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Clos Louie 'Vieilles Vignes'
‚Clos Louie’ 2008 hat das Zeug zum Klassiker. Ein Blick in die Vergangenheit von Bordeaux, so schmeckt dieser rare Geheimtip aus den ältesten Reben des Bordelais, der sogar noch Carmenère, Arbouriou und Malbec enthält, die kurz nach der Reblauskatastrophe gepflanzt worden sein müssen.
2008 wurden die Trauben vor der Kelter von Hand selektioniert und schonend einzeln von Hand entrappt, um als ganze Trauben, nicht gerebelt, in hölzernen Gärbottichen auf wilden Hefen zu mazerieren und zu vergären. Das Maischetauchen, die sogenannte Pigeage, fand mit den Füssen statt, um maximal schonende Extraktion der Gerbstoffe zu erzielen. Nach 20 Tagen Mazeration kam der Most in zu 70 % neue Barriques.
‚Clos Louie’ 2008, ein dichtes, würzig kühles Aromenkonzentrat. Weingenuß als physisch erlebbares Mundgefühl, das in samtigen Gerbstoffen absoluter Ausnahmequalität rare Frische und Substanz offenbart. Ein kleiner Bordeaux für Kenner und Könner, der einer der letzten echten Geheimtips des Bordelais ist. Schmeckt nach mehr als nach einem simplen Côtes de Castillon.
Der Jahrgang 2008 scheint dem Wein wie auf den Leib geschnitten: Kühl, frisch, rassig und raffiniert zugleich in den Gerbstoffen, lang am Gaumen und genial balsamisch in reifer, tiefgründiger Aromatik, die viel Luft braucht im Glas oder besser in der Karaffe, präsentiert er sich als eindrucksvolles, stilistisch einmaliges Weinerlebnis, das geschmacklich den Blick in vergangene Zeiten ermöglicht. Einer der großen Weinwerte des Jahrgangs, von dem weniger als 4000 Flaschen produziert wurden. Auch in Magnum und Doppelmagnum lieferbar!
Clos Louie
Pascal Lucin, renommierter Önologe und entscheidender Mann hinter dem St. Emilion Grand Cru ‚Grand Pontet’, tat sich 2001 mit Vincent Rapin von Château ‚Ferrand Lartigue’ zusammen, um an der damals noch reichlich vergessenen Côtes de Castillon nach alten Reben zu forschen. Sie wurden fündig und produzieren seitdem auf nur 0.86 Hektar ein echtes Juwel des Bordelais, einen raren Museumswein einer Parzelle, die mit teilweise 140 Jahre alten Merlotstöcken, den ältesten des gesamten Bordelais, bestockt ist, aber auch noch Malbec, Carménère, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon enthält.
Pascal Lucin ist Perfektionist. Er bearbeitet die alten Stöcke, um sie nicht zu verletzten, von Hand mit der Harke und seit zwei Jahren stellt er die Parzelle auf biodynamischen Anbau um. Der Wein, den wir vom ersten Tag an direkt ab Kellerei kaufen, weshalb wir eine gute Zuteilung erhalten, genießt inzwischen magischen Ruf in Bordeaux, bringt er doch eine Ausstrahlung ins Glas, die im technisch dominierten Bordeaux selten geworden ist. Die Gesamtproduktion beträgt nur 3000 Flaschen.
Die Rebe
Cuvée rot
Cuvée ist ein Begriff, der immer wieder zu Irritationen Anlaß gibt. Tatsächlich ist die Bedeutung des Wortes je nach Zusammenhang unterschiedlich.
In Deutschland bezeichnet man mit Cuvée den Verschnitt, also das gemeinsame Keltern oder auch Vergären verschiedener Rebsorten in einem Gärbehälter. Aber auch der spätere Verschnitt verschiedener Weinpartien unterschiedlicher Rebsorten oder auch Lagen wird Cuvée genannt. Man cuviert einen Wein aus verschiedenen Partien im Keller. Cuvée bezeichnet hierzulande also einen Wein, der aus verschiedenen Rebsorten oder Weinbergslagen miteinander verschnitten wurde.
Die Franzosen benutzen dafür ein anderes, für sie eindeutiges Wort: Assemblage.
Wenn der Franzose von einer Cuvée spricht, meint er damit jeden separat abgefüllten Wein, jede einzelne Partie im Keller eines Weingutes. Das Wort Cuvée stammt aus dem französischen und bezeichnet den Inhalt eines Gärbehälters, der im französischen Cuve heißt. Im französischen kann eine Cuvée also ein Verschnitt mehrerer Rebsorten aber auch ein Wein einer einzelnen, ganz bestimmten Lage sein.
Häufig begegnet man auf Etiketten Begriffen wie Tête de Cuvée oder Cuvée Prestige; damit bezeichnen die Franzosen ihre besten Weine im Keller, ihre Spitzencuvées, ihre besten Partien, egal ob sie reinsortig sind oder verschnitten wurden. Um es kompliziert zu machen bezeichnet man in der Champagne den aus der Kelter laufenden Vorlaufmost, der die höchste Qualität liefert, ebenfalls als Cuvée, nennt dort aber zugleich verschiedene Abfüllungen Cuvée, weil die großen Markenchampagner kunstvoll aus bis zu 100 verschiedenen Einzelpartien miteinander verschnitten werden, um so das erwartete Geschmacksbild garantieren zu können.
Eine Cuvée, also das gezielte Verschneiden von Weinen, soll und kann die Qualität des fertigen Weines verbessern. In Châteauneuf du Pape z. B. verschneidet man bis zu 13 Rebsorten miteinander, wobei auch weiße Sorten im roten Châteauneuf zugelassen sind. Das macht man, um durch körperreiche, farbintensive, gerbstoffbetonte Rebsorten die oxidationsempfindlichen, leichteren, aromatisch duftigeren und eleganteren Rebsorten vor Oxidation zu schützen und eine längere positive Entwicklung gewährleisten zu können. Auf diese Weise verschneidet man z. B. ‚kühle’ Rebsorten (wie Syrah) mit ‚warmen’ (wie Grenache), empfindliche mit unempfindlichen, reduktive mit oxidativen etc. etc.
Das geschieht stets nach peniblen Vorverkostungen in mehr oder weniger aufwendigen Probenreihen. Tatsächlich kann eine gekonnt zusammengestellte Cuvée besser schmecken als die einzelne Rebsorte für sich, weil sich Frucht, Gerbstoffgehalt und Alkohol zum harmonischen Ganzen vereinen. Praktisch jeder Bordeaux, viele Chiantis, nahezu jeder Rotwein aus der Rioja oder dem portugiesischen Dourotal, dem Veneto, der Provence, dem Languedoc oder dem südlichen Rhônetal besteht aus zwei bis fünf, manchmal auch mehr Rebsorten, die auf dem Etikett nicht ausgewiesen werden.
Das deklarieren auch wir als Cuvée, egal ob weiß oder rot, geben dann aber immer die wesentlichen Rebsorten an. Alles klar?
![]() | Frankreich - Bordeaux (rechtes Ufer) |
![]() | Cuvée rot |
![]() | Langsam |
![]() | 12er Holzkiste |
| Art-Nr. FBO08011 | |
| Inhalt 0.75l |


















