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Chardonnay 'K&U-Sonderedition'
Ihm geht es nicht um Klischees, Ihm geht es um Herkunfts- und Lagencharakter. Nach wie vor baut er jeden seiner Chardonnays im klassischen Barrique aus, aber nicht in neuen, sondern bewußt in gebrauchten Fässern. Ihm geht es um die Physik des Ausbaus im Holz, um Hefekontakt, um Struktur und Komplexität, aber nicht um den Geschmack der Barriques. Natürlich schmeckt man, daß der Wein im Holz ausgebaut wurde, aber man schmeckt auch das lange Hefelager. Der Wein wirkt extrem burgundisch, besitzt aber die Reife Kaliforniens. In Burgund wird, wie in den besten Kellern Kaliforniens, jeder der großen berühmten weißen Lagen-Chardonnays, von Chablis bis Montrachet, im Holzfaß ausgebaut. Da meckert niemand, aber bei Kalifornien heißt es gleich: Viel zu viel Barrique. Das ist absoluter Quatsch. Viele Burgunder prahlen heute mit weit mehr neuem Holz als Au Bon Climat.
Meursault kommt einem in den Sinn, wenn man Jim Clendenens Spezialcuvée für seinen ältesten Exporteur im Glas hat. Seit 1985 vertreiben wir seine Weine exklusiv in Deutschland. Jim hat uns für unsere Sonderedition eine spezielle Partie seines 'Le Bon Climat-Vineyard' zur Verfügung gestellt, den er biodynamisch zertifiziert bewirtschaftet. Der Wein hat alles, was man sich von einem Au Bon Climat-Chardonnay wünscht. Schon vom Faß weg schmeckte er wie das Joint Venture zwischen Meursault und Südkalifornien. Wie frischer Rahm läuft der Jahrgang 2009 über die Zunge. Er hat wieder helle Begeisterungsstürme ausgelöst bei unseren Kunden, gibt es doch einen solch hochwertigen Chardonnay stilistisch und qualitativ so oder ähnlich weder in Europa noch in Kalifornien zu diesem Preis. Diese Sonderedition besitzt garantierten Mehrwert.
Je länger der Wein im Glas steht, um so mehr riecht und schmeckt er wie jener Wein, den Jim vor ein paar Jahren mit Dominique Lafon aus Burgund von diesem Weinberg kelterte. Noch spielt der Holzfaßeinfluß eine gewisse Rolle in Duft und Geschmack, doch Jim baute den Wein wieder über 16 Monate auf der Vollhefe in gebrauchten Barriques aus, um das Holz wie ein Gewürz zu integrieren. Gefüllt wurde er in der letzten Juliwoche 2011, verschifft im Oktober.
Er braucht also eigentlich noch ein bißchen Zeit auf der Flasche. Doch schon jetzt dominiert im Mund die seidige Substanz niedriger Erträge, getragen von erfrischend agierender Säure, wie sie typisch ist für das kühle Santa Maria Valley. Jim vermeidet über den präzise gewählten Erntezeitpunkt bewußt jeden Anflug von Überreife; er will natürlich gezähmten Alkohol und schätzt europäische Säure und Rasse, die viele andere Chardonnay-Produzenten in Kalifornien bewußt durch überreife Lese zu verhindern suchen. Der Wein beweist auf der Zunge feinmaschige Dichte, in der die Säure perfekt integriert agiert und für enorme Länge am Gaumen sorgt. Süß und knochentrocken zur gleichen Zeit, das ist es, was den kühlen Meursault-Charakter ausmacht, den kalifornische Reife und Fülle in Perfektion zu Eigenständigkeit ergänzen.
Ein eindrucksvoll guter Chardonnay, der sich im Mund von innen nach außen öffnet. Er beweist unglaubliche Länge am Gaumen, die er druckvoll, würzig und mineralisch eindrucksvoll bis in den letzten Winkel des Mundraumes verteilt, immer die Präzision der Länge auf der Zunge. Ein solcher Chardonnay braucht viel Zeit in der Karaffe und Zeit im Glas. Dann entfaltet er sich erst richtig und schmeckt eindrucksvoll nach weit mehr als er kostet. Jim hat uns diese hochkarätige Le Bon Climat-Reserve zum Preis seines normalen Guts-Chardonnays spendiert! Genießen Sie ihn als anspruchsvoll pures Vergnügen und servieren Sie ihn kühl, aber nicht eiskalt.
Viel Spaß mit diesem Referenz-Chardonnay.
