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Burgund

Wenn sich K&U nach vielen Jahren der Abstinenz wieder in Burgund engagiert, dann sollte es etwas besonderes sein.
Doch Burgund ist und bleibt, trotz intensivster Beschäftigung über viele Jahre, ein Minenfeld. Es ist eine frustrierende Erkenntnis, daß Image auf dem Markt und Realität in der Flasche nirgendwo eine größere Diskrepanz erleben, als im teueren Burgund. Es erscheint unerklärlich, da ß sämtliche Skandale der letzten fünfzig Jahre eingefleischte Burgunderkäufer nicht zu verschrecken vermochten. Überall auf der Welt wären sie in Scharen davongelaufen, hier nicht. Sie akzeptieren bereitwillig viel zu hohe Erträge, vor allem bei den Weißweinen; sie nehmen brutale Schwefelattacken hin; sie stören sich nicht an entstellenden Auf- und Entsäuerungsorgien; sie lassen sich Grand Crus von Dorflagen-Niveau unterjubeln und hinterfragen ein Klassifikationssystem, das Preise und Nachfrage bestimmt, nicht nach qualitativen Kriterien. Sie stabilisieren ein System, das von Marktrealität weit entfernt ist - in jeder Hinsicht.

Burgund ist bäuerliches Mysterium. Burgund scheint heile Welt in einem Markt, der aus den Fugen gerät. Burgund ist Chaos, denn hier kommt es nur und ausschließlich auf den Produzenten an. Er ist der einzige Garant für Qualität. Jahrgang, Herkunft, Klassifikation – alles zweitrangig. Das macht eine seriöse Beschäftigung mit Burgund nicht einfach.


In den letzten fünf, sechs Jahren scheint ein neues Bewußtsein zu entstehen. Daß einzelne Betriebe (wie z. B. Leroy) Weltklasse-Pinots produzieren, muß nicht extra erwähnt werden. Wir sprechen hier von der Regel, nicht von der Ausnahme. Über Jahrzehnte hinweg wurden in Burgund mit extremer Überdüngung und irrwitzigem Chemieeinsatz viel zu hohe Erträge erwirtschaftet, die nicht nur zerstörte Böden hinterließen, sondern auch für dünne, uninteressante, schlechte, und viel zu teuere Weine verantwortlich waren.

Die Historie dieser Fehlentwicklung ist wenig bekannt. Aus dem zweiten Weltkrieg heimgekehrt, fanden viele Winzer ihre Weinberge verwahrlost vor. Die Böden waren ausgelaugt und die Reben brauchten Pflege und Nährstoffe. Man begann die Weinberge zu regenerieren. Wer es sich leisten konnte düngte, um das Wachstum der Reben zu fördern, mit Kalium. Mitte der 50iger Jahre befanden sich die Böden wieder in biologischer Balance, die Erträge waren niedrig, und die Weinberge produzierten einige der großen Weine dieses Jahrhunderts. Doch wie überall auf der Welt etablierte sich auch in Frankreich in dieser Zeit die fortschrittsgläubige Agrarchemie. Sie empfahl den Winzern nun zu spritzen und mit Kali zu düngen. Während eine gewisse Dosis Kalium in jedem Boden vorkommt und für gesundes Rebwachstum unabdinglich ist, führt eine zu hohe Dosis zu sinkenden Säurewerten in den Trauben. Während man nun unbeirrt über dreißig Jahre düngte, stiegen die Konzentrationen in den Böden, und damit natürlich auch die Erträge. Eine Studie der INAO konnte kürzlich belegen, daß die Erträge an der Côte d´Or in den letzten 30 Jahren von 29 hl/ha — von 1951 bis 1960 üblicher Durchschnittsertrag — auf 48 hl/ha stiegen — von 1982 bis 1991 üblich. Dieser massive Ertragszuwachs führte zwangsläufig zu Weinen mit weniger Aroma und Konzentration. Doch das kümmerte viele Winzer kaum, man düngte, sprayte und pflanzte sogar noch Klonen mit höheren Erträgen, der großen Nachfrage wegen. So kamen selbst von Lagen, die über Jahrhunderte hinweg Burgunds Ruhm ausmachten, immer schwächere dünne uninteressante Weine.

Bis auf wenige Ausnahmen (z. B. 1978) waren die meisten Weine der 60iger und 70iger Jahre in Burgund dünn, leicht, mager und schlecht haltbar - von den üblichen Ausnahmewinzern abgesehen, die es immer gab und gibt.

