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Fattoria La Fiorita
Fattoria La Fiorita
Piaggia della Porta, 3
I-53020 Castelnuovo dell'Abate (SI)
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Wer K&U kennt, kennt Roberto Cipresso. Mit ihm arbeiteten wir schon zusammen, als er 1987 das Weingut Ciacci Piccolomini in Montalcino aus der Taufe hob und binnen weniger Jahre zu einem der meistbeachteten Weingüter dort machte. Dann verschwand er war für ein paar Jahre von der Oberfläche, tourte durch die ganze Weinwelt, wurde Weinmacher der Bodegas Achaval-Ferrer in Argentinien, einem kleinen, aber feinen Familienbetrieb in Mendoza, dem er mit famosen Weinen internationale Meriten bescherte, und er baute zielstrebig und mit Weitblick ein Weinberatungsunternehmen unter seinem Namen auf, das heute von der Pflanzung im Weinberg über die Graphik der Etiketten bis zur Finanzverwaltung alles bietet, was ein Weingut braucht, um im internationalen Markt bestehen zu können. 2006 wurde er von der italienischen Sommeliervereinigung zum besten Önologen Italiens gekürt, wobei er Wert darauf legt, keiner jener typisch italienischen Önologen zu sein, die jeden Betrieb nach dem gleichen Rezept auf die gleiche Stilistik trimmen; er geht die Beratung seiner Kunden so individuell wie möglich an, um jedem Projekt den ureigenen Charakter zu bewahren bzw. ihn gezielt zu entwickeln. Robert Cipressos Website widmet sich selbstbewußt seinen vielfältigen Aktivitäten, die in Art und Breite vermutlich einmalig sind in der bunten Welt des Weines.
Montalcino ließ ihn nie wirklich los und so tauchte Robert Cipresso 1992 wieder in Castelnuovo dell Abate auf, wo für ihn alles begann, um das eigene kleine Weingut aufzubauen: La Fiorita. Italienisch für blühende Blumen. Sie schmücken seine eigenwilligen Etiketten. Als Partner holte er sich seinen alten Freund Lucio Gomiero von Vignalta im Veneto ins Boot und Tiziano Siviero, einen ehemaligen Rally-Weltmeister. Knapp 10 Hektar haben die drei Partner auf La Fiorita heute unter Reben stehen, die meisten sind 35 Jahre alt, ein paar Parzellen pflanzte Robert 1990 nach. Ihre Pazelle ‚Poggio al Sole’ liegt niedriger und ist deshalb wärmer als ‚Pian Bossolino’, beide liegen zwischen 100 und 300 m Höhe im südlichsten, dem wärmsten Teil der Appellation Montalcino und sind reine Südlagen. Hier entstehen Roberto Cipressos Brunelli, die Burgund nach Montalcino bringen.
Seine Botschaft als Weinmacher wie auch als Weinberater ist ‚Terroir’. Das bezieht er aber nicht nur auf den Boden, sondern auf die gesamte Herkunft, wobei er sich selbst als wichtigstes Element dabei bezeichnet. Bei aller Geschäftstüchtigkeit ist Roberto Cipresso ein sehr romantischer, warmherziger Mensch, der seine Leidenschaften pflegt. Deshalb sind seine Weine auch so persönlich in Stil und Charakter.
Wir halten Brunello di Montalcino für eine ähnlich überbewertete Region wie Ribera del Duero in Spanien. Brunello braucht man nicht wirklich. Die Appellation hat weder ein Gesicht noch Charakter noch Rückgrat. Doch Roberto Cipresso auf der einen und Francesco Leanza auf der anderen Seite ergänzen sich in ihren Extremen auf so überzeugende Weise, daß sie nachvollziehbar machen, daß Montalcino eben doch ein großes Terroir sein kann.
Wir würden nicht zwei verschiedenen Brunello-Produzenten anbieten, wenn sie nicht Sinn machen würden im Programm. Das ‚Terroir’ Montalcinos in seiner pursten Ausprägung, mal präzise auf die Herkunft bezogen, mal der Macher im Fokus seiner Herkunft. Roberto Cipressos Weine geben sich südlich und warm, burgundisch weich und füllig, sehnsüchtig schwärmerisch, rund und mollig, durchaus so opulent wie romantisch verspielt. Francesco Leanza sieht in seiner ‚Podere Salicutti’ das genaue Gegenteil: Präzise und knackig unbequem, gar nicht romantisch, sondern analytisch und maximal ehrlich ganz auf die Herkunft bezogen, er nimmt sich selbst zurück, um seinen kargen Kalkboden, den berühmten Galestro, sprechen zu lassen, der seine kühlen Lagen auch kühl und spröde prägt, der Geduld braucht und unverwechselbaren Charakter verleiht, nicht minder burgundisch wie La Fiorita, nur ganz anders. Besser? Schlechter? Anders! Wer Brunello beurteilen will, sollte definieren, was er in Brunello sucht! Den Brunello gibt es so wenig, wie es den Bordeaux gibt. Deswegen sind Vergleichsverkostungen sinnloser Quatsch. Hier haben Sie Gelegenheit, dem Begriff ‚Terroir’ hinterher zu schmecken bei zwei Winzern, die es ernst meinen mit dem Begriff, aus Überzeugung aber völlig entgegengesetzte Exemplare abliefern, die doch vieles gemein haben. Sie kreisen wie zwei Pole um das Thema Montalcino, beide sind einmalig und unverwechselbar, und doch stilistisch wie geschmacklich diametral entgegengesetzt.
Francesco Leanza arbeitet zertifiziert biologisch. Seine Lagen gehören zu den höchsten und kühlsten in Montalcino. Roberto Cipresso arbeitet naturnah konventionell, seine Lagen gehören zu den wärmsten der Region. Beide lesen sorgfältig von Hand. Leanza vergärt spontan aber reduktiv temperaturkontrolliert in Edelstahl, Cipresso spontan oxidativ in oben offenen hölzernen Gärbottichen. Bei beiden gehen die Moste anschließend in Fässer aus französischer Eiche, um nach einem Jahr auf der Hefe für ein weiteres Jahr in großen traditionellen Fässern aus slovenischer Eiche auszureifen. Beide filtrieren ihre Weine nicht. Ist das nicht die Faszination ‚Terroir’? Brunello di Montalcino als eigenwillig rarer Terroirwein.
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2006
Brunello di Montalcino DOCG 'La Fiorita'
La Fiorita36,90 €0.75l
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2004
Brunello di Montalcino Riserva DOCG 'La Fiorita'
La Fiorita49,90 €0.75l










