You're currently on:

Château Carignan 'Prima'
Château Carignans Spitzencuvée "Prima" schmeckt in der Tat prima. 100 % Merlot sorgen für Trinkfreude und Delikatesse, wie sie nur ein Bordeaux aus gutem Hause garantiert. Saftig und fruchtbeladen weiß der Jahrgang 2006 als Klassiker zu überzeugen. Niedrige Erträge, naturnaher Anbau, Handlese, sorgfältige Auslese vor der Kelter und Louis Mitjavile als Önologe – hier wird Perfektion nachvollziehbar und Qualität schmeckbar. Ein ungewöhnlich delikater, zuverlässiger und äußerst preiswürdiger Weinwert Bordeaux. Nichts für die 'Kenner', eher was für Könner.
Château Carignan
Château Carignan ist ein vorbildlich arbeitendes, tatsächlich als solches existierendes Château, das 10 km außerhalb der Stadt Bordeaux liegt und schon illustren Zeitgenossen gehörte. Es wurde 1981 von dem Belgier Philippe Pieraerts in katastrophalem Zustand gekauft. Er brachte nach aufwendiger Neuanpflanzung und Renovierung der 65 ha Weinberge und der Kelleranlagen 1998 den ersten Wein neuer Generation auf den Markt, der ob seiner außergewöhnlichen Qualität schnell unter den Händlern in Bordeaux bekannt wurde. Wir führen die Weine des Châteaus seitdem mit großem Erfolg.
2007 verkaufte Philippe Pieraerts das Château überraschend an den heutigen Besitzer, Andy Lench, einen Bordelaiser Weinhändler. Der änderte nicht nur die Rebsortenzusammensetzung und den Ausbau des Topweines, er stellte auch die Vermarktung um und veränderte die Arbeit in Keller und Weinberg, deren Qualität bis dahin Louis Mitjavile garantierte. Wir werden nach Prüfung der neuen Jahrgänge entscheiden, ob wir hier weitermachen oder nicht. Noch aber bieten wir Jahrgänge an, die unter Philippe Pieraerts bewährter Ägide entstanden.
Die Appellation ‚Bordeaux’ war über Jahrhunderte eine der renommiertesten der Region. Sie wird heute als zweitklassig angesehen, weshalb der Spitzenwein des Châteaus, die Cuvée ‚Prima’, durchaus als teuer gelten mag für seine Herkunft. Im Glas weiß ‚Prima’, die bis zum Jahrgang 2005 aus 65 % Merlot und 35 % Cabernet Sauvignon bestand und seitdem als reinsortiger Merlot gefüllt wird, aber so zu überzeugen, daß sie nicht umsonst als ernsthafte Alternative zu manchem klassifizierten Gewächs des Médoc gehandelt wird.
Seine Qualität beweist der Wein mit jedem Schluck: Fein und subtil, weich, füllig und saftig zugleich; reif in den präsenten Gerbstoffen, die vorbildliche Qualität beweisen und den Wein aufgrund erstklassigen Lesegutes und entsprechend schonender Weinbereitung jung mit Genuß trinken lassen; opulent auf der Zunge, frisch im Trunk, angenehm gezügelt im Alkoholgehalt, und in seinen geschmacklichen Bestandteilen differenziert aufzulösen. Ein Musterexemplar jener neuen Generation Bordeaux, die erstklassige Machart nach internationalem Qualitätsstandard selbstbewußt mit Eigenart, Frische und Regionalcharakter vereint. Das reelle Preisniveau und die überzeugende Qualität machen alle Weine von Château Carignan zu ausgezeichneten und vor allem hochwertigen Alternativen zu vielen, weit teureren Bordeaux.
Die Rebe
Merlot
Merlot ist ein Phänomen. Die seit den achtziger Jahren stetig populärer werdende rote Rebsorte ist die einzige weltweit, die international fast überall Zuwachs an Rebfläche verzeichnen kann. Mit weltweit über 200.000 Hektar steht Merlot inzwischen auf Platz 6 der internationalen Rebsorten-Hitliste.
Merlot verdankt seine Popularität seiner fülligen, üppigen Frucht und seinem körperreichen, vollmundigen Geschmack; Merlot ist relativ früh trinkbar und trinkreif, und er reift schneller als der meist mit ihm verschnittene Cabernet, den er bereits in geringem Verschnittanteil früher zugänglich macht. Das hängt allerdings entscheidend von der Qualität des Merlot ab. Merlot kann, wie in vielen italienischen Ausgaben nachzuvollziehen, unglaublich simpel und ordinär ausfallen; dann schmeckt er eindimensional kräuterwürzig, hat keine Süße und keinen Charme und wird zum puren Ärgernis. Auch im Languedoc, aus Spanien oder aus Chile kennen wir ähnlich ärgerliche Merlots, die eher an grasig unreifen Cabernet Franc denn an Merlot erinnern.
