TitelbildWiesbaden2014
  • 29/08/2014
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  • Reportage

Wiesbaden, der VDP und der deutsche Jahrgang 2013

Alljährlich pilgern am letzten Augustwochenende 120 geladene Weinschreiber und Weinhändler aus aller Welt in die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden. Dort präsentiert der VDP in zwei intensiven Verkostungstagen gut 500 Große Gewächse des aktuellen Jahrgangs seiner rund 200 Mitgliedsbetriebe, damit sich die Weinöffentlichkeit vor der Freigabe des Verkaufs der Weine im September einen umfassenden Überblick über den Jahrgang und das Niveau der ihn bewältigenden Betriebe verschaffen kann.

 

 WiesbadenVerkoster

 Konzentrierte Szenerie in den Kurhauskolonaden

 

Es ist ganz maßgeblich dieser Verkostung zu verdanken, daß sich binnen weniger Jahre eine Vorstellung davon entwickelt hat, wie das VDP.GROSSES GEWÄCHS die Zukunft des deutschen Weines bestimmen und definieren kann. Das VDP.GROSSES GEWÄCHS wird, da sind wir uns sicher, an jene glorreichen, aber längst vergangenen Zeiten anknüpfen, in denen die besten deutschen Lagen zu den teuersten und besten Weinen der Welt gehörten – auch wenn das noch Jahre dauern kann, der Weg ist bereitet. Diese Verkostung trägt entscheidend zur längst überfälligen Definition des guten deutschen Weines in Stil und Charakter bei.

 

In Wiesbaden geht es um die VDP.GROSSE LAGE, also ausschließlich um Lagenweine und da vor allem um Riesling und Spätburgunder. Peripher stehen auch die großen Gewächse der Rebsorten Silvaner, Weiß- und Grauburgunder oder Lemberger zur Verkostung an. Alle zu verkostenden Weißweine entstammen dem aktuellen Jahrgang 2013, die Rotweine waren aus 2012 und älter.

 

WeinglasRotWiesbaden

 Mitten im Geschehen

 

Wiesbaden genießt legendären Ruf, weil es für eine der bestorganisierten Verkostungen der westlichen Hemisphäre steht. Knapp 500 Weine gilt es dort zu verkosten, ein Marathon für uns, die wir hinter den Gläsern sitzen; ein Marathon für die Organisatoren, Alexia Putze und ihrem Power-Team sei herzlichst gedankt; ein Marathon im Sinne des Wortes aber vor allem für die vielen Helfer, die uns ein um die andere Runde mit stets freundlichem Lächeln die Gläser befüllten. Herzlichen Dank an sie alle!

 

 »Wiesbaden« . . .

 

. . . ist einer der wichtigen Branchentreffs in Deutschland geworden. Winzer, Journalisten, Händler und Importeure im Austausch auf Augenhöhe. Abends an den Tresen der Stadt oder auf offiziellen Veranstaltungen. Weit mehr als nur der übliche Smalltalk. Persönlicher Austausch im Namen des deutschen Weines und weit darüber hinaus. Informationen, Gerüchte, Trends und Tipps von Angesicht zu Angesicht. In dieser Konstellation nicht mehr wegzudenken und so gut wie einzigartig.

 

. . . ist der pure Verkostungs-Luxus. Wann und wo hat man die Möglichkeit, das, was als die besten Weine des Landes gehandelt wird, in fast vollständiger Breite im direkten Vergleich Lage für Lage verkosten zu können? Diese Verkostung läßt erleben, wie sich ein Jahrgang in jedem Anbaugebiet präsentiert; sie gewährt Einblick in Trends und Entwicklungen in Weinbereitung, Arbeit im Weinberg, Stil und Charakter der wichtigsten deutschen Winzerbetriebe; sie ist beste sensorische Schulung, offenbart sie doch, was die Herausforderungen des Jahrgangs in jeder Region waren und ob die Winzer es geschafft haben, diesen gerecht zu werden oder ob sie auf bewährte Sicherheitsqualität gesetzt haben, ob sie mit dem Strom schwimmen oder gegen ihn, ob sie souverän agieren und damit Trends setzen oder diesen hinterherhecheln. Die Verkostung entlarvt, ob Winzer dem Design huldigen oder individuellen Charakter wagen, ob ihre Weine kalt, steril und leblos wirken oder lebendig sind und entspannt in sich ruhen. All das, und noch viel mehr, ist dieser Probe zu entnehmen.

