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Cabernet Sauvignon 'Passionnément'
‚Passionnément’, französisch für Hingabe. Luc Morlet widmet den besten Wein seiner Produktion in ganz besonderer Hingabe seiner Frau Jodie. 100 % Cabernet Sauvignon von erstklassigen Lagen aus Oakville im Herzen des Napa Valley. Die Quintessenz der besten Lagen Kaliforniens in einem Wein vereint, meint Luc Morlet, der als Franzose in Kalifornien mit seinem beeindruckend dimensionierten Cabernet den kalifornischsten Wein auf Flasche bringt, den wir in letzter Zeit getrunken haben.
Schwarz in der Farbe. Opulent aber raffiniert im Bukett, von Duft kann man hier nicht sprechen, hier dampft es in unglaublicher Fülle und Vielschichtigkeit aus dem Glas; rote und blaue Beeren, Crème des Cassis, frische Pflaumen, Zedernholz und Graphit, die gute alte Zigarrenkiste, richtig großer Cabernet. Im Mund folgt ähnlich großes Kino: Opulent wie im Bukett, cremig und mundfüllend in fast schon brutaler Intensität, samtige Gerbstoffe in einer Fülle, wie man sie selten erlebt; Harmonie pur, lang, dicht ohne dick zu sein, und doch fast nicht beschreibbar intensiv und rund, mollig fast, den üblichen Ami-Plüsch aber gekonnt vermeidend - ein Wein, der in seiner Dimension fast überfordert und doch total entspannt, weil er wie Umami wirkt, hier stimmt einfach alles, der Wein ist perfekt. Wahnsinnsstoff. Kann man nicht oft trinken, aber wenn, dann tut´s richtig gut. Ein Ausnahmewein aus vorbildlich schonendem Winemaking, vermutlich über Jahrzehnte reifend; hat das Zeug zum legendären Klassiker.
Morlet Family Vineyards
Luc Morlet ist einer der angesehensten Weinmacher Kaliforniens. Wir kennen ihn seit ein paar Jahren und staunen immer wieder darüber, daß er als Franzose in Kalifornien die vielleicht kalifornischsten Weiß- und Rotweine macht, die wir an der Spitze Kaliforniens kennen. Luc greift auf bewährte französische Techniken zurück, er hat sich dem ‚natural winemaking’ verschrieben, der Nicht-Intervention im Keller, und seine eigenen Reben bewirtschaftet er biodynamisch. Die Stilistik seiner Weine wirkt so kalifornisch, daß man immer wieder staunt darüber, daß ein Franzose hinter der puristischen Wucht und Kraftentfaltung steckt, die einem da aus dem Glas entgegen kommt.
Luc Morlet war, bevor er nach Kalifornien kam, technischer Direktor der väterlichen Firma Pierre Morlet & Fils in der Champagne. Als Kellermeister auf Chateau Dauzac in Bordeaux kam er mit Su Hua Newton zusammen, die nach dem Tod ihres Mannes einen neuen Betriebsleiter suchte und Luc Morlet anbot, nach Kalifornien zu kommen und ihr Weingut am Spring Mountain zu leiten. Er kam und blieb. Bis heute. Luc Morlet war es, der in seiner Zeit bei Newton Vineyards den berühmten Chardonnay Unfiltered entwickelte, der für große Furore sorgte damals und weltweit gesucht war. 2001 holte ihn Sir Peter Michael zu seiner Peter Michael Winery, wo er von 2001 bis 2005 als verantwortlicher Kellermeister mit großen Chardonnays und kraftvoll feinen Cabernets nicht minder für Furore sorgte. Mehrere seiner Weine wurden damals von den einschlägigen Medien mit 98 und 99 Punkten bewertet und bis heute berät Luc Morlet das Team der Peter Michael Winery, obwohl seit 2005 sein Bruder Nick hier verantwortlicher Betriebsleiter und Kellermeister ist. Danach ging er für ein paar Jahre zu Staglin Family Vineyards, wo er neben Michel Rolland als Berater und David Abreu im Weinberg für den Keller verantwortlich war. Kaum ein anderer Weinmacher, auch kein kalifornischer, produzierte binnen weniger Jahre ähnlich hochbewertete Weine wie der Franzose Luc Morlet. Er scheint mit seiner Stilistik den Nerv der Zeit, den Geschmack seiner Epoche oder zumindest den seiner Kritiker genau getroffen zu haben und nach wie vor zuverlässig zu treffen.
