Van Volxem 2011. Historische Qualität.
Unsere ersten Berichte zum deutschen Jahrgang 2011
Da hat er gut lachen, der Roman Niewodniczanski von Van Volxem. Vergessen sind sie nicht, die finanziellen Verluste des miniskülen Jahrgangs 2010, daran kaut auch er noch einige Zeit. Aber 2011 erfreut sein Herz und sorgt für sichtlich gute Stimmung.
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In ganz Deutschland waren wir in den letzten Tagen unterwegs in den Kellern unserer Winzer. Die Moste sind erstaunlich schnell und unproblematisch zu Wein vergoren, der jetzt, noch hefetrüb, schon zuverlässig zu beurteilen ist. Wir lieben diesen hefigen Zustand der Weine ganz besonders. Er macht buchstäblich süchtig, denn die Hefe macht die Weine seidig und cremig wie nach der Filtration nie mehr, ein rarer Hochgenuß, den wir immer sehr bewußt genießen. Mit der Erfahrung von 30 Jahren Weinhandel sind die Weine in diesem Zustand absolut zuverlässig zu beurteilen, zumal in einem Jahrgang wie 2011, der bei unseren Winzern souverän überlegen ausfiel.
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Wir jedenfalls sind nach unseren kilometerfressenden Proben vor Ort in ganz Deutschland begeistert von 2011. Wir warnen allerdings gleichzeitig vor katastrophalen Qualitäten unambitionierter Winzer. Sie stellen neben ausgereizt gute, ungewöhnlich aufwendiger Arbeit in Weinberg und Keller entstammenden Spitzenqualitäten ärgerlich schlechte Weine, wie wir sie in derart drastischer Diskrepanz noch nie im Glas hatten. Der Unterschied zwischen Winzern, die ihr Metier beherrschen, und jenen, die es offensichtlich nur absolvieren, wird von Jahr zu Jahr drastischer, die Fokussierung der Qualität auf die guten Winzer fast schon brutal offenkundig. Aufgepaßt also beim Einkauf dieses Jahrgangs, der in der Spitze Qualitäten verspricht, wie man sie in dieser Kombination von Feinheit, Saftigkeit und Frucht mit Würze lange nicht mehr im Glas hatte.
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Über die Tücken des Jahrgangs in Weinberg und Keller werden wir in den hier folgenden Beiträgen die kommenden Tage und Wochen ausführlich berichten (ich schreibe daran). Für die ambitionierten Winzer, die sich noch mit der Lese von Hand abgeben, statt ihre Reben vom Traktor aus zu bewirtschaften, war 2011 ein anstrengender weil fordernder Jahrgang harter Arbeit, ungewöhnlich mühsamer Selektion im Weinberg und schwerwiegender Entscheidungen im Keller. Die spezielle Säureharmonie des Jahrgangs, geprägt von niedriger Äpfel- und hoher Weinsäure, diametral entgegengesetzt zum Vorgängerjahr 2010, ließ die meisten Normal-Winzer unreflektiert zur Aufsäuerung greifen, die aber, wie sich bei unseren Winzern zeigt, alles andere als nötig war wenn man Wein richtig versteht. Organoleptisch wirken die guten Weine verblüffend präzise und vor allem frischer als ihre milden Säurewerte vermuten lassen. Sie sind schlank und attraktiv saftig zugleich, definiert von tiefgründig reiner und purer Frucht rarer Präzision, die mehr Würze als simple Frucht vermittelt und schlicht betörend wirkt. Mit der Phenolik aus Rappen und Schalen mußten die Winzer dieses Jahr behutsam umgehen, der Abpressdruck und die Dauer der Maischestandzeit waren entscheidend für das harmonische Gleichgewicht der Weine. Ein raffiniert fein gewebter Jahrgang von anspruchsvoll rassigem Nerv im Mundgefühl, mineralischer Länge statt simpler Breite auf der Zunge, würziger Ausstrahlung in strahlend reintöniger Frucht und tiefgründiger Mineralität von durchdringender Expressivität und Feinheit.
Man muß aber über die entscheidenden Tücken dieses Jahrgangs informiert sein, um zu wissen, worauf es qualitativ zu achten gilt. Diese Erfahrung geben wir gerne an Sie weiter, damit auch Sie die richtigen Weine kaufen und nicht auf einen der durch systematische Aufsäuerung, saure und magere Hochertragsleere oder bittere Fäulnisfülle samt entsprechend notwendiger Schönungen verunstalteten Weine hereinfallen, die es in diesem Jahrgang in erschreckender Hülle und Fülle gibt.
