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Chardonnay Beerenauslese
Hans Tschida, von seinen Freunden auch ‚John’ genannt, nutzt das pannonische Klima rund um den Neusiedlersee mit seinem Wechselspiel zwischen der Wärme der Tage und der Kühle der Nächte mit der Feuchtigkeit der kleinen Lacken und Salzlacken, in denen seine vielen kleinen Weingärten stehen, zur Bildung der Edelfäule, die seinen Weinen fast regelmäßig hochkonzentrierte Süße verleihen. Nicht irgendeine Süße, sondern edle, reife, würzige Süße mit viel Spiel und unverwechselbarer Aromaintensität.
Hier die große Rebsorte Chardonnay als Beerenauslese. Edelfaule Beeren also. Man schmeckt sie, die gelb würzige Konzentration der getrockneten, konzentrierten Chardonnay-Beeren, die mühsam in mehreren Lesedurchgängen herausgeschnitten wurden.
Komplex duftet der Wein im Glas, nobel cremig und weich und elegant; im Mund Tiefe und Fülle, dunkle, gelbe Würze, dichte Substanz auf der Zunge, seidig, kühl und angenehm straff in der Säure mit langem, intensiv süßem Nachklang am Gaumen. Ein mundfüllendes Fruchtereignis mit Nektarinen, Apfelmus und Litschi, reifer Mango und Granatapfel im Spektrum, zupackend und lange nachwirkend im Mundgefühl; ideal zu Mürbteig- und Buttergebäck und allen Arten von Karamelaromen.
Weingut Angerhof-Tschida
Hans und Lisa Tschida produzieren auf ihrem 14 ha großen Weingut in Illmitz, mitten im Nationalpark Neusiedler-See-Seewinkel, glasklare, wie mit dem Federkiel puristisch rein gezeichnete Süßweine. Das pannonische Klima mit seinen ca. 2000 Sonnenstunden pro Jahr liefert die notwendigen Voraussetzungen. Die weltweit einmalige Kombination von Wärme am Tag, Kühle in der Nacht und ausreichend vorhandener Feuchtigkeit sorgt auf den teilweise auf kleinen Inseln gepflanzten Weingärten, inmitten zahlreicher Lacken und Salzlacken in der feuchten Umgebung des Neusiedler Sees, für fast schon planmäßigen, zumindest aber regelmäßigen Befall mit dem Edelfäulepilz. Diese für Süßweine paradiesischen Wachstumsbedingungen lassen Hans Tschida fast die gesamte Ernte zu Beerenauslesen, Eiswein, in trockeneren Jahren Schilfwein, sowie spektakulären Trockenbeerenauslesen (TBA) verarbeiten.
Kompromißlos in der Weinbereitung, kompromißlos im Stil. Hans Tschida kühlt seine Gärräume so weit herunter, daß die Weine gezwungen werden, sehr langsam zu vergären, manchmal über ein, zwei Jahre. Für mehr Komplexität beläßt er sie gezielt „dreckig“ auf der Feinhefe, vergärt aber bewußt nicht spontan; durch den starken Botrytisbefall würde er den angestrebten Rebsortencharakter sonst nicht kontrollieren bzw. herausarbeiten können. Man kann den Weinen deshalb in der Jugend eine gewisse Sterilität vorwerfen. Nach einem Jahr aber gehen sie auf, entwickeln präzise, komplexe Fülle mit ausgeprägtem Sortencharakter, betörend in ihrer Vielschichtigkeit und begeisternd im Nachhall am Gaumen. Süße als bestaunenswertes Wunder der Natur.
Die Rebe
Chardonnay
Die Herkunft des Chardonnay, der Königin der weißen Rebsorten, ist unbekannt. Viele Märchen ranken sich um ihren Ursprung, geklärt ist er nicht. Alleine in Frankreich kennt man 34 eigenständige Abarten, Klonen genannt, von denen einige überaus aromatisch, fast schon aufdringlich duften, andere sind extrem ertragsstark und riechen kaum.