 

. . . wird den deutschen Wein verändern und definieren. Galt bis vor kurzem der »fruchtige« Stil mit den Gletscherbonbons im Duft als Ideal, wird dieser jetzt bedrängt vom traditionellen Spontanvergärer mit gewagtem Herkunftscharakter. Fröhliches Nebeneinander ohne besser oder schlechter, es geht um die Definition eines neuen Andersseins im deutschen Wein. Wiesbaden wird dafür sorgen, daß dieser Unterschied eine Definition erfährt. Deutscher Wein wird sich formulieren und Kontur gewinnen in der Vorstellung davon, wie er in der Spitze sein soll. Der deutsche Wein befindet sich, das hat die Verkostung dieses Jahr gezeigt, in radikalem Wandel. Die Unterschiede in Machart, Stil und Konzeption divergieren wie nie zuvor. Sie werden in Anbetracht der sich entwickelnden Dynamik größer werden, werden weiter aufbrechen und damit zunehmend polarisieren zwischen »Design für Stil« und »Charakter für mehr Herkunft«, maßgeblich bewegt und vorangetrieben durch diese Verkostung in Wiesbaden. Nichts ist mehr statisch im deutschen Wein, plötzlich ist alles im Fluß.

 

Nach Wiesbaden wird stets eloquent gejubelt und wortreich beschrieben, was es zu verkosten gab. Eines, was die Verkostung in Wiesbaden auch beweist, wird gerne verschwiegen, zumal in einem schwierigen Jahrgang wie 2013: Auch in der Elite des deutschen Weines ist nicht alles Gold, was glänzt. Verkostung und Jahrgang entlarven ziemlich deutlich, daß nicht alle VDP-Betriebe auf der Höhe der Zeit agieren. Eine beträchtliche Zahl von Weinen spielt auf erstaunlich schwachem Niveau, das der Spitze im deutschen Wein keinesfalls gerecht wird. Die Mitgliedschaft im VDP ist also noch immer keine Garantie für Qualität. Wir kennen zahlreiche ambitionierte Winzer in Deutschland, die nicht im VDP sind, aber weit überzeugenderes Niveau zu bieten haben.

 

2013. Ein Jahrgang von Könnern für Kenner.

 

2013 hat es den Winzern schwer gemacht. Wirklich überzeugende Qualitäten sind die Ausnahme. Die Spitze ist klein in diesem Jahrgang.

 

Ein Jahrgang erzählt immer eine Geschichte. Deshalb sind wir seit drei Jahren stets kurz vor der Ernte in den Weingärten der 13 deutschen Weinbauregionen unterwegs, um mit dem Photoapparat in der Hand zu dokumentieren, worum es in dem jeweiligen Jahrgang geht. Wir kennen sie also, die Geheimnisse des Jahrgangs 2013. Dessen Trauben reiften nicht durch Sonne aus, sie zeigte sich im Herbst nur sehr spärlich, sondern wesentlich per Photosynthese. Schon von weitem wiesen deshalb ungewöhnlich hohe Laubwände auf der Jagd nach mehr Licht mit perfekten Blattflächen den Weg zu jenen Winzern, die die Herausforderungen des Jahrgangs begriffen hatten. Freigelegte Traubenzonen und starke Ertragsminimierung waren unbedingte Voraussetzung für physiologisch reife Trauben, was in diesem Bild, das Sie durch Doppelklick vergrößern können, exemplarisch erläutert wird:

 

 Siefersheimer_Sommerpost_2013

Dank an Daniel Wagner und Oliver Müller vom Weingut Wagner-Stempel in Rheinhessen. Sie demonstrieren hier eindrucksvoll, worum es im Jahrgang 2013 ging, wobei diese Arbeit von Lage zu Lage, Region zu Region anzupassen und zu variieren war.

