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Cabernet Sauvignon 'Counterpoint'
Laurel Glen
Patrick Campbell ist ein Urgestein der kalifornischen Weinszene. Auf seinem versteckt am Sonoma Mountain liegenden Weingut ‚Laurel Glen’ produzierte er von 1978 bis 2011 einen Cabernet der besonderen Art. Wein war allerdings nie alles für ihn, er engagiert sich auch politisch für eine umweltverträgliche Landwirtschaftspolitik.
‚Laurel Glen’ ist ein kleines Weingut, das der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Deshalb waren und sind die Weine des ‚Laurel Glen Vineyard’ nur Kennern der Szene bekannt. Zusammen mit seinem Partner Ray Kaufman, der in den letzten 26 Jahren den Keller verantwortete, produzierte Patrick Campbell konzentrierte Mountain-Cabernets der Extraklasse.
Wir schreiben hier in der Vergangenheitsform, weil es die Weine aus der Ära Campbell/Kaufman bei uns noch einige Jahre geben wird, doch mußte Patrick Campbell sein Weingut im Frühjahr 2011 verkaufen, um die Scheidung von seiner Frau finanzieren zu können. Das traf uns hart, weil wir mit Laurel Glen seit dem Jahrgang 1985 zusammenarbeiten und uns die Weine sehr ans Herz gewachsen sind. Sie sind so etwas wie persönliche Lieblingsweine, weil sie nie dem simplen Image kalifornischer Cabernets entsprachen, sondern immer ihre Eigenart als europäisch kühle, distinguiert konzentrierte Mountain-Cabernets bewahrten. Die neue Besitzerin, Bettina Sichel, die in der Welt des Weines sehr bekannt ist, hat sich viel vorgenommen mit ‚Laurel Glen’. Sie will das Weingut in der Spitze Kaliforniens etablieren und hat sich dazu Phil Coturri für den Weinberg und David Ramey für den Keller geholt, die Umstellung auf zertifiziert biologischen Weinbau hat schon begonnen und Patrick Campbell bleibt vorerst als Berater im Laurel Glen-Team. Man darf gespannt sein, wie sich die Weine in Zukunft verändern. Wir bleiben dran.
Laurel Glens Markenzeichen sind dichte, präsente, reife, fruchterfüllte Gerbstoffe, wie sie typisch sind für hoch liegende Berglagen. Die fruchtbaren Lavaböden am Sonoma Mountain machen Düngung überflüssig, die exponierte Lage hoch über den Nebeln des Tales, die das Etikett selbstbewußt demonstriert, sorgt für ideale Temperatur- und Feuchtigkeitsverteilung, die Trauben können dort oben sehr lange sehr gleichmäßig ausreifen. Deshalb wissen große „Laurel Glen“-Cabernets mit mächtig strukturierter Komplexität zu beeindrucken, die sich mit den Jahren in tiefgründige Harmonie und begeisternde Balance verwandelt.
Es sind kühle, dicht gepackte Cabernets ganz eigener Ausstrahlung, einmalig in der Welt des Weines, aber auch völlig eigenständig im kalifornischen Kontext. Laurel Glen ist Laurel Glen. Zeitlos stilistisch wirken die Weine in ihrer avantgardistischen Feinheit, der gekonnt gezähmte Kraftentfaltung eigenständiges Profil verleiht, europäisch im Esprit, kalifornisch in Reife, Fülle und Ausstrahlung.
Ihre Haltbarkeit und Entwicklungsfähigkeit sind legendär, nur wenige andere in Kalifornien können hier mithalten. Patrick Campbell hat sich dem integrierten Anbau verschrieben, ‚sustainable agriculture’ nennt man das in Kalifornien. Er verzichtet also auf synthetische Spritzmittel und moderne „Kellerhilfsmittel“. Geerntet wird von Hand, vergoren auf eigenen Hefen in kleinen, oben offenen Gärtanks ohne Temperaturkontrolle. Die Weine klären sich auf natürliche Weise und werden unfiltriert auf Flasche gefüllt. Pures Handwerk im Einklang mit der Natur. ‚Laurel Glen’ war und ist ein bewundernswert beständiger Wert in der schnellebigen Weinwelt Kaliforniens, ein Klassiker ganz eigener Prägung und Stilistik, souveräne Größe abseits modischer Geschmacksklischees, ein persönlicher Lieblingsbetrieb im Portfolio, und das seit 20 Jahren.
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Die Rebe
Cabernet Sauvignon
Cabernet Sauvignon gilt heute allgemein als die Inkarnation guten Rotweines. Es ist die populärste aller roten Rebsorten und wird in praktisch jedem Land der Erde, in dem die Rebsorte ausreifen kann, auch angebaut. So wurde Cabernet Sauvignon zur dominanten Spitzenrebsorte der Welt.
Wie keine andere rote Rebsorte schmeckt Cabernet Sauvignon, egal wo er auf der Welt angebaut wird, stets unverkennbar nach Cabernet Sauvignon. Er ist also in Geschmack und Charakter weniger abhängig von Jahrgang, Herkunft und Machart als andere rote Rebsorten. Immer bringt er satte Konzentration an Gerbstoffen und Farbpigmenten auf die Zunge, immer steht ein kraftvolles, nach schwarzen Johannisbeeren, Zeder, Leder und dunkler Schokolade erinnerndes Bukett über dem Glas, das nur dann unangenehm in grüne Paprika und wenig attraktive unreife Aromen verfällt, wenn der Ertrag zu hoch und/oder das Klima so kühl war, daß die Trauben nicht physiologisch ausreifen konnten. Cabernet Sauvignon gedeiht als spätreifende Sorte also am besten in wärmeren Klimata, in denen er physiologisch ausreifen kann.