Seit 2006 kümmert sich Luc Morlet mit seiner amerikanischen Frau Jodie um das eigene Label Morlet Family Vinyards. In winzigen Mengen produzieren die beiden von herausragenden Weinbergen im Napa Valley, aber auch an der Sonoma Coast, beeindruckend dimensionierte Weine großer Persönlichkeit und Ausstrahlung. Es sind keine sensiblen, intellektuell angehauchten Weine für Feintrinker, sondern expressive, dicht gepackte, hochkonzentrierte Chardonnays, Syrahs und Cabernet-Blends aus puristisch handwerklicher Produktion, die zu den besten Kaliforniens gezählt werden. Nebenbei berät Luc Morlet ausgesuchte kleine Weingüter, denen er mit seiner Stilistik fast schon beängstigend zuverlässig zu schnellem Ruhm durch höchste Bewertungen verhilft.
Wir bekommen jährlich eine kleine Zuteilung seiner besten Weine, die er oft nur in wenigen hundert Flaschen produziert.
Die Rebe
Cabernet Sauvignon
Cabernet Sauvignon gilt heute allgemein als die Inkarnation guten Rotweines. Es ist die populärste aller roten Rebsorten und wird in praktisch jedem Land der Erde, in dem die Rebsorte ausreifen kann, auch angebaut. So wurde Cabernet Sauvignon zur dominanten Spitzenrebsorte der Welt.
Wie keine andere rote Rebsorte schmeckt Cabernet Sauvignon, egal wo er auf der Welt angebaut wird, stets unverkennbar nach Cabernet Sauvignon. Er ist also in Geschmack und Charakter weniger abhängig von Jahrgang, Herkunft und Machart als andere rote Rebsorten. Immer bringt er satte Konzentration an Gerbstoffen und Farbpigmenten auf die Zunge, immer steht ein kraftvolles, nach schwarzen Johannisbeeren, Zeder, Leder und dunkler Schokolade erinnerndes Bukett über dem Glas, das nur dann unangenehm in grüne Paprika und wenig attraktive unreife Aromen verfällt, wenn der Ertrag zu hoch und/oder das Klima so kühl war, daß die Trauben nicht physiologisch ausreifen konnten. Cabernet Sauvignon gedeiht als spätreifende Sorte also am besten in wärmeren Klimata, in denen er physiologisch ausreifen kann.
Ob seiner dicken Beerenschale und seiner vielen Kerne im Fruchtfleisch kann reinsortiger Cabernet Sauvignon, der nicht extrem sorgfältig mazeriert und ausgebaut wurde, ruppig, hart und uncharmant ausfallen. Seine Struktur ist ungewöhnlich potent und präsent, doch Gerbstoffe und Farbintensität alleine ergeben noch keinen großen Wein mit Fülle, Eleganz und Tiefe. Deswegen verschneidet man Cabernet Sauvignon in aller Welt mit anderen Rebsorten, wobei das klassische Bordeaux-Rezept das bekannteste und weitverbreitetste ist: Der spätreifende kernige, für Rückgrat und stoffigen Körper sorgende, stets etwas hart agierende Cabernet Sauvignon wird dabei mit dem um bis zu zwei Wochen früher reifenden, fruchtigen weil dünnschaligeren, aber etwas behäbigen Merlot verschnitten; Cabernet Franc verleiht der Cuvée raffinierte kühle Frische und rassige Duftigkeit und in geeigneten Jahrgängen besorgt die kleinbeerige, noch dickschaligere Petit Verdot prägnante Würze und zusätzliche Farbintensität. In der Toskana harmoniert die dortige Sangiovese verblüffend gut mit Cabernet Sauvignon und in der Provence, Südfrankreich und Australien hat sich Syrah als interessanter Partner des Cabernet Sauvignon bewährt.
