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Marsannay rouge
Neu im Programm: Sylvain Pataille, ein junger Demeter-Winzer aus Marsannay im nördlichen Burgund, bisher bekannt für dünne, magere Pinot Noirs und Chardonnays. Daß es auch anders geht, beweist Patailles Marsannay 'Villages' des kühlen, feinen Jahrgangs 2010.
Man hätte nie vermutet, daß es zu derart fairem Preis derart potenten, mundfüllenden Pinot Noir aus Burgund gibt. Doch Sylvain Pataille ist ein stiller Könner. Er hat sich zur Aufgabe gemacht, durch biologischen Anbau und natürliche Ertragsreduzierung Marsannay wieder auf die Landkarte der Weinkenner der Welt zu setzen. Das ist ihm in den wenigen Jahren, seit er sein eigenes Weingut betreibt, verblüffend schnell und nachhaltig gelungen. Seine Weine werden hoch gehandelt, obwohl sie (noch) sehr preiswert sind. Seine Stilistik ist bemerkenswert. Er gibt auch seinem einfachsten Wein, den Sie hier im Glas haben, kraftvoll seidige Gerbstoffe mit, die von dunkelwürziger Frucht und kühler Frische geprägt sind. Achten Sie beim Trinken darauf, wie gelungen Frucht und Würze dieses Weines in die Gerbstoffe integriert sind. Sie sind es, die die geschmackliche Information des Weines im gesamten Mundraum verteilen, angenehm weich, kühl und seidig, raffiniert feinkörnig und bemerkenswert persistent und lang im Mundgefühl.
So sorgt dieser dunkel gewürzte, samtig füllige Pinot Noir der Einstiegsklasse stets für Staunen. Er wirkt fast üppig im Mundgefühl und offenbart feine Gerbstoffdichte rarer Qualität, zart und samtig zugleich, voller Veilchen- und Kirscharomen, man ahnt frische Blaubeeren im Duft, aber auch die für guten Pinot Noir so typischen Zimt- und Nelkenanklänge. Der Wein ist noch sehr jung. Sylvain Pataille baut seine weine bewußt sehr lange auf der Hefe aus, weshalb er trotz seiner Jugend schon recht komplex riecht und schmeckt, ungewöhnlich intensiv daherkommt und dennoch verblüffend charmant und hochwertig. Einen gelungeneren Einstieg in die mysteriöse Welt burgundischen Pinots können wir uns kaum vorstellen. Dezent kühl servieren, etwas Luft geben und dann rein ins Pinot-Vergnügen, das auch den Freunden ‚schwerer’ Weine garantiertes Wein-Vergnügen bereiten wird. Unser Geheimtip in Burgund.
Sylvain Pataille
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Die Rebe
Pinot Noir
Ampelographisch gehört Pinot Noir zur Familie der Noirien-Rebsorten. Sie ist über tausend Jahre alt, deshalb stark degeneriert und in zahlreichen Varianten bekannt, wie Pinot Blanc, Pinot Meunier, Pinot Gris und Pinot Madeleine = Frühburgunder beweisen. Alleine in Frankreich kennt man heute über 50 verschiedene Klone, von denen jeder einzelne eine charakteristische Morphologie der Traube und stark divergierende Ertragsleistung, Resistenz gegenüber Fäulnis und Reifeverhalten besitzt. Generell ist Pinot Noir dünnschalig und deshalb frühreifend, weshalb er sich besonders in nördlichen Weinbauregionen durchgesetzt hat.
Pinot treibt nicht nur früh aus, er ist auch empfindlich für Spätfröste und Verrieseln; feuchte kühle Böden auf tiefgelegenen Lagen mag er gar nicht, er gelingt am besten auf kargen Kalksteinböden in kühlen Klimata, weil dort die früh reifende Traube nicht zu reif wird, um Aroma und Säure zu verlieren.
Pinot Noir stellt hohe Ansprüche an die Lagenqualität, das Mikroklima und die Pfropf-Unterlage. Es ist eine zickige Rebsorte, die anfällig ist für beide Mehltauarten, für Fäulnis (seine Beerenhaut ist dünner als alle anderen roten Sorten) und die Reiser- sowie Blattrollkrankheit. Deshalb ist die Qualität des Standortes, der Bodenchemie und des Mineralienhaushaltes so wichtig. Pinot Noir ist eine sehr anspruchsvolle Terroir-Rebsorte.
Doch auch im Keller verhält sich Pinot Noir zickig. Dort dient die Weinbereitung der möglichst schonenden Extraktion seiner dünnschaligen Beerenschalen, denen man möglichst viel Information wie Farb-, Geschmacks- und Aromastoffe entziehen möchte, ohne zu viel bittere Gerbstoffe zu extrahieren. Deshalb gibt es wie bei keiner anderen Rebsorte grundsätzliche ‚Schulen’ der Weinbereitung, die das enorme Stilspektrum der Rebsorte weltweit erklären. Es ist neben der Herkunft tatsächlich vor allem die fordernde Weinbereitung, die das Bild des Pinot Noir prägt. So vergärt man ganz grundsätzlich entweder mit oder ohne Stiele und Stengel, also abgebeert oder nicht; es gibt als ein Extrem die sogenannten Kaltvergärer, die unter starker Schwefelung die Trauben kalt mazerieren, um ihnen möglichst viel Frucht und Farbtiefe ohne zu viele Gerbstoffe abzugewinnen, und als entgegengesetztes Extrem die Traditionalisten, die ohne Eingriffe warm vergären und dadurch relativ hellfarbige Weine erhalten, die aber voll aromatischer Finesse und Eleganz sind.
Stilistik, Aroma und Geschmack reichen im Pinot Noir deshalb von fest, fast schon streng, über sauer, tanninschwer, bis zu unübertrefflich weich, samtig und aromatisch komplex. Den Ideal-Pinot gibt es nicht. Den muß jeder für sich finden. Wir definieren guten Pinot als in Duft und Geschmack deutlich an Schwarzkirschen erinnernd in einem Mundgefühl, dessen sensible Harmonie von Frucht und Gerbstoff, Süße und Säure so ausbalanciert ausfallen kann, wie man es in der Welt des Weines bei keiner anderen Rebsorte findet.
![]() | Frankreich - Burgund |
![]() | Pinot Noir |
![]() | Langsam |
| Zertifiziert Demeter | |
![]() | 12er Karton |
| Art-Nr. FBU10603 | |
| Inhalt 0.75l |

