Chardonnay reagiert wie keine andere Rebsorte unmittelbar auf die Art ihrer Verarbeitung, weshalb die Rebsorte ein so ungewöhnlich breites Qualitäts- und Geschmacksspektrum bietet, daß es den Chardonnay nicht gibt. Der Name der bekanntesten Rebsorte der Welt ist Weintrinkern in aller Welt so vertraut, daß sie kaum darüber nachdenken, daß sich dahinter eine Rebsorte verbirgt. Immer wieder passiert es, daß Kunden nicht wissen, daß Chablis, Chassagne oder Puligny Montrachet aus Chardonnay gekeltert werden. Für Sie scheint „Chardonnay“ eine Marke zu sein. Der Name ‚Chardonnay’ ist so populär, daß die zahlreichen Synonyme für die Rebsorte kaum noch bekannt sind; nur in Österreich beharrt man sympathisch auf dem alten Synonym ‚Morillon’.
Der relativ hohe Alkoholgehalt der Rebsorte vermittelt ein Gefühl von feiner Süße und cremiger Weichheit auf der Zunge, was maßgeblich zur weltweiten, von nationalen Geschmacksvorlieben losgelösten Popularität der Rebsorte beitrug. Die wie bei keiner anderen weißen Rebsorte mögliche Integration von Faßaromen und Eichenholzgeschmack ist ein weiterer Grund für die globale Popularität der Rebsorte.
Von Kellermeistern in aller Welt wird Chardonnay geschätzt, weil er wie keine andere Rebsorte auf ihre Weinbereitung reagiert. Sie läßt sich reduktiv kalt im Edelstahltank vergären und ergibt dann frische, rassige Weine mit angenehmer Säure. Sie läßt sich aber genau so gut oxidativ im kleinen Eichenfaß vergären und lange auf der Hefe lagern, verträgt sogar lange Lagerung und Reifung in neuem Holz, ohne dessen unangenehme Aromen aufzunehmen. Über das Ansprechen der Rebsorte auf Hefesatzaufrühren (die sogenannte ‚Battonage’, bei der man im Holzfaß den trüben Bodensatz der Hefe mit einem Stab aufrührt und sie auf diese Weise emulgiert; je häufiger man dies tut, um so cremiger und weicher wird der Wien) haben sich zwei Schulen an Verarbeitung zwischen Burgund und Kalifornien herauskristallisiert, die diese Eignung für besondere Stilistik nutzen: Es gibt die ‚modernen’ Winzer und Kellermeister, die durch starkes und häufiges Hefesatzaufrühren dicke, weiche, cremig fette Chardonnays produzieren, wie sie der Idealvorstellung dieser Rebsorte entsprechen. Dem stehen Winzer entgegen, die bewußt auf das Aufrühren der Hefe verzichten, um so die aromatische Komplexität der Rebsorte, ihre Mineralität und Straffheit, ihre Rasse und strukturelle Eigenartigkeit herausarbeiten. Sie rühren die Hefe gezielt nicht auf (wie z. B. Coche-Dury in Burgund oder Au Bon Climat in Kalifornien), um deren Aromen nach frischem Brot, Hefeteig, gerösteten Mandeln und Haselnüssen in das frische, nachhaltig straff wirkende, mineralisch geprägte Geschmacksbild der Rebsorte zu integrieren.
Guter Chardonnay besitzt attraktive goldene Farbe und einen breiten, gefälligen, aber nicht einfach zu beschreibenden Geschmack. In wissenschaftlichen Analysen stellte sich Chardonnay als aromatisch schwer zu fassen dar. Sein Spektrum reicht, je nach Ausbau, von Himbeeraromen über Tabak, Vanille, tropische Früchte und Pfirsicharomen zu reifen Tomaten, Tee und Blütendüften.
Wenn man Chardonnay von jungen Rebstöcken erntet, wie in Italien üblich, und dabei noch von den hohen Erträgen profitiert, die die Rebsorte mühelos bringt, wird er wäßrig, dünn und fast neutral. Einfacher Chardonnay ist ein so überflüssiger wie säuerlich dünner, an grüne Äpfel und Melonen erinnernder Saufwein, der den Markt in schier unerschöpflicher Menge zu überschwemmen scheint.
Dagegen können niedrige Erträge von erstklassigen Lagen auf basischen Böden (Kalk), die gesunde Säure mit optimalem pH-Wert aus präzise reif gelesenen Trauben besitzen, durch eine sich souverän zurücknehmende Kellertechnik großartige, eindrückliche Chardonnays begeisternder Individualität hervorbringen, die sich über Jahrzehnte zu unerreichter Grandezza rarer Komplexität entwickeln.
![]() | Österreich - Burgenland |
![]() | Chardonnay |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. OEW08709 | |
| Inhalt 0.375l |

