Ob seiner dicken Beerenschale und seiner vielen Kerne im Fruchtfleisch kann reinsortiger Cabernet Sauvignon, der nicht extrem sorgfältig mazeriert und ausgebaut wurde, ruppig, hart und uncharmant ausfallen. Seine Struktur ist ungewöhnlich potent und präsent, doch Gerbstoffe und Farbintensität alleine ergeben noch keinen großen Wein mit Fülle, Eleganz und Tiefe. Deswegen verschneidet man Cabernet Sauvignon in aller Welt mit anderen Rebsorten, wobei das klassische Bordeaux-Rezept das bekannteste und weitverbreitetste ist: Der spätreifende kernige, für Rückgrat und stoffigen Körper sorgende, stets etwas hart agierende Cabernet Sauvignon wird dabei mit dem um bis zu zwei Wochen früher reifenden, fruchtigen weil dünnschaligeren, aber etwas behäbigen Merlot verschnitten; Cabernet Franc verleiht der Cuvée raffinierte kühle Frische und rassige Duftigkeit und in geeigneten Jahrgängen besorgt die kleinbeerige, noch dickschaligere Petit Verdot prägnante Würze und zusätzliche Farbintensität. In der Toskana harmoniert die dortige Sangiovese verblüffend gut mit Cabernet Sauvignon und in der Provence, Südfrankreich und Australien hat sich Syrah als interessanter Partner des Cabernet Sauvignon bewährt.
Um seine natürlich hohe Konzentration an Phenolen, die während der Mazeration und Maischung den Beerenschalen und reichlich vorhandenen Fruchtkernen entzogen werden, zu zähmen, hat sich der Ausbau im kleinen Holzfaß für Cabernet Sauvignon als fast schon notwendige Voraussetzung für späteren Genuß etabliert. Durch bewußten Kontakt mit Sauerstoff während des Faßausbaus, der je nach Qualität und Reife des Weines bis zu 18 und mehr Monaten dauern kann, versucht man dabei die Polymerisation der Phenole/Gerbstoffe in feinere Bahnen zu lenken. Wie kaum eine andere rote Rebsorte belohnt großer Cabernet Sauvignon diese Faßreifung mit subtil komplexen Geschmacks- und Aromastoffen, die sich über viele Jahre der Reife zu einem delikaten Bukett entfalten, das in seiner Vielschichtigkeit und Tiefe einmalig ist. Aus einem deftigen, gerbstoffbetonten harten Burschen in der Jugend wird so mit den Jahren ein gediegener, edler Grandseigneur, der Finesse vor Kraft und Komplexität vor Wucht stellt.
In den letzten Jahren kommen speziell aus Kalifornien reinsortige Cabernet Sauvignons, die so sorgfältig gekeltert und verarbeitet wurden und so lange im Holzfaß auf der Hefe reifen konnten, daß sie unvergleichliches Weltklasseniveau erreichen, das den Weinen der alten Welt neue Maßstäbe vorgibt. Die enorme Popularität der Rebsorte sorgt so für ungewöhnliche Qualitätsdynamik in jenen Weinbergen der Welt, in denen Cabernet Sauvignon engagiert angebaut wird.
Um den Ursprung der Rebsorte ranken sich viele Märchen und Geschichten. 1997 ergab eine DNA-Analyse der berühmten Wein-Universität von Davis in Kalifornien, daß Cabernet Sauvignon mit größter Wahrscheinlichkeit eine Kreuzung aus Cabernet Franc und Sauvignon Blanc ist, was großes Erstaunen in der Fachwelt auslöste, bis heute aber unwidersprochen blieb. Tatsächlich tritt die Rebsorte nicht, wie immer wieder behauptet wird, schon im 16. Jahrhundert in Bordeaux offiziell in Erscheinung, sondern erst Ende des 18. Jahrhunderts, als im Médoc die ersten großen Weingüter entstehen. Nach der Reblauskatastrophe ist es die Merlot, die zusammen mit Cabernet Franc in Bordeaux maßgeblich angebaut wird. Erst in den 1980er Jahren nimmt die Rebfläche an Cabernet Sauvignon vor allem im Médoc enorm zu, in den späten 1990er Jahren kommt dann der Merlot wieder mehr ins Spiel. Der Klimawandel sorgt schließlich nach 2001 dafür, daß wieder dickschalige, später reifende Sorten wie Cabernet Sauvignon, Malbec, Petit Verdot und Cabernet Franc vermehrt angepflanzt werden.
Es sind also Geschmacksmoden aber auch klimatische Notwendigkeiten, die zu einem sich dynamisch verändernden Rebsortenspiegel führen im weltberühmten Bordeaux, mit dem Cabernet Sauvignon stets fast schon zwangsläufig in Verbindung gebracht wird, obwohl er dort nur äußerst selten reinsortig abgefüllt wird. Neue Maßstäbe für die Rebsorte werden heute eher in der neuen Welt, und dort vor allem in Washington State und Kalifornien, gesetzt, weniger in der alten Welt.
je Flasche à 0.75l / 38,67 €/L
inkl. MwSt. / zzgl. Versand
![]() | USA - Sonoma |
![]() | Cabernet Sauvignon |
![]() | Langsam |
![]() | 12er Karton |
| Art-Nr. CAL07205 | |
| Inhalt 0.75l |
















