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'Mas Clavel' Coteaux du Languedoc
Pierre Clavel
Pierre Clavel ist ein richtig guter Typ. Ein Winzer, der sein Metier liebt, es mit Passion betreibt, sich selbst nicht so wichtig nimmt und deshalb auf angenehme Weise über den Dingen steht.
Pierre Clavel lebt mit Frau Estelle, Kindern und vielen Tieren in einem großzügig restaurierten Mas nördlich von Montpellier im Languedoc. Dort steht auch seine zweckmäßig eingerichtete Kellerei. Familie Clavel ist ungewöhnlich gastfreundlich, gerne empfängt sie Gäste, hier ist man immer willkommen. Gelebter Anspruch.
Für Pierre Clavel ist Wein Vergnügen, Entspannung, Kommunikation, Gastfreundschaft und Lebensfreude. Deshalb produziert er keine ausgereizten, hochintellektuellen Spitzenweine, sondern süffige, trinkfreudige Alltagsweine vorbildlichen Preis-Genuß-Verhältnisses, die rundum Weinvergnügen garantieren. Dazu verzichtet er in Weinberg und Keller bewußt auf den letzten Schliff und stellt selbstkritisch solides Handwerk vor falschen Anspruch auf Perfektion, an dem schon viele Winzer vor ihm gescheitert sind.
Seine rund 20 ha Rebfläche stehen auf Kiesel-, Quartz- und Granitböden, ein neuer Weinberg am Pic St.Loup ist kargen Kalkböden gewidmet. Seinen Grenache-, Syrah-, Carignan- und Mourvèdre-Reben ringt er saftig reife Fruchtwürze in stets etwas rustikal wirkenden, durchaus aber charmanten Weinen ab, die deftige Fülle mit herber Kühle und angenehmer Frische verbinden. Der bescheiden auftretende Winzer hat den Schalk im Nacken und zeigt seinen Mitbewerbern, wie man seriöse Bioweine verschiedener Qualitätsstufen zu marktgerecht stabilen Preisen auf hohem Niveau über Jahre hinweg erfolgreich verkauft. Wie gesagt, Pierre Clavel geht den Wein realistisch an. Deshalb erntet er manche seiner Weine je nach Jahrgang und Traubenqualität maschinell, andere von Hand; doch alle werden sie spontan vergoren und in traditionellen Betontanks ausgebaut, nur die die Spitzencuvées reifen in gebrauchten Barriques.
Pierre Clavels wohlerzogene südfranzösische (Bio-)Landpomeranzen sind mit Lust und Freude zu genießen. Man trinkt sie gerne und oft. Genau dafür hat er sie konzipiert. Genau deshalb arbeiten wir seit über 20 Jahren zusammen.
Die Rebe
Grenache
Grenache, nach Airen die zweitmeistangebaute Rebsorte der Welt, steht als Garnacha Tinta in Spanien auf über 100.000 ha, sie ist dort die meistangebaute Rotweintraubensorte. In Frankreich bedeckt sie mit über 90.000 ha immerhin noch den Großteil des nationalen Rebterrains, und auf Sardinien meinen die Sarden, mit ihrer Cannonau den historischen Ursprung der Rebsorte für sich gepachtet zu haben.
Grenache ist trotz ihrer Verbreitung weniger bekannt, weil sie meist in Verschnitten landet. Sie wird nur selten reinsortig auf Etiketten ausgewiesen. Die Rebsorte ist prädestiniert für den Anbau in trockenen, warmen und windigen Regionen. Sie entwickelt ungewöhnlich starkes Holzwachstum und zeichnet sich durch aufrechten kraftvollen Wuchs aus, was sie besonders für windige Gegenden eignet. Sie widersteht sogar dem hart blasenden Mistral des Rhônetales, wo sie in der traditionellen Gobelet-Erziehung auch extreme Widerstandsfähigkeit gegen Dürre und Hitze beweist. Sie treibt früh aus und erreicht bemerkenswert hohe Zucker- und Extraktwerte. Ihre Beerenschale ist dünn, sie entwickelt keine intensive Farbe und neigt in der Verarbeitung schnell zu Oxidation. Deshalb wird sie so oft mit dickschaligen (antioxidativ wirkenden, reduktiven) Rebsorten wie Syrah oder Mouvèdre verschnitten.
Im Mund entwickelt reinsortige Grenache ein charakteristisch süßes, cremig samtiges Mundgefühl mit deutlichen Anklängen an weißen Pfeffer, schwarze Oliven, Rosmarin und Rumtopf. Am besten gelingt die Rebsorte entlang der südlichen Rhône, wo sie in der Regel verschnitten wird, doch beweist sie hier auch überzeugender als anderswo, wozu sie bei niedrigen Erträgen und konsequentem Qualitätsanbau auch reinsortig fähig ist. Dort wird sie, wie nirgendwo sonst, penibelst gepflegt, denn sie bringt gutes Geld. Auf kargen Kieselböden und harten Windverhältnissen wird sie vor allem in und um Châteauneuf du Pape knapp angeschnitten und anschließend zu ausgereizter Reife gebracht. So entstehen dort gewaltig konzentrierte Rotweine außergewöhnlichen Reifepotentials, die sich grandios über Jahrzehnte entwickeln. Die Renaissance dieser Weine in den achtziger Jahren hat zu einer neuen Beschäftigung mit der Südrhône, vor allem aber mit der Rebsorte Grenache geführt, so daß man von ihr in Zukunft mehr hören und probieren wird, obwohl sie durch ihr starkes Holzwachstum nicht geeignet ist für die maschinelle Bearbeitung.
![]() | Frankreich - Languedoc |
![]() | Grenache |
![]() | Langsam |
![]() | 12er Karton |
| Art-Nr. FLR10309 | |
| Inhalt 0.75l |
















