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Albariño 'Pazo de Señorans'
Albariño, die legendäre große weiße Rebsorte Galiziens, liefert Spaniens berühmtesten (und teuersten) Weißwein.
Der muß sich vor allen internationalen Weißweinen seiner Preisklasse nicht verstecken. Albariño entwickelt im grünen Galizien auf den kargen Kalkböden in Rias Baixas strahlende Frische und einmalige Finesse, die durch ungewöhnlich langes Hefelager im Edelstahltank nachhaltig gefördert wird. Albariños gibt es viele, Pazo de Señorans produziert einen der feinsten. Er ist nämlich knochentrocken und zelebriert brillante Frische von ungewohnter Präzision, biedert sich also nicht dem Geschmack der Madrilenen an, die zu den größten Konsumenten der Rebsorte weltweit gehören und ihren Wein weich, mild und durchaus auch mit kleinem Zuckerschwänzchen mögen.
Paze de Señorans legendärer Albariño ist ein auf merkwürdige Weise fast neutral wirkender Weißwein, der im Mund ein ganz eigenständiges, faszinierend rein und puristisch wirkendes Mundgefühl entfaltet. So wie dieser Weißwein riecht und schmeckt kein anderer (mit Ausnahme der neuen portugiesischen Weißweine des Douro oder des Dao, die verblüffende stilistische und geschmackliche Seelenverwandschaft beweisen): Stahlig frisch und knochentrocken geht der Wein irgendwie sehr direkt über die Zunge, er umhüllt sie geradezu, knochentrocken, aber weich und cremig zugleich im Mundgefühl; er schmeckt pikant und würzig, mit einem Hauch Salz an den Zungenrändern, wirkt vor allem auf der Zunge und nicht im Mundraum und fühlt sich dabei seidig weich und mild in der Säure an. Ein angenehmer Weißwein, der derart animierend im Trunk daherkommt, daß einem unweigerlich das Wasser im Mund zusammenläuft.
Pazo de Señorans also sprichwörtlich mundwässernder Albariño schürt mit seinem animierend saftigen, cremigen, knochentrockenen Mundgefühl Lust auf den nächsten Schluck. Ein so spannender wie ungewohnter Weißwein, der ideal harmoniert zu Salaten, Gerichten mit frischen Kräutern, Fisch aller Art und frischen Gemüsen. Ein Spitzen-Albariño wie dieser liefert einen einmaligen Typus von Weißwein, dessen Faszination in seiner vermeintlichen Neutralität steckt, die tatsächlich aber alles ist, nur nicht neutral. Ein Weißwein, der zu vielen Gerichten Riesen-Spaß macht und auch ohne Speisebegleitung anspruchsvolles Niveau beweist.
Pazo de Señorans
Marisol Bueno, jahrelang Präsidentin der Appellation Rias Baixas, kaufte mit ihrem Mann Javier Mareque das heruntergekommene Gehöft 1979, sie renovierten es sorgfältig über Jahre und pflanzten auf den umgebenden 10 ha Weinbergen, auf denen noch der regionale Massenträger Rosal stand, visionär ausschließlich Albariño. Der Jahrgang 1990 war der erste unter eigenem Etikett, kam 1991 auf den Markt und sorgte aus dem Stand für Furore.
Seitdem ist die Arbeit auf „Pazo de Señorans“ in vielen Details wegweisend. So verwendet man ausschließlich 3000l-Gärtanks, abgestimmt auf die kleinen Parzellen; gelesen wird rigoros von Hand und an großen Lesetischen noch einmal ausgelesen. Jedes einzelne Lot wird getrennt verarbeitet. Vom ersten Tag an wurden die Weine auf natürlichen spontanen Umgebungshefen vergoren, um trotz Verwendung modernster Weinbereitungstechnik ein Maximum an Individualität zu erreichen.
Während die meisten Winzer der Rias Baixas ihre Trauben so lesen, daß die Weine 11 Vol. % aufweisen, wartet man bei „Pazo de Señorans“ bis zur Vollreife und bringt entsprechend natürliche Alkoholgehalte von 12,5 und 13 Vol. % auf Flasche, die Bodega ist stets die letzte der Appellation, die ihre Trauben in die Kelter bringt. „Pazo de Señorans“ pflegt eine sehr eigenständige Stilistik, die Balance raffiniert zwischen Kraft und Frische definiert. Kein anderer Albariño besitzt so attraktive mundfüllende trockene Cremigkeit, derart appetitlich nach Aprikosen duftende Reife und so gekonnte Balance von Säure und Reife.