Um seine natürlich hohe Konzentration an Phenolen, die während der Mazeration und Maischung den Beerenschalen und reichlich vorhandenen Fruchtkernen entzogen werden, zu zähmen, hat sich der Ausbau im kleinen Holzfaß für Cabernet Sauvignon als fast schon notwendige Voraussetzung für späteren Genuß etabliert. Durch bewußten Kontakt mit Sauerstoff während des Faßausbaus, der je nach Qualität und Reife des Weines bis zu 18 und mehr Monaten dauern kann, versucht man dabei die Polymerisation der Phenole/Gerbstoffe in feinere Bahnen zu lenken. Wie kaum eine andere rote Rebsorte belohnt großer Cabernet Sauvignon diese Faßreifung mit subtil komplexen Geschmacks- und Aromastoffen, die sich über viele Jahre der Reife zu einem delikaten Bukett entfalten, das in seiner Vielschichtigkeit und Tiefe einmalig ist. Aus einem deftigen, gerbstoffbetonten harten Burschen in der Jugend wird so mit den Jahren ein gediegener, edler Grandseigneur, der Finesse vor Kraft und Komplexität vor Wucht stellt.
In den letzten Jahren kommen speziell aus Kalifornien reinsortige Cabernet Sauvignons, die so sorgfältig gekeltert und verarbeitet wurden und so lange im Holzfaß auf der Hefe reifen konnten, daß sie unvergleichliches Weltklasseniveau erreichen, das den Weinen der alten Welt neue Maßstäbe vorgibt. Die enorme Popularität der Rebsorte sorgt so für ungewöhnliche Qualitätsdynamik in jenen Weinbergen der Welt, in denen Cabernet Sauvignon engagiert angebaut wird.
Um den Ursprung der Rebsorte ranken sich viele Märchen und Geschichten. 1997 ergab eine DNA-Analyse der berühmten Wein-Universität von Davis in Kalifornien, daß Cabernet Sauvignon mit größter Wahrscheinlichkeit eine Kreuzung aus Cabernet Franc und Sauvignon Blanc ist, was großes Erstaunen in der Fachwelt auslöste, bis heute aber unwidersprochen blieb. Tatsächlich tritt die Rebsorte nicht, wie immer wieder behauptet wird, schon im 16. Jahrhundert in Bordeaux offiziell in Erscheinung, sondern erst Ende des 18. Jahrhunderts, als im Médoc die ersten großen Weingüter entstehen. Nach der Reblauskatastrophe ist es die Merlot, die zusammen mit Cabernet Franc in Bordeaux maßgeblich angebaut wird. Erst in den 1980er Jahren nimmt die Rebfläche an Cabernet Sauvignon vor allem im Médoc enorm zu, in den späten 1990er Jahren kommt dann der Merlot wieder mehr ins Spiel. Der Klimawandel sorgt schließlich nach 2001 dafür, daß wieder dickschalige, später reifende Sorten wie Cabernet Sauvignon, Malbec, Petit Verdot und Cabernet Franc vermehrt angepflanzt werden.
Es sind also Geschmacksmoden aber auch klimatische Notwendigkeiten, die zu einem sich dynamisch verändernden Rebsortenspiegel führen im weltberühmten Bordeaux, mit dem Cabernet Sauvignon stets fast schon zwangsläufig in Verbindung gebracht wird, obwohl er dort nur äußerst selten reinsortig abgefüllt wird. Neue Maßstäbe für die Rebsorte werden heute eher in der neuen Welt, und dort vor allem in Washington State und Kalifornien, gesetzt, weniger in der alten Welt.
![]() | USA - Napa Valley |
![]() | Cabernet Sauvignon |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. CAL07402 | |
| Inhalt 0.75l |














