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Domaine de l´Aurage 
2007

Domaine de l´Aurage

Louis Mitjavile, Sohn des legendären Besitzers des noch legendäreren Saint-Emilion-Châteaus Le Têrtre Rôteboeuf, ist in Bordeaux kein Unbekannter. Er war für die bemerkenswerten Qualitäten von Château Belfont-Belcier ebenso verantwortlich, wie für Chateau Carignans große Cuvée ‚Prima ‚und viele andere große und kleine Châteaus, denen er zu Ruhm und Ehren verhalf, in dem er ihre Weine zu Reife und Finesse erzog, ohne ihnen die heute in Bordeaux übliche Maskerade von heißer Merlot und völlig überdrehter Überreife mit viel zu niedriger Säure und fetter Struktur ohne Kontur überzustülpen.

Nein, Louis Mitjavile liebt die leisen Töne. Als sich ihm und seiner Frau Caroline die Chance bot, im Hinterland von Saint Emilion, auf dem kalkigen Plateau über Castillion-la-Bataille, unweit seines Elternhauses Château Le Têrtre Rôteboeuf, ein kleines Chateau zu kaufen, schlug er zu. 2007 war sein erster eigener Jahrgang. Der trägt prompt seine Handschrift, und zwar so unverwechselbar, daß es eine Freude ist zu sehen, zu riechen, zu schmecken und zu erleben, wie elegant, wie fein, wie frisch und trinkfreudig, wie schwebend leicht und zart kraftvoller Bordeaux gelingen kann.

Zeit ist es geworden, daß eine junge Generation souveräner Weinmacher, zu der Louis Mitjavile ohne Frage gehört, den alten renommierten Überkonzentrierern zeigt, wo der Bartel den Most holt. Kein Mensch will die Hoch-pH-niedrig-Säure-Monster aus heißer, alkoholische Merlot mehr trinken, außer jenen reichen Sammlern, für die Parkers Punkte noch immer das heilige Wort sind, weil sie von Wein ersichtlich keine Ahnung haben. Wer Bordeaux kennt und mit Genuß zu trinken versteht hat sich längst umorientiert. Er sucht Weine wie diesen. Weine, die Bordeaux einst einmalig machten in der Welt des Weines, weil sie Kraft und Finesse auf unverwechselbare Weise miteinander verschmolzen, weil sie Frische mit Fülle und Harmonie mit dem Charakter ihrer unverkennbaren Herkunft zu einem fast mythischen Amalgam des perfekten Rotweingeschmacks verbanden, den wir alle suchen. Ohne Extreme, ohne Übertreibung, ohne Ecken und Kanten, aber mit besonderem Charakter und profundem Individualismus. All das bietet Louis Mitjaviles ‚kleiner’ Bordeaux aus dem kaum bekannten Hinterland Saint Emilions. Ein für seine Herkunft teurer Wein, der im Glas aber Preis und Herkunft unschwer und überzeugend zu relativieren weiß. Wer diese Trinkseide aus verkanntem Jahrgang zum ersten Mal im Glase hat, wird erst staunen und sich dann zunehmend seiner noblen Eleganz erfreuen. Schmeckt wie ein richtig Großer! Ein in des Wortes Sinne wunderschöner Bordeaux, der Wertigkeit mit Trinkvergnügen so perfekt zu vereinen weiß, daß wir ihn zum österlichen Lamm von Herzen empfehlen.  

Domaine de l'Aurage

Seit 1985 arbeiten wir mit Familie Mitjavile in Saint Emilion zusammen. Deren Châteaux Le Têrtre Rôteboeuf, Roc de Cambes und Domaine de Cambes haben wir in Deutschland groß und bekannt gemacht. Le Têrtre Rôteboeuf, der Stammsitz der Familie in Saint Emilion, ist einer der eigenständigesten Weine des Bordelais und die beiden Côtes-de-Bourg-Domainen Roc de Cambes und Domaine de Cambes werden noch als Geheimtip gehandelt, sind unter den Winzern der Region aber unerreichte Stil-Ikonen souverän eigenständiger Qualität, Vorbild einer ganzen Winzer- und Weingeneration. Während sich Bordeaux unaufhaltsam in Richtung normierter Industriequalität bewegt, hat es François Mitjavile verstanden, seine Weine auf ein ganz eigenes Niveau mutig anderer Qualität zu heben.

Seine Weine sind sogar souverän anders als alles, was in Bordeaux Rang und Namen hat. Sie stehen für sich, haben mit dem uniformen Bordelaiser Durchschnitt nicht mehr gemein als die Farbe. François Mitjavile bot Parker schon vor Jahren die Stirn; er läßt ihn seine Weine nicht mehr probieren, sondern geht stilistisch und qualitativ eigene Wege.

Heute verantwortet Tochter Nina die Weine von Têrtre Rôteboeuf und auch Sohn Louis genießt in Bordeaux bereits hohes Ansehen als integerer Weinmacher, der abseits der stilbildenden Monotonie Michel Rollands eine ganze eigene Handschrift der Reife im Wein entwickelt hat.