 

Selten habe ich so kompetente wie konsequente Qualitätsarbeit im Weinberg gesehen, wie im Jahrgang 2013.  Selten habe ich aber auch solche Katastrophen von Trauben in solchen Mengen gesehen wie in diesem Jahr:

 

Szenario2013_1

 So sahen viele Weingärten aus in 2013. Nachlässige Arbeit im Weinberg, nicht ausgedünnt, vollgepumpt mit Nährstoffen, entblättert mit der Maschine, Fäulnis schon von der Peronospora im Frühjahr induziert, trotz (oder gerade wegen) heftiger Botrytizidspritzungen. Man beachte die durch die Spritzmittel verzögerte Traubenreife, denn . . .

 

Szenario2013_2_20.9.2013

… dieses Bild haben wir wenige Minuten danach im gleichen Weinberg wenige Rebzeilen weiter aufgenommen: Perfekt gesunde und reife Trauben, deren Farbe alles sagt. Solche Traubenqualität war in diesem Jahr die Ausnahme. Sie war aber nur mit solidem Handwerk zu erzielen, mit ständiger Präsenz im Weinberg für aufwendige Laub-, Blatt- und Bodenarbeit – und ohne die üblichen Pilzmittel.

 

Der Jahrgang offenbart ziemlich radikal, daß nur Betriebe kontrollierbarer Größe in der Lage waren, durchweg gute Weine zu produzieren. Betriebe, die ob ihrer Größe nicht alle Weinberge unter voller Kontrolle hatten, fallen durch heterogenes Stilspektrum zwischen gelungenen und banal technischen Sicherheitsweinen auf. Die Ernte mußte zwischen gerade eintretender Traubenreife und drohender bzw. längst vorhandener Fäulnis binnen weniger Tage eingebracht werden, sonst wäre Totalverlust eingetreten. Nur zu oft mußte mit moderner Kellerkunst nachgeholfen werden, was die große Anzahl banaler Weine simpler Struktur mit unreifer Säure oder müdem Charakter häßlich entsäuerter Stumpfheit beweist. Viel zu viele Weine des Jahrgangs wurden, völlig unnötig, systematisch mit Doppelsalz entsäuert, was man daran erkennt, daß sie weich und müde im Mund liegen, salzig schmecken und durch die unangenehme Äpfelsäure zugleich matt und stumpf wirken. Der Jahrgang 2013 wies zwar analytisch hohe Säurewerte auf, was manche Winzer an das schaurige Säureszenario von 2010 erinnert haben mag, doch handelte es sich ganz wesentlich um die milde Weinsäure, nicht so sehr um die aggressive Äpfelsäure, was für den pH-Wert, die mikrobiologische Gesundheit von Most und Wein, und das Mundgefühl von entscheidender Bedeutung ist. Eine Entsäuerung kappt die milde Weinsäure, läßt dafür aber die unangenehm schmeckbare Äpfelsäure zur Wirkung kommen. Einer der großen Kellerfehler, den man in diesem Jahrgang begehen konnte.

Durch die niedrigen Erträge in den gut gepflegten Weinbergen ergaben sich zudem hohe Extraktwerte, die die hohe Weinsäure des Jahrgangs perfekt zu puffern verstanden. Diese besondere Chemie des Jahrgangs kann man schmecken. Auch darum ging es in der Probe in Wiesbaden.