Es hat lange gedauert, bis man verstand, warum die Weine dieser Periode so schlecht waren. Das unbeirrte Düngen hatte dazu geführt, daß die Traubenhäute so dünn wurden, daß sie schon beim geringsten Regen aufplatzten und verschimmelten. Zudem verhindert zu viel Kalium die Aufnahme von Kalzium in der Traube, das entscheidend zur Resistenz gegen Graufäule beiträgt. Im lesenswerten (leider inzwischen vergriffenen) Buch „Burgundy“ von Anthony Hanson (Simon & Schuster), dessen Erscheinen man in Burgund damals mit juristischen Mitteln zu verhindern suchte, wird der Teufelskreis, in dem sich viele Winzer befanden, beschrieben: Mehr Kalium, ursprünglich gegen Fäulnis eingesetzt, führte zu mehr Fäulnis, und damit zu immer schlechteren Weinen. Die für Qualität im Wein notwendige Säure entsteht normalerweise zu Beginn der Wachstumsperiode der Traube. Sie sinkt fast linear ab, wenn sich durch Sonneneinstrahlung zunehmend Zucker in der Traube bildet. In Burgund fand man nun aber auch in schlechten Jahrgängen mit niedrigen Zuckerwerte dramatisch niedrige Säurewerte. Und wieder war die Kaliverseuchung der Weinberge verantwortlich für die sinkenden Säurewerte, die unbalancierte, dünne Weine ohne Aromen ergaben. Inzwischen hatte die Agrarchemie den Winzern Besserung gelobt: Man spritzte mit Herbiziden das angeblich störende Grün aus den Rebzeilen, statt es aufwendig unterzupflügen. Das führte zum Gegenteil: Die Wurzeln der Rebstöcke dehnten sich im Oberflächenbereich aus, wo sie die hohen Kalidosen noch besser aufnehmen konnten (beim aufwendigen Umpflügen kappt man diese Oberflächenwurzeln und zwingt den Rebstock damit tiefer zu wurzeln, wo die Kaliumkonzentration deutlich niedriger ist).

Der Teufelskreis setzte also erst richtig ein. War der Rebstock erst einmal aus der Balance geraten, wurde er anfällig für Krankheiten, und man mußte noch mehr spritzen. Claude Bourguignon, der mit seiner G.E.S.T.-Gruppe viele Top-Domainen auf dem Weg zurück zur Balance im Weinberg berät, meint, daß diese Weinberge weniger Mikroorganismen enthielten, als der Sand der Sahara-Wüste.

Die Geschichte ist noch nicht zu Ende! Um die zu niedrige Säure zu kompensieren, säuerten viele Domainen ihre Weine über Jahre hinweg auf, verbotenermaßen. Die Polizei überführte noch 1994 eine erstaunliche große Anzahl von Winzern, darunter auch einige berühmte Spitzendomainen, der illegalen Aufsäuerung des Jahrgangs 1991. Außerdem waren allerlei üble Manipulationen bis zu Beginn der 80iger Jahre an der Tagesordnung: Lastzugweise wurden aus dem Beaujolais Gamay-Trauben angekarrt, die mit den eigenen zusammen vinifiziert wurden; riesige Mengen an Wein kamen aus Chateauneuf du Pape nach Burgund und hektoliterweise wurden kleinere, billigere Appellationen zu höherwertigen teureren umgemünzt. Das angeblich so ausgeklügelte System der „Appellation Contrôlée“ verleitete viele Winzer zu derartigen Fälschungen, denn ein System, in dem der Preis eines Weines automatisch steigt, wenn er nur aus der nächst höheren Appellation stammt, ist geradezu dazu angetan, Weine „aufzuwerten“.

Erstaunlicherweise wurden diese „Burgunder“ deren „Erzeugern“ über Jahrzehnte hinweg aus den Händen gerissen, es gab keine Absatzkrise in dieser Zeit. Selbst die zahlreichen Prozesse und Skandale, die zwischen 1983 und 1987 die üblen Machenschaften von Winzern, Händlern und Importeuren aufdeckten, konnten die Nachfrage nicht brechen.