Mit Familie Mitjavile verbindet uns eine enge Freundschaft. Es war deshalb selbstverständlich, daß wir, als Louis Mitjavile sein eigenes Château bei Castillon im Hinterland von Saint Emilion kaufte, mit von der Partie waren. Seine Domaine de l´Aurage erweist sich schon im Premieren-Jahrgang 2007 als typischer Mitjavile-Wein: Reif im Duft, der den schmelzigen Schliff aller Mitjavile-Weine in sich trägt; reif auch in den Gerbstoffen, die so fein, edel und reif über die Zunge gehen, daß man an sich halten muß, die Flasche nicht sofort zu leeren; profund in Tiefgang und Länge, die eines Cru Classés würdig sind, und eine Geschmeidigkeit und Frische im Trunk offenbaren, die so abseits dessen liegen, was man aus Bordeaux kennt, daß man sich fragt, warum man nicht schon immer diese Art Bordeaux gekauft statt die andere.

Sein Jahrgang 2007 entlarvt die Bewertung des Jahrgangs als grundsätzlich falsch und Louis Mitjavile beweist eindrucksvoll, daß er wie sein Vater sensibel und kompetent auf den Jahrgang und seine Herausforderungen zu reagieren versteht. Winzern wie ihm kann sich ein Jahrgang nicht entziehen, Winzern wie ihm gelingt ein Jahrgang immer zuverlässig und souverän. Louis Mitjaviles L´Aurage 2007 kommt derart sensibel, reif und überzeugend ins Glas, daß wir so weit gehen würden zu behaupten, daß dies einer unserer persönlichen Lieblingsweine in Bordeaux ist. Bravo! 

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Die Rebe

Cuvée rot

Cuvée ist ein Begriff, der immer wieder zu Irritationen Anlaß gibt. Tatsächlich ist die Bedeutung des Wortes je nach Zusammenhang unterschiedlich.

In Deutschland bezeichnet man mit Cuvée den Verschnitt, also das gemeinsame Keltern oder auch Vergären verschiedener Rebsorten in einem Gärbehälter. Aber auch der spätere Verschnitt verschiedener Weinpartien unterschiedlicher Rebsorten oder auch Lagen wird Cuvée genannt. Man cuviert einen Wein aus verschiedenen Partien im Keller. Cuvée bezeichnet hierzulande also einen Wein, der aus verschiedenen Rebsorten oder Weinbergslagen miteinander verschnitten wurde.

Die Franzosen benutzen dafür ein anderes, für sie eindeutiges Wort: Assemblage.
Wenn der Franzose von einer Cuvée spricht, meint er damit jeden separat abgefüllten Wein, jede einzelne Partie im Keller eines Weingutes. Das Wort Cuvée stammt aus dem französischen und bezeichnet den Inhalt eines Gärbehälters, der im französischen Cuve heißt. Im französischen kann eine Cuvée also ein Verschnitt mehrerer Rebsorten aber auch ein Wein einer einzelnen, ganz bestimmten Lage sein.

Häufig begegnet man auf Etiketten Begriffen wie Tête de Cuvée oder Cuvée Prestige; damit bezeichnen die Franzosen ihre besten Weine im Keller, ihre Spitzencuvées, ihre besten Partien, egal ob sie reinsortig sind oder verschnitten wurden. Um es kompliziert zu machen bezeichnet man in der Champagne den aus der Kelter laufenden Vorlaufmost, der die höchste Qualität liefert, ebenfalls als Cuvée, nennt dort aber zugleich verschiedene Abfüllungen Cuvée, weil die großen Markenchampagner kunstvoll aus bis zu 100 verschiedenen Einzelpartien miteinander verschnitten werden, um so das erwartete Geschmacksbild garantieren zu können.

Eine Cuvée, also das gezielte Verschneiden von Weinen, soll und kann die Qualität des fertigen Weines verbessern. In Châteauneuf du Pape z. B. verschneidet man bis zu 13 Rebsorten miteinander, wobei auch weiße Sorten im roten Châteauneuf zugelassen sind. Das macht man, um durch körperreiche, farbintensive, gerbstoffbetonte Rebsorten die oxidationsempfindlichen, leichteren, aromatisch duftigeren und eleganteren Rebsorten vor Oxidation zu schützen und eine längere positive Entwicklung gewährleisten zu können. Auf diese Weise verschneidet man z. B. ‚kühle’ Rebsorten (wie Syrah) mit ‚warmen’ (wie Grenache), empfindliche mit unempfindlichen, reduktive mit oxidativen etc. etc.

Das geschieht stets nach peniblen Vorverkostungen in mehr oder weniger aufwendigen Probenreihen. Tatsächlich kann eine gekonnt zusammengestellte Cuvée besser schmecken als die einzelne Rebsorte für sich, weil sich Frucht, Gerbstoffgehalt und Alkohol zum harmonischen Ganzen vereinen. Praktisch jeder Bordeaux, viele Chiantis, nahezu jeder Rotwein aus der Rioja oder dem portugiesischen Dourotal, dem Veneto, der Provence, dem Languedoc oder dem südlichen Rhônetal besteht aus zwei bis fünf, manchmal auch mehr Rebsorten, die auf dem Etikett nicht ausgewiesen werden.

Das deklarieren auch wir als Cuvée, egal ob weiß oder rot, geben dann aber immer die wesentlichen Rebsorten an. Alles klar?

 

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Frankreich - Bordeaux
rotCuvée rot
Langsam
12er HK
Art-Nr. FBO07025
Inhalt 0.75l
Alkohol: 13 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: - 2016+
Restzucker: < 2 g/l
Anbau: Naturnah
Ausbau: Barrique
Boden: Kalkmergel
Dekantieren: Ja
Vergärung: Reinzuchthefe
Verschlussart: Naturkork