Die Rebe
Albariño
Albariño ist Spaniens uralte, weiße Rebsorte. Ihr sagt man, wie schon ihre Name vermuten läßt, den man als 'Weißer vom Rhein' übersetzen könnte, eine gewisse Verwandtschaft mit dem deutschen Riesling nach, was sich in DNA-Tests aber als falsch herausstellte, weil sie tatsächlich vom alten Traminer abstammt. Die hochwertige und überaus originelle weiße Rebsorte wird viel in Nord-Portugal angebaut, wo sie neben Loureiro das Rückgrat der Vinho Verde-Produktion bildet, und auch am Douro bringt sie bemerkenswert hochwertige und charaktervolle Weißweine hervor, deren Frische und Präzision nachhaltig beeindrucken. In Spanien dagegen wäre Albariño in den achtziger Jahren beinahe aus dem Rebkataster verschwunden. Spanien hätte es im Rausch des Modernismus der letzten zwanzig Jahre fast verschlafen, neben den vielen Merlots, Cabernets, Syrahs, Chardonnays und Sauvignon Blancs, die Spaniens schnelle Weinszene verseuchen, seine größte weiße Rebsorte zu regenerieren.
Inzwischen wird Albariño immerhin wieder auf 1300 Hektar im nordwestlichsten Zipfel Spaniens, im grünen Galizien, angebaut. Image und Qualitätsprofil der interessanten Rebsorte lassen aber zu wünschen übrig, weil zu viele müde, schlabbrige, gezielt in der Säure gekappte Versionen den Markt überschwemmen. Die Konzessionen an den Geschmack der Madrileños, die es gewohnt sind, im Sommer eher säurearme Weißweine aus Zentralspanien zu trinken, haben das Geschmacksprofil vieler Albariños zu einem durch malolaktischen Säureabbau weich gemachten Weißwein, der nach einer Saison schlapp macht, deformiert.
Das Zentrum des Albariño-Anbaus liegt in den Rias Baixas. Fjordähnliche Flußmündungen mit tief ins Landesinnere schneidenden Meeresarmen prägen die fruchtbare Landschaft Galiziens, nördlich des Flußes Miño, der Portugal von Spanien trennt. Hier hat sich Albariño an das spezifische Klima perfekt adaptiert. Der Rebsorte behagt das feuchte Klima. Ihr reicht die Sonneneinstrahlung, um von Natur aus geringe Erträge zu liefern. Sie produziert kleine, kugelrunde Beeren mit besonders dicker Haut, die sie auf natürliche Weise vor Schimmel- und Fäulnisbefall im feuchtwarmen Klima schützen, und ihre Beeren bilden dreieckige feste Trauben, die nur 100 bis 150 g schwer sind. Spannend anders ist auch das Terroir, von dem die besten Albariños stammen: Granit. Das größte Anbaugebiet liegt im Val do Salnés, wo entlang des Umia-Flusses angeschwemmtes Material auf Granitböden liegt. Von dort kommen die mit Abstand besten reinsortigen Albariños, die zu den teuersten Weißweinen Spaniens gehören. Zu den mit Abstand besten allerdings auch!
Ein guter Albariño ist ein merkwürdig saftiger, von weicher Säure durchzogener knochentrockener, fast ein wenig salzig schmeckender Weißwein, der in seiner bestechenden Frische an Riesling oder Ribolla erinnert. Sein faszinierend kühler Geschmack wirkt animierend straff und frisch, kraftvoll und dicht zugleich, mit erfrischendem Hauch grüner Äpfel im Duft, Spuren von Zitrusnoten und reifem gelbem Pfirsich. Guter Albariño verführt mit einer trotz aller trockenen Frische, die an die salzige Gischt an einem windigen Tag am Meer erinnert, fast cremig wirkenden Textur im Mund, die in der Welt der Weißweine einzigartig ist und im Gedächtnis bleibt.
Erstklassige Albariños kommen aber nicht nur aus Spanien oder Portugal, neuerdings findet man sie auch in Nordkalifornien. Dort hat man die Rebsorte als bestens geeignet für das dortige Klima und die vulkanischen Böden entdeckt. In den kommenden Jahren wird man also Albariños aus dem kühlen Norden der amerikanischen Westküste auf dem Markt finden. Albariño ist eine der spannenden weißen Rebsorten der Welt, die es lohnt, sich näher mit ihr zu beschäftigen.
![]() | Spanien - Rias Baixas |
![]() | Albariño |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. SRW10100 | |
| Inhalt 0.75l |
