Erst der Katastrophenjahrgang 1987 sorgte für ein Erwachen der Winzerschaft auf breiter Front, denn in diesem Herbst nahmen die Manipulationen einfach überhand. Zahlreiche Winzer bangten um ihre Existenz in Anbetracht einer Ernte, die aufgrund viel zu hoher Erträge, miserablen Wetters und verschimmelten und verfaulten Lesegutes extrem niedrige Mostgewichte brachte. Nach französischem Recht, so mutmaßen Experten heute, hätte vermutlich der Großteil aller Weine Burgunds zu einfachen Dorflagen degradiert werden müssen. Also griff man reichlich zum Zuckersack und zu illegaler Aufsäuerung mittels Weinsäure und „verbesserte“, was die Natur nicht geliefert hatte. Exemplarisch hart ging die Justiz 1989 dann z. B. gegen das Handelshaus Bouchard Pere et Fils vor, in dessen Keller man unglaubliche Manipulationen vorfand, die der Kellermeister auch noch penibel in seinem Kellerbuch dokumentiert hatte.

Aufgerüttelt durch die drakonischen Strafen erkannten viele Winzer damals, daß es so nicht weitergehen konnte. Die vielen Prozesse und Skandale waren Fanal für eine neue Generation von Winzern, die sich der Rückbesinnung auf den Weinberg als Ursprung aller Weinqualität verschrieb. Sie erarbeiten sich heute wieder Konzentration aus niedrigsten Erträgen, sie experimentieren mit biodynamischer Landwirtschaft, um die malträtierten Böden wieder zu regenerieren, und liefern Qualitäten, die „Pinot Noir“ wieder zur Ehre gereichen. Burgund scheint auf dem Weg zu besseren, natürlicher produzierten Weinen. Bio-dynamischer Weinbau, niedrige Erträge, sorgfältige Weinbergsarbeit (Blattwerksschnitt zur Durchlüftung und besseren Reife im August, grüne Lese im September für mehr Konzentration, Drainagesysteme zur Erosionsverhinderung, etc) und schonende Vinifikation (Kaltmazeration etc.) ohne Filtration und mit minimaler Schwefelung sind keine Ausnahme mehr, sondern werden ganz langsam und hoffentlich zur Regel.


© Martin Kössler/K&U 10.2004

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  1. Crémant de Bourgogne 'Rosé' Brut

    Parigot & Richard

    Frankreich: Burgund

    Schaumwein Pinot Noir
    ohne Jahr 0.75l

    13,50 €
    Preis pro Liter: 18,00 €/L

    6er Karton

    Alkohol 12 Vol %
    Trinkbar ab sofort
    Optimale Reife - 2012+
    Restzucker 12 g/l
    Langsam Nein
    Rebsorte Pinot Noir
    Ausbau Edelstahltank
    Boden Braunerde (kalkhaltig)
    Dekantieren Nein
    Verschluss Naturkork
    Crémant Rosé genießt nicht den Ruf des Rosé-Champagners, kann aber durchaus seriöse Qualität bieten. … mehr

    Crémant de Bourgogne 'Rosé' Brut

  2. Pouilly-Fuissé 'Les Carrons' Vieilles Vignes

    Robert-Denogent

    Frankreich: Burgund

    Weißwein Chardonnay
    2007 0.75l

    34,80 €
    Preis pro Liter: 46,40 €/L

    12er Karton

    Alkohol 13,5 Vol %
    Trinkbar ab sofort
    Optimale Reife - 2016+
    Restzucker < 2 g/l
    Langsam Ja
    Rebsorte Chardonnay
    Ausbau Barrique (neu)
    Boden Muschelkalk
    Besonderes Spontan vergoren
    Dekantieren Ja
    Verschluss Naturkork
    ‚Les Carrons’ ist Legende im Programm. Der größte Chardonnay, den Jean-Jacques Robert produziert. Eindrucksvolles Weinmonument von 80… mehr

    Pouilly-Fuissé 'Les Carrons' Vieilles Vignes

  3. Crémant de Bourgogne Brut

    Parigot & Richard

    Frankreich: Burgund

    Schaumwein ohne Jahr 0.75l

    13,50 €
    Preis pro Liter: 18,00 €/L

    6er Karton

    Alkohol 12 Vol %
    Trinkbar ab sofort
    Optimale Reife -2010+
    Restzucker 11 g/l
    Langsam Nein
    Boden Nein
    Dekantieren Nein
    Verschluss Naturkork
    80% Chardonnay verleihen Stoff, Ausgewogenheit und Charakter. 20 % Aligoté sorgen für prickelnde Frische. … mehr