Au Bon Climat
Jim Clendenen, der charismatische Eigner des weltbekannten Weingutes Au Bon Climat im staubigen Santa Maria Valley im Hinterland von Santa Barbara im kühlen Süden Kaliforniens, hat erreicht, was nur wenigen Winzern gelingt: Seine Weine besitzen unverwechselbare Stilistik, sind unverkennbar, wagen Charakter, haben Ausstrahlung und faszinierende Identität. Sie gehören zu den großen Persönlichkeiten der Weinwelt.
Ohne Jim Clendenens visionäre Kompetenz wären Kaliforniens Pinot Noir und Chardonnay nicht da, wo sie heute stehen. Jim Clendenens Weine mögen streitbar sein. Ihre persönliche Handschrift und ihre souveräne Stilistik veranlaßten immerhin zahlreiche Winzer, sich auch mit Pinot Noir und Chardonnay zu beschäftigen, weshalb die Region um Santa Barbara heute als die boomendste Kaliforniens gilt. Seit dem Jahr 2001 besitzt Jim Clendenen im Santa Maria Valley knapp 25 Hektar eigene Weinberge, die er unter dem Namen ‚Le Bon Climat’ auf den Markt bringt. Dort setzt er nachhaltig auf biodynamische Bewirtschaftung, seit 2005 ist er als Biobetrieb zertifiziert.
Jim Clendenen hat kalifornischen Pinot Noir zu einer Zeit salonfähig gemacht, als alle nur Cabernet Sauvignon im Kopf hatten. Es ist deshalb auch sein Verdienst, daß Pinot Noir heute als die große Rebsorte der Zukunft in Kalifornien gehandelt wird. Er war es auch, der kalifornischen Chardonnay nicht nur von der burgundischen Kopie, sondern auch vom kalifornischen Klischee, das süße, schwere, fette, vom Alkohol dominierte Weine mit viel Holzeinfluß bevorzugte, befreien half. Diese Weine gibt es noch, sie haben ihre Berechtigung, doch dagegen wirken seine ‚Au Bon Climat’-Weine wie von einem anderen Stern; sie reifen über zehn und mehr Jahre perfekt aus und präsentieren sich rassig frisch, mundwässernd attraktiv und lustvoll trinkfreudig. Welcher kalifornische Winzer kann das von seinen Weinen schon behaupten?
Es ist der charismatischen Persönlichkeit Jim Clendenen zu verdanken, daß Ideen aus der neuen Welt in die alte Welt transferiert wurden und umgekehrt. Dem visionären Kalifornier ging es schon um geschmackliche Komplexität und natürliche Expressivität, um ausdrucksstarke Weine, die ohne Manipulation und nur minimalen Eingriffen auf Flasche gebracht werden, als man in Europa noch ganz dem simplen reduktiven Sicherheitswein huldigte. Jim Clendenen kennt heute jeden entscheidenden Winzer der Weinwelt persönlich; so manchem widmet er unter Etiketten wie ‚Podere del Olivos’ oder ‚Vita Nova’ flüssige Experimente, die manchmal unerwarteten Erfolg bringen; so zählen seine Barbera oder sein Teroldego zum besten, was die Rebsorten weltweit hervorbringen. Jim Clendenen hat es geschafft, ‚Au Bon Climat’ zum kommunikativen Dreh- und Angelpunkt der Chardonnay- und Pinot Noir-Welt zu machen, wo sich Produzenten aus aller Welt wie nirgendwo sonst zum Erfahrungsaustausch trafen und treffen. In einer unattraktiven Blechhalle am Rande der Wüste. Typisch Jim Clendenen.
Videos mit und über Jim Clendenen: Video 1, Video 2, Video 3
Die Rebe
Chardonnay
Die Herkunft des Chardonnay, der Königin der weißen Rebsorten, ist unbekannt. Viele Märchen ranken sich um ihren Ursprung, geklärt ist er nicht. Alleine in Frankreich kennt man 34 eigenständige Abarten, Klonen genannt, von denen einige überaus aromatisch, fast schon aufdringlich duften, andere sind extrem ertragsstark und riechen kaum.