 

Das Weingut Wagner-Stempel aus Siefersheim in Rheinhessen informiert seine Kunden über Qualitätskriterien in einem Rundschreiben, das wir Ihnen nicht vorenthalten möchten. Besser kann man Jahrgangskriterien kaum kommunizieren:

 

>>Herbstinfo_2013_Wagner-Stempel<<

 

Und so präsentierte er sich dann auch in Wiesbaden, der Jahrgang 2013: Heterogen im Spektrum der Stile, von technisch banal bis zu souveräner Weltklasse; von riech- und schmeckbar schlechter Arbeit im Weinberg bis zu auf den Punkt getroffener Reife und brillanter Kristallinität; von verkrampft fruchtigem Techno-Design für bewährte Stilistik bis zur ausgereizten Lagencharakteristik, die den Jahrgang vergessen macht.

 

 MKKraemerPhilippLuckertHerbst2013

Weinbergsbegehung mit Philipp Luckert (li), Stephan Kraemer (m) und Martin Kössler im Sulzfelder Cyriakusberg im Herbst 2013

 

Vor berühmten Namen haben die Probleme des Jahrgangs übrigens so wenig Halt gemacht, wie vor berühmten Lagen. Manche Ikone deutscher Winzerkunst hat kein Großes Gewächs produziert. In manchen Regionen war es selbst mit allen zur Verfügung stehenden technischen Mitteln und enormem Aufwand im Weinberg kaum möglich, grosse Gewächse zu erzielen.

Um so erstaunlicher, daß es trotzdem in nahezu jeder Region Winzer gibt, die das Klassenziel in souveräner Manier erreichten, auch wenn deren Mengen oft sehr klein sind.

Die Spaltung der Winzerszene scheint mit zunehmender Herausforderung im Weinberg immer mehr Fahrt aufzunehmen. Dabei spielt die Betriebsgröße eine immer wichtigere Rolle, natürlich die Qualität des Personals und der Lagen, sowie die Intuition und Erfahrung in Weinberg und Keller – in Jahrgängen wie 2013 trennt sich die Spreu vom Weizen brutal. Deshalb gibt es für uns im Jahrgang 2013 nichts zu bejubeln. Wer den Jahrgang 2013 an sich hochjubelt, handelt grob fahrlässig oder inkompetent. Vertrauen durch Information scheint uns angebrachter. Die Präsentation des „Verbandes deutscher Prädikatsweingüter“ in Wiesbaden hat es deutlich gemacht: 2013 ist ein so spannender wie schwieriger Jahrgang mit sehr heterogenem Profil, der in der Spitze durchaus das Potential hat, ein großer werden zu können. Das freilich mit einer guten Portion Glück und nur aus der Hand von Könnern.

 

Hier unser persönlicher Eindruck der Verkostung in Kürze:

> In Rheinhessen weiß Philipp Wittmann auch 2013 wieder mit schier unglaublicher Konstanz und entspannter Souveränität in Stil, Lagencharakter und Qualität zu überzeugen. Sein Freund Daniel Wagner vom Weingut Wagner-Stempel beeindruckt mit einem mysteriös „düsteren“, nach herbstlichem Rauch und nassem Stein duftenden „Heerkretz“ und einem fröhlich agilen, vibrierend lebendigen, gelb und reif getönten „Höllberg“. Überrascht waren wir von Prinz Salm und Gunderloch, deren große Gewächse erstmals nachhaltig Eindruck machten. Am roten Hang festigt H.O. Spanier seinen guten Ruf mit sensiblem Einfühlungsvermögen. Er inszeniert dort die Weine seiner Frau Caroline (Kühling-Gillot) in mutig leiser Eigenständigkeit, die sich in entspannter Souveränität warmer Natürlichkeit manifestiert, seine eigenen großen Gewächse vom Kalkboden aber wagt er in unnahbarer Jugend, kühl, markant und roh zu präsentieren, mutig vom Jahrgang geprägt, fast schon brutal „nackig“ im Charakter ihrer kühlen Lagen schimmernd.

 

> Im bislang arg gescholtenen Rheingau manifestiert sich der Aufbruch. Wilhelm Weil geht mit einem verschlossenen, unerwartet charaktervollen „Gräfenberg“ voran, Ress, von Knyphausen und Achim von Oettinger folgen mutig auf neuen Pfaden; ihre sichtlich „anderen“ Weine stechen engagiert heraus, verblüffen, verwirren, entziehen sich der simplen, schnellen Bewertung und schüren die Hoffnung auf eine neue Generation spannend großer Rheingauer Gewächse.