    Crémant de Bourgogne Brut

  4. Bourgogne Blanc AC

    Jean Rijckaert

    Frankreich: Burgund

    Weißwein Chardonnay
    2007 0.75l

    9,99 €
    Preis pro Liter: 13,32 €/L

    12er Karton

    Alkohol 13 Vol %
    Trinkbar ab sofort
    Optimale Reife - 2012+
    Restzucker < 2 g/l
    Langsam Ja
    Rebsorte Chardonnay
    Ausbau Barrique (gebr.)
    Boden Kalkmergel
    Besonderes Spontan vergoren
    Dekantieren Ja
    Verschluss Kunststoffkork
    Ein Riesen-Schnäppchen, statt 11.90 €!, Ein richtig guter Chardonnay aus Burgund. Der ist normalerweise entweder schlecht und billig oder… mehr

    Bourgogne Blanc AC

  5. Givry rouge 1er Cru Clos Servoisine

    Joblot

    Frankreich: Burgund

    Rotwein Pinot Noir
    2007 0.75l

    23,90 €
    Preis pro Liter: 31,87 €/L

    12er Karton

    Alkohol 13 Vol %
    Trinkbar ab sofort
    Optimale Reife -2012+
    Restzucker < 2 g/l
    Langsam Ja
    Rebsorte Pinot Noir
    Ausbau Nein
    Boden Nein
    Dekantieren Ja
    Verschluss Naturkork
    Text folgt

    /

  6. Macon-Solutré 'Clos des Bertillones'

    Robert-Denogent

    Frankreich: Burgund

    Weißwein Chardonnay
    2007 0.75l

    18,50 €
    Preis pro Liter: 24,67 €/L

    12er Karton

    Alkohol 13,5 Vol %
    Trinkbar ab sofort
    Optimale Reife - 2013+
    Restzucker < 2 g/l
    Langsam Ja
    Rebsorte Chardonnay
    Ausbau Barrique (gebr.)
    Boden Kalkmergel
    Besonderes Spontan vergoren
    Dekantieren Ja
    Verschluss Naturkork
    Macon-Solutré von spät reifenden lehmigen Kalkböden mit Graniteinlagen. Die fette Bodenformation resultiert in weicher, deftiger Fülle mit… mehr

    Macon-Solutré 'Clos des Bertillones'

  7. Saint Veran 'En Avonne'

    Jean Rijckaert

    Frankreich: Burgund

    Weißwein Chardonnay
    2006 0.75l

    14,99 €
    Preis pro Liter: 19,99 €/L

    12er Karton

    Alkohol 13 Vol %
    Trinkbar ab sofort
    Optimale Reife - 2012+
    Restzucker < 2 g/l
    Langsam Ja
    Rebsorte Chardonnay
    Ausbau Holzfaß (> 300 l)
    Boden Kalkmergel
    Dekantieren Ja
    Verschluss Naturkork
    Statt 18.90 €! Das ganz besondere Schnäppchen! Ein großer Chardonnay aus Südburgund. Saint Veran ist eine Appellation im Maconnais, die… mehr

    Saint Veran 'En Avonne'

  8. Pouilly-Fuissé 'La Croix' Vieilles Vignes

    Robert-Denogent

    Frankreich: Burgund

    Weißwein Chardonnay
    2007 0.75l

    24,50 €
    Preis pro Liter: 32,67 €/L

    12er Karton

    Alkohol 13,5 Vol %
    Trinkbar ab sofort
    Optimale Reife - 2015+
    Restzucker < 2 g/l
    Langsam Ja
    Rebsorte Chardonnay
    Ausbau Barrique (neu)
    Boden Schiefer
    Besonderes Spontan vergoren
    Dekantieren Ja
    Verschluss Naturkork
    Finesse pur. Ein aufregender Chardonnay von 65 Jahre alten Reben. Schieferböden sorgen für packende, fast attackierende Mineralität . . .

    Pouilly-Fuissé 'La Croix' Vieilles Vignes

  9. Givry blanc 1er Cru Clos Servoisine

    Joblot

    Frankreich: Burgund

    Weißwein Chardonnay
    2007 0.75l

    23,90 €
    Preis pro Liter: 31,87 €/L

    12er Karton

    Alkohol 13 Vol %
    Trinkbar ab sofort
    Optimale Reife -2012+
    Restzucker < 2 g/l
    Langsam Ja
    Rebsorte Chardonnay
    Ausbau Nein
    Boden Nein
    Dekantieren Ja
    Verschluss Naturkork
    Text folgt

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Preis pro Liter: 13,07 €/L

6er Karton

Alkohol 14,5 Vol %
Trinkbar ab sofort
Optimale Reife - 2015+
Restzucker < 1 g/l
Langsam Ja
Rebsorte Tinta Roriz
Ausbau Barrique (gebr.)
Boden Schiefer
Dekantieren Ja
Verschluss Naturkork

'Tres Bagos' Douro tinto

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