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Roman Niewodniczanski und Kellermeister Dominik Völk von Van Volxem haben uns einen so kompetenten wie begeisterten Bericht über den Herbst 2011 geliefert, den wir Ihnen zur Einstimmung auf das, was Sie erwartet, nicht vorenthalten möchten. Sie schreiben:
2011. Ein sa(ar)genhafter Jahrgang!
Die klimatischen Bedingungen an der gewohnt kühleren Saar waren in 2011 so gut wie selten zuvor: Auf ein sommerlich heisses Frühjahr mit perfekter Blüte folgte ein für unsere kargen Schiefersteillagen herrlich regenreicher Sommer, gefolgt von einem nicht enden wollenden “Goldenen Herbst” mit sonnenreichen Tagen und kühlen Nächten. Das gänzliche Ausbleiben von Regen-, Sturm- oder Hagelereignissen erlaubte es uns bereits ab Ende September ohne die sonst herbsttypische Hektik, Steilhang für Steilhang mehrfach von Hand selektiv vorzulesen. Dies ermöglichte unseren 45 bienenfleißigen Erntehelfern, sämtliche Trauben im Zustand der physiologischen Vollreife zu ernten. Schon die Früchte für die Gutsweine Schiefer und Saar Riesling begeisterten dank moderater Erträge (Gutsschnitt ca. 54 hl/ha) mit expressiver Aromatik reifer Pfirsische, Aprikosen, Maracujas und Papayas. Dank der kühlen Nächte blieb auch die weitgehend aus hochwertiger Weinsäure bestehende Säurestruktur der Trauben erhalten, was für den späteren Trinkspass der Weine von außerordentlich grosser Bedeutung ist. Auch die für die Struktur und das Mundgefühl der späteren Weine elementaren Extraktwerte sind erfreulich hoch, was den üppigen Regenfällen der Sommermonate zu verdanken ist.
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Der Abschluss der Ernte der 2011er erfolgte 5 Wochen nach Beginn der Vorlese am 03. November bei schönstem Herbstwetter im Wawerner Goldberg. Dank der Oktoberfröste hatten die Trauben in den letzten Wochen nochmals an Aroma zugelegt. Die goldgelben, auch Anfang November noch immer zu 99% perfekt gesunden Rieslingbeeren waren von einem Aromenreichtum, wie wir es bisher selten erlebt haben. Glücklicherweise lag auch in der Grand Cru-Lage Goldberg das Mostgewicht bei “nur” knapp 100 Grad, perfekt für hoch aromatische, geschmacklich trockene Rieslingweine mit moderatem Alkoholgehalt.
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Das kontinuierlich trockene Wetter der Oktoberwochen hat die wenigen Botyrytistrauben dieses Herbstes bilderbuchhaft zu hoch aromatischen Rosinen eintrocknen lassen. Die Folge sind Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen in einer geradezu sensationellen Qualität. Auch Egon Müller, der die in der 200jährigen Geschichte des Scharzhofs bisher höchsten Mostgewichte vermeldet, spricht von einem “sagenhaften Jahr”. Aufgrund der quer durch alle Lagen und Geschmacksprofile sensationellen Qualitäten trauen wir uns auf Van Volxem, den 2011er auf eine Stufe mit den inzwischen legendären Saar-Jahrgängen 1911, ’21, ’59, und ’71 zu stellen. Die in diesen Tagen in den Fässern im Keller beginnende natürliche Vergärung wird zeigen, ob unsere extrem hohen Erwartungen erfüllt werden . . .
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Impressionen vom “Goldenen Herbst 2011″ auf Van Volxem:
Alkohol ist ein Problem des Jahrgangs. Also nicht mehr als 100° Oechsle
und raus mit allen rosinierten Trauben für weniger Mostgewicht!
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Kellermeister Dominik Völk, im Herbst überall zur gleichen Zeit,
prüft zufrieden die Mostqualität des Jahrgangs 2011
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Auslese und Selektion vor der Kelter waren alles entscheidend.
Die rosinierten Trauben wurden zu hochkarätigen Süßweinen verarbeitet.
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Es ist mühsam, die rosinierten Beeren aus den Trauben herauszulesen.
Doch so entstehen grandiose Beeren- und Trockenbeerenauslesen
in einem Jahrgang, der historische Qualitäten verspricht.
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Die beste Korbpresse des Marktes wird befühlt. Ihr schonendes Pressen
liefert klare Moste, die sauber spontan durchgären und die filigrane Finesse
der 2011er Weine von der Presse weg garantieren.
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Mittag. Endlich Pause!
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Nach harter Arbeit, die früh am Tag beginnt, die lang ersehnte Mittagspause
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Lese in der Steillage. Mühsamste Handarbeit.
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Der Lohn allen Schuftens: Kerngesunde, vollreife, perfekte Trauben
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Die Lese beginnt früh am Morgen
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So perfekt sahen die Trauben nicht überall aus,
wie sie hier bei Van Volxem geerntet werden
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Die Saarschleife im, nach schwierigem Jahresverlauf, perfekten Herbst 2011
- Vielen Dank, Roman und Dominik! -
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