 

> An der Nahe scheint sich selbst beim Techno-Dauerbrenner Dönnhoff vorsichtiger Wandel in Stil und Qualität anzukündigen. Tim Fröhlich und Gut Hermannsberg wagen mit ihren mutig persönlichen, fast schon ungestüm wilden Weinen provokanter Reduktivität aber auch neue Perspektiven in Lagenweinen, die die Latte hoch legen.

 

> In der Pfalz trennt sich die Spreu vom Weizen so massiv wie lange nicht. Unreife, harte Säuren, karge Strukturen, magere Weine. Von Winning hat seine Weine erst kurz vor der Verkostung gefüllt; sie versteckten sich prompt hinter banal wirkender Reduktivität und provozierten zumindest uns mit ihrer simplen Stileinfalt aus viel neuem Holz und immer gleicher Ananas-Exotenobst-Aromatik. Wenn wir die Weine von Stephan Attmann nicht so genau kennen würden, hätten wir sie in dieser Verkostung vermutlich falsch eingeschätzt. So aber haben wir gekauft, was wir kriegen konnten. Dagegen strahlt Steffen Christmann beruhigende Entspanntheit aus. Seinen „Idig“ versteht man, wenn man zuhören kann. Er entwickelt sich in weiß wie rot zur souveränen Lagen-Ikone präzise eigenständigen Profils. Auch sein „Langenmorgen“ hat uns begeistert; trotz diametral entgegengesetzten Stiles zu von Winning beweisen beide signifikanten Lagencharakter.

 

> Franken ermüdet mit fruchtiger Banalität in seinen Silvanern, nur Luckerts, die 2013 den ganz großen Strahl erwischt haben, und Robert Haller vom Würzburger Bürgerspital reißen es heraus. Echte Lichtblicke bietet Franken in den grandiosen Pinot Noirs von Paul Fürst, dem beeindruckend guten Riesling „Pfülben“ von Schmitts Kinder und dem saftig dichten, muschelkalkwürzigen Riesling „Maustal“ vom Zehnthof Luckert. Ludwig Knoll fährt auch 2013 mit angezogener Handbremse; er scheint sich einfach nicht zeigen zu trauen, was er kann. Schade.

 

> Württemberg erstaunt in der Homogenität seiner Jahrgangs- und Lagencharaktere. Rainer Schnaitmann und Jochen Beurer stehen als die Antipoden in Stil und Charakter, zelebrieren aber bei entgegengesetzter Stilausprägung souverän eigenständige Lagen-Qualitäten, die im lauten Rauschen der „Superweine“, die jeder kennt und verkosten will, unterzugehen drohen, weil man Württemberg derart hochwertiges Standing einfach (noch) nicht zutraut. Nächstes Jahr mal genauer hinschauen.

 

> Baden hat uns gefrustet und weder unsere Riesling- noch unsere Weinseele in Wallung gebracht. Einzig Thomas Seeger wagt Handschrift in rot und weiß und wird dem Jahrgang gerecht.

 

> Auch Mosel und Saar taten sich schwer in 2013. Auffallend gut aber einige trocken konzipierte Weine rasant präziser Lagencharaktere von Heymann-Löwenstein (insbesondere „Uhlen L“)Clemens Busch (Marienburg „Rothenpfad“ und „Fahrlay“) und von Othegraven, deren „Altenberg“ und „Bockstein“ mir nachhaltig im Gedächtnis blieben.

 

> An der Ahr, nicht im Fokus unserer Weinliebe, hat uns Meyer-Näkels „Pfarrwingert“ umgehauen und Jean Stodden mit hinreißend souveränen „Hardtberg“- und „Herrenberg“-Pinots bewiesen, welche Klasse an der Ahr möglich ist. Große Spätburgunder mit Charakter, Tiefgang und Identität.