Merlot muß in der Produktivität gezügelt und im Wasserhaushalt und in der Blattfläche geschickt gesteuert werden, um nicht zu reif oder zu unreif auszufallen. In Bordeaux protzen Merlots inzwischen mit 15 und mehr Volumenprozent, was Zweifel an deren Reife- und Entwicklungsfähigkeit aufkommen läßt. Merlot wird dort in den letzten Jahren, angefeuert durch Parkers Punktediktat, dem sich viele Produzenten zu beugen scheinen, immer mehr zur Karikatur seiner selbst. Dicke, süße, marmeladige Weine von unnatürlicher Konzentration und Struktur bekommen zwar viele Punkte, doch sie zerfallen schnell, reifen schlecht und werden zum Ärgernis, was die Rebsorte nicht verdient hat. Das beweisen jene erstklassigen Exemplare von Könnern wie z. B. Familie Mitjavile oder Christian Veyry, die edel wirken, kühl, raffiniert geschmeidig und den Vorteil der Merlot auf den spät reifenden Böden der rechten Seite der Gironde gekonnt nutzen und umzusetzen verstehen. Merlot braucht, will sie ihr geschmackliches Potential nutzen, entsprechend geeignete Böden, engagierten Anbau und einen Lesezeitpunkt, der sich an ihrer Aromatik, nicht an ihrer Reife orientiert. Ansonsten verkehrt sich ihr Charakter schnell ins beschriebene Gegenteil.
Merlot ist eine frühreifende Sorte, die deutlich dünnere Beerenschalen besitzt als die Cabernet-Familie. Daraus entsteht der besondere Reiz der berühmten und längst weltweit praktizierten Bordeaux-Blends aus Cabernet und Merlot. Bei langer, gleichmäßiger Reifezeit der Beeren am Stock kann Cabernet ausreifen und liefert dann eindrucksvoll gerbstoffbetonte Cuvées mit Kraft und Potential; bei witterungsbedingt kürzerer Reifezeit der Trauben reift die Merlot sicher aus, während die Cabernets sich unreifer präsentieren, die Cuvée wird dann merlotbasiert sein und entsprechend charmant ausfallen. Merlot reift auf spätreifenden, lehmig sandigen Ton-Böden besonders gut und ergibt dort charakteristisch fleischige Weine, die samtiges, geschmeidiges Tannin in milder Säure bieten. Grundsätzlich ähnelt Merlot aromatisch in der Jugend der Cabernet-Familie, entwickelt aber statt deren herber, aristokratischer Gerbstoffdichte eher ‚süßeren’, etwas malzig an Kaffee, Karamell und Nougat erinnernden Geschmack in samtig weichem Gerbstoffprofil.
Über die Herkunft der Rebsorte ist wenig bekannt. Sie findet im 14. Jahrhundert als ‚Crabatut noir’ erste schriftliche Erwähnung in Bordeaux; im Jahr 1784 nennt man sie bereits 'Merlot' und sie wird zu einer der wichtigen Sorten in Bordeaux, wo sie im 19. Jahrhundert zur dominanten Sorte aufsteigt. Dann kommt die Reblaus, die den Rebsortenspiegel in Bordeaux nachhaltig stört. Alte angestammte Sorten wie Abouriou und Carmenère, der fast vollständig verschwindet, Petit Verdot und Malbec, aber auch Grenache, die damals tatsächlich im Bordelais anzutreffen war, verschwinden weitgehend und werden durch Cabernet Franc, vor allem aber durch Cabernet Sauvignon ersetzt. Heute ist Merlot wieder auf dem Vormarsch, vor allem im Médoc wird er seit zwanzig Jahren verstärkt angepflanzt, so daß er seine einstige Vormachtstellung im Rebsortenspiegel des Bordelais wieder anstrebt.
Lange hat man gerätselt, wer die Eltern der beliebten Rebsorte sein könnten. Erst 2009 gelang der Nachweis, daß die so gut wie ausgestorbene, vermutlich sehr alte, frühreifende Rebsorte Magdeleine Noire des Charentes, die auch zu den Eltern des Malbec gehört, sowie Cabernet Franc die Kreuzungs-Eltern der Rebsorte Merlot sind.
![]() | Frankreich - Bordeaux |
![]() | Merlot |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Kiste |
| Art-Nr. FBO06007 | |
| Inhalt 0.375l |















