkunft tatsächlich vor allem die fordernde Weinbereitung, die das Bild des Pinot Noir prägt. So vergärt man ganz grundsätzlich entweder mit oder ohne Stiele und Stengel, also abgebeert oder nicht; es gibt als ein Extrem die sogenannten Kaltvergärer, die unter starker Schwefelung die Trauben kalt mazerieren, um ihnen möglichst viel Frucht und Farbtiefe ohne zu viele Gerbstoffe abzugewinnen, und als entgegengesetztes Extrem die Traditionalisten, die ohne Eingriffe warm vergären und dadurch relativ hellfarbige Weine erhalten, die aber voll aromatischer Finesse und Eleganz sind.
Stilistik, Aroma und Geschmack reichen im Pinot Noir deshalb von fest, fast schon streng, über sauer, tanninschwer, bis zu unübertrefflich weich, samtig und aromatisch komplex. Den Ideal-Pinot gibt es nicht. Den muß jeder für sich finden. Wir definieren guten Pinot als in Duft und Geschmack deutlich an Schwarzkirschen erinnernd in einem Mundgefühl, dessen sensible Harmonie von Frucht und Gerbstoff, Süße und Säure so ausbalanciert ausfallen kann, wie man es in der Welt des Weines bei keiner anderen Rebsorte findet.
![]() | Neuseeland - Martinborough |
![]() | Pinot Noir |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. NLZ09101 | |
| Inhalt 0.75l |