 

> Darüber hinaus scheinen die meisten Namen im VDP 2013 so unbeirrt wie unberührt von der Dynamik des Marktes auf bewährte Stil- und Designmuster zu setzen. Viele suchen ihr Heil statt in aufwendiger Arbeit im Weinberg in reparierender Kellertechnik und dem bewährten Populismus von Reinzuchthefe, Kaltvergärung und simpler Frucht. Schade für einen Jahrgang, der für sehr viel mehr Potential gut gewesen wäre, wenn man sein Handwerk denn verstanden hätte. Vertane Chance für die eigene Positionierung in einer Verkostung, die international große Beachtung findet und die Vorstellung von deutschem Spitzenwein entscheidend zu prägen beginnt. Eine spektakuläre Verkostung allemal, die beste Leistungsschau deutschen Weines. Not to be missed. Danke, daß wir wieder dabei sein durften.

 

Unser Fazit: 2013 will sorgfältig eingekauft werden. Kein Jahrgang, den man hochjubeln kann, sondern ein handwerklich schwierig zu meisterndes Jahr, das selbst renommierten Spitzenbetrieben ganz offensichtlich in die Hosen ging. Dafür schafften ein paar Betriebe herausragende Qualitäten, die wir sogar über 2012 einstufen würden. Rare Ausnahmen.

Auf Gutswein- und Ortswein-Niveau ist man vor Enttäuschungen nicht gefeit, doch kann man selbst da erstaunliche Entdeckungen machen. Winzerkunst eben. Ein weiterer Jahrgang der guten Winzer, ein weiterer Jahrgang, der die Arbeit engagierter Biowinzer belohnte. In seiner kleinen Spitze verspricht 2013 auf jeden Fall Überraschungen, die für viel Freude sorgen könnten. Auch langfristig. Die Zukunft wird´s weisen.

Unsere Tipps

2012

Zehnthof Luckert

Silvaner »Maustal« GG

32,00 €

2013

Zehnthof Luckert

Riesling »Maustal« GG

32,00 €

2013

Heymann-Löwenstein

Uhlen »B« Blaufüsser Lay GG

26,80 €

2013

Heymann-Löwenstein

»Röttgen« GG

22,80 €

2013

Heymann-Löwenstein

»Kirchberg« GG

19,80 €

2013

Heymann-Löwenstein

Uhlen »R« Rothlay GG

33,50 €

2013

Heymann-Löwenstein

Uhlen »L« Laubach GG

29,80 €

2013

Christmann

Riesling »Idig« GG

42,80 €

2013

Christmann

Riesling »Langenmorgen« GG

38,80 €

2013

von Winning

Riesling »Kalkofen« GG

28,00 €

2013

von Winning

Riesling »Forster Pechstein« GG

42,00 €

2013

Weingut Wittmann

Riesling »Morstein« GG

48,00 €

2013

Weingut Wittmann

Riesling »Aulerde« GG

29,80 €

2013

Weingut Wittmann

Riesling »Kirchspiel« GG

37,80 €

2013

Wagner-Stempel

Riesling »Siefersheimer Höllberg« GG

26,90 €

2013

Wagner-Stempel

Riesling »Siefersheimer Heerkretz« GG

31,50 €

2013

Kühling-Gillot

Riesling »Pettenthal« GG

39,80 €

2013

Kühling-Gillot

Riesling »Ölberg« GG

33,80 €

2013

Kühling-Gillot

Riesling »Rothenberg wurzelecht« GG

65,00 €

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26.Jul.2016
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Helmut O. Knall (@wine_times_com)
04.Sep.2014
Sehr gute Analyse. Im Prinzip fasst dein Satz alles zusammen: "2013. Ein Jahrgang von Könnern für Kenner." LG Knalli
Peer G.
04.Sep.2014
Entwaffnend ehrliche Aussagen zum Jahrgang 2013 und eine gelungene Darstellung von Kausalitäten in der Weinwerdung, die leider vielen deutschen Winzern nicht oder noch nicht zu eigen sind!
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