Chardonnay reagiert wie keine andere Rebsorte unmittelbar auf die Art ihrer Verarbeitung, weshalb die Rebsorte ein so ungewöhnlich breites Qualitäts- und Geschmacksspektrum bietet, daß es den Chardonnay nicht gibt. Der Name der bekanntesten Rebsorte der Welt ist Weintrinkern in aller Welt so vertraut, daß sie kaum darüber nachdenken, daß sich dahinter eine Rebsorte verbirgt. Immer wieder passiert es, daß Kunden nicht wissen, daß Chablis, Chassagne oder Puligny Montrachet aus Chardonnay gekeltert werden. Für Sie scheint „Chardonnay“ eine Marke zu sein. Der Name ‚Chardonnay’ ist so populär, daß die zahlreichen Synonyme für die Rebsorte kaum noch bekannt sind; nur in Österreich beharrt man sympathisch auf dem alten Synonym ‚Morillon’.
Der relativ hohe Alkoholgehalt der Rebsorte vermittelt ein Gefühl von feiner Süße und cremiger Weichheit auf der Zunge, was maßgeblich zur weltweiten, von nationalen Geschmacksvorlieben losgelösten Popularität der Rebsorte beitrug. Die wie bei keiner anderen weißen Rebsorte mögliche Integration von Faßaromen und Eichenholzgeschmack ist ein weiterer Grund für die globale Popularität der Rebsorte.
Von Kellermeistern in aller Welt wird Chardonnay geschätzt, weil er wie keine andere Rebsorte auf ihre Weinbereitung reagiert. Sie läßt sich reduktiv kalt im Edelstahltank vergären und ergibt dann frische, rassige Weine mit angenehmer Säure. Sie läßt sich aber genau so gut oxidativ im kleinen Eichenfaß vergären und lange auf der Hefe lagern, verträgt sogar lange Lagerung und Reifung in neuem Holz, ohne dessen unangenehme Aromen aufzunehmen. Über das Ansprechen der Rebsorte auf Hefesatzaufrühren (die sogenannte ‚Battonage’, bei der man im Holzfaß den trüben Bodensatz der Hefe mit einem Stab aufrührt und sie auf diese Weise emulgiert; je häufiger man dies tut, um so cremiger und weicher wird der Wien) haben sich zwei Schulen an Verarbeitung zwischen Burgund und Kalifornien herauskristallisiert, die diese Eignung für besondere Stilistik nutzen: Es gibt die ‚modernen’ Winzer und Kellermeister, die durch starkes und häufiges Hefesatzaufrühren dicke, weiche, cremig fette Chardonnays produzieren, wie sie der Idealvorstellung dieser Rebsorte entsprechen. Dem stehen Winzer entgegen, die bewußt auf das Aufrühren der Hefe verzichten, um so die aromatische Komplexität der Rebsorte, ihre Mineralität und Straffheit, ihre Rasse und strukturelle Eigenartigkeit herausarbeiten. Sie rühren die Hefe gezielt nicht auf (wie z. B. Coche-Dury in Burgund oder Au Bon Climat in Kalifornien), um deren Aromen nach frischem Brot, Hefeteig, gerösteten Mandeln und Haselnüssen in das frische, nachhaltig straff wirkende, mineralisch geprägte Geschmacksbild der Rebsorte zu integrieren.
Guter Chardonnay besitzt attraktive goldene Farbe und einen breiten, gefälligen, aber nicht einfach zu beschreibenden Geschmack. In wissenschaftlichen Analysen stellte sich Chardonnay als aromatisch schwer zu fassen dar. Sein Spektrum reicht, je nach Ausbau, von Himbeeraromen über Tabak, Vanille, tropische Früchte und Pfirsicharomen zu reifen Tomaten, Tee und Blütendüften.
Wenn man Chardonnay von jungen Rebstöcken erntet, wie in Italien üblich, und dabei noch von den hohen Erträgen profitiert, die die Rebsorte mühelos bringt, wird er wäßrig, dünn und fast neutral. Einfacher Chardonnay ist ein so überflüssiger wie säuerlich dünner, an grüne Äpfel und Melonen erinnernder Saufwein, der den Markt in schier unerschöpflicher Menge zu überschwemmen scheint.
Dagegen können niedrige Erträge von erstklassigen Lagen auf basischen Böden (Kalk), die gesunde Säure mit optimalem pH-Wert aus präzise reif gelesenen Trauben besitzen, durch eine sich souverän zurücknehmende Kellertechnik großartige, eindrückliche Chardonnays begeisternder Individualität hervorbringen, die sich über Jahrzehnte zu unerreichter Grandezza rarer Komplexität entwickeln.
![]() | USA - Santa Barbara |
![]() | Chardonnay |
![]() | Langsam |
![]() | 12er Karton |
| Art-Nr. CAL09181 | |
| Inhalt 0.75l |


















