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Côtes du Rhône 'Paul'
Domaine Saladin
Ihre Entdeckung wert: die Domaine Saladin an der Ardèche.
Eine uralte bäuerliche Familien-Domaine in weniger bekannter Appellation an der Südrhône; zwei junge, akademisch ausgebildete, in Sachen Wein weitgereiste Schwestern, die die Domaine übernehmen; zwei junge Winzerinnen, die als moderne 21. Generation einer alten Winzerfamilie wohlüberlegt an die von Vater, Großvater und Urgroßvater praktizierten Traditionen anknüpfen: bis heute wurde auf der Domaine kein Pestizid, kein synthetischer Dünger oder im Keller irgendein Hilfsmittel der „modernen“ Önologie eingesetzt.
Schon Vater Louis ging in den sechziger Jahren visionär ans Werk. Er legte auf dem aufgelassenen Hochplateau von Brissan über St. Marcel auf den klassischen Galets roulés, den großen Kieselstein des südlichen Rhônetales, Weinberge an; er nutzte das kleinparzellierte unberührte Ökosystem an den Hängen rund um St. Marcel für weitere Weinberge, stets belächelt von seinen Kollegen im Dorf, die eifrig im Tal Wein anbauten; zunächst aus Mangel an Geld, dann aus Überzeugung verzichtete er auf die Neuerungen der modernen Weinwirtschaft und bearbeitete seine Weinberge traditionell und mühsam von Hand statt mit der chemischen Keule. Und als einer der ersten begann er schon in den sechziger Jahren mit der Flaschenabfüllung unter dem Etikett der Domaine, statt wie alle anderen im Rhônetal Faßwein an den Handel zu verkaufen.
Aus Achtung und Respekt vor der Arbeit und Kenntnis früherer Generationen arbeiten Marie-Laurence, die Agraringenieurin ist, und Elisabeth, die Wirtschaftswissenschaften studierte, ganz im Sinne der familiären Tradition. Beide hatten über ihre akademische Ausbildung hinaus profunde Einblicke in die Praxis des Weinbaus bei Randall Grahm in Kalifornien, Marcel Guigal und Marcel Richaud an der Rhône, aber auch bei Michel Rolland in Argentinien oder Philippe Debrus in Chile genossen. Zurück im heimischen Keller lernten sie den familiären Erfahrungsschatz kennen und schätzen und versuchten so viel wie möglich von ihm zu profitieren, um 2005 die erste eigene Ernte einzufahren und zu vinifizieren.
Heute, in ihrem dritten Jahrgang, sind die beiden dynamischen Schwestern nicht nur die Entdeckung der Südrhône schlechthin, wo sie mit ungewöhnlich sensiblen Weinen traditionell „anderer“ Machart für Furore und Aufmerksamkeit sorgen, sie stehen auch mit beiden Beinen in beiden Welten, vereinen modernes Management und moderne „schnelle“ Kommunikation mit profunder langsamer, im besten Sinne „traditioneller“ Weinbereitung im völlig unspektakulären Keller und organischer Bewirtschaftung im Weinberg, die weit über nur „Bio“ hinausgeht. Die offizielle Zertifizierung als Biobetrieb steht an.
Ihre Hauptarbeit widmen Elisabeth und Marie-Laurence Saladin den Weinbergen, in denen aufwendige mechanische Arbeit nicht durch moderne Chemie ersetzt wird. Gelesen wird in den vielen kleinen Parzellen des 18 Hektar großen Familienbetriebes ausschließlich von Hand. Die Traubenverarbeitung geschieht so schonend wie möglich ohne Reinzuchthefe, Enzyme, Tanninzusätze oder Schönungen. Die beiden Schwestern lehnen zusätzliche Extraktion ebenso ab, wie den Einsatz der üblichen technischen Hilfsmittel für mehr Konzentration und Farbausbeute. Absolut ungewöhnlich auch die Stilistik ihrer Weine, die die beiden Schwestern binnen weniger Jahre zur Perfektion entwickelten. Sie präsentieren mutig nicht die an der Südrhône übliche "laute" Macho-Stilistik, deren einziges Konzept mächtige Konzentration und Ladungen möglichst süßer Gerbstoffe sind, sondern wagen seidige, stilistisch präzise herausgearbeitete "leise" Weine betörend aromatischer Finesse und traumhaft natürlicher Leichtigkeit und Transparenz. Die dynamischen Winzer-Schwestern lassen Tradition zu Avantgarde werden, selbstverständlich und unaufgeregt, nachhaltig und visionär.
Die Rebe
Grenache
Grenache, nach Airen die zweitmeistangebaute Rebsorte der Welt, steht als Garnacha Tinta in Spanien auf über 100.000 ha, sie ist dort die meistangebaute Rotweintraubensorte. In Frankreich bedeckt sie mit über 90.000 ha immerhin noch den Großteil des nationalen Rebterrains, und auf Sardinien meinen die Sarden, mit ihrer Cannonau den historischen Ursprung der Rebsorte für sich gepachtet zu haben.
Grenache ist trotz ihrer Verbreitung weniger bekannt, weil sie meist in Verschnitten landet. Sie wird nur selten reinsortig auf Etiketten ausgewiesen. Die Rebsorte ist prädestiniert für den Anbau in trockenen, warmen und windigen Regionen. Sie entwickelt ungewöhnlich starkes Holzwachstum und zeichnet sich durch aufrechten kraftvollen Wuchs aus, was sie besonders für windige Gegenden eignet. Sie widersteht sogar dem hart blasenden Mistral des Rhônetales, wo sie in der traditionellen Gobelet-Erziehung auch extreme Widerstandsfähigkeit gegen Dürre und Hitze beweist. Sie treibt früh aus und erreicht bemerkenswert hohe Zucker- und Extraktwerte. Ihre Beerenschale ist dünn, sie entwickelt keine intensive Farbe und neigt in der Verarbeitung schnell zu Oxidation. Deshalb wird sie so oft mit dickschaligen (antioxidativ wirkenden, reduktiven) Rebsorten wie Syrah oder Mouvèdre verschnitten.
Im Mund entwickelt reinsortige Grenache ein charakteristisch süßes, cremig samtiges Mundgefühl mit deutlichen Anklängen an weißen Pfeffer, schwarze Oliven, Rosmarin und Rumtopf. Am besten gelingt die Rebsorte entlang der südlichen Rhône, wo sie in der Regel verschnitten wird, doch beweist sie hier auch überzeugender als anderswo, wozu sie bei niedrigen Erträgen und konsequentem Qualitätsanbau auch reinsortig fähig ist. Dort wird sie, wie nirgendwo sonst, penibelst gepflegt, denn sie bringt gutes Geld. Auf kargen Kieselböden und harten Windverhältnissen wird sie vor allem in und um Châteauneuf du Pape knapp angeschnitten und anschließend zu ausgereizter Reife gebracht. So entstehen dort gewaltig konzentrierte Rotweine außergewöhnlichen Reifepotentials, die sich grandios über Jahrzehnte entwickeln. Die Renaissance dieser Weine in den achtziger Jahren hat zu einer neuen Beschäftigung mit der Südrhône, vor allem aber mit der Rebsorte Grenache geführt, so daß man von ihr in Zukunft mehr hören und probieren wird, obwohl sie durch ihr starkes Holzwachstum nicht geeignet ist für die maschinelle Bearbeitung.
![]() | Frankreich - Südrhône |
![]() | Grenache |
![]() | Langsam |
![]() | 12er Karton |
| Art-Nr. FRH10033 | |
| Inhalt 0.75